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DIE KONZENTRATIONSLAGER IN DER WÜSTE

Trotz der als Todesmärsche und Massaker erreichten etwa 870.000 Deportierte die mesopotamischen Wüstengebiete in Nordsyrien sowie im Irak. Entlang der eben erst mit Hilfe armenischer Zwangsarbeiter errichteten Bagdadbahn, die in diesem Abschnitt entlang der Euphratufer verlief, wurden mehrere Konzentrationslager errichtet. Die Lebensbedingungen waren katastrophal. Binnen sechs bis sieben Monate starben Zehntausende an Seuchen und Hunger: im Konzentrationslager von Islahiye 60.000 (Herbst 1915 bis Anfang 1916), im Lager von Mamura etwa 40.000 (Sommer bis Herbst 1915), in den Lagern von Radscho, Katma und Asas etwa 60.000 (Herbst 1915 bis Frühjahr 1916), in den Lagern Bab und Achterim etwa 50-60.000 (Oktober 1915 bis Frühjahr 1916), in Meskene an die 60.000 (November 1915 bis April 1916), in Dipsi etwa 30.000 (November 1915 bis April 1916), in Karlik (Karluk) 10.000 (bis März 1916) und in Sabcha (Sebka) 5.000 (November 1915 – Juni 1916).

Da das hunger- und seuchenbedingte Massensterben den Organisatoren des Genozids zu lange dauerte, wurde im Frühjahr 1916 die zweite Phase der Vernichtung eingeleitet: Die meisten Lager wurden nun von Todesschwadronen unter dem Befehl der Sonderorganisation „gesäubert“. Viele dieser Henker waren Nordkaukasier (Tschetschenen, Tscherkessen) und Angehörige örtlicher arabischer Stämme. Sie schlachteten die Bewohner eines Lagers nach dem anderen ab oder verbrannten Zehntausende in erdölhaltigen Höhlensystemen wie dem von Scheddadiye. Oder sie trieben die Armenier weiter in die Wüste und überließen sie ihrem „natürlichen“ Tod durch Seuchen und Hunger. Die berüchtigsten Lager waren jene von Der es Sor (arab. Dair Az-Zor)-Marat (192.000 Opfer im November 1915 bis Juni 1916; 150.000 dieser Opfer wurden zwischen Suwar und Scheddadiye massakriert, die übrigen starben an Seuchen oder verhungerten) und Ras-ul-Ain (etwa 14.000 Opfer; 30.000 starben an Hunger und Seuchen in der Umgebung). Insgesamt kamen 630.000 der 870.000 Deportierten, die Mesopotamien erreicht hatten, um, davon 200.000 bei Massakern in der Gegend um Ras-ul-Ain und Der es Sor.

Der deutsche Sanitätsunteroffizier Armin T. Wegner besuchte im Oktober 1916 ungeachtet der hohen Ansteckungsgefahr in Begleitung der in Aleppo im Waisenhaus der Deutschen Orientmisssion wirkenden Krankenschwester Beatrice Rohner einige der Lager (Maden, Tibini, Abu Herera, Rakka) und fotografierte trotz des Verbots bei Todesstrafe die noch Lebenden und einige ihrer Toten.

Die hier gezeigten Bilddokumente wurden vom Informations- und Dokumentationszentrum Armenien (Berlin) zur Verfügung gestellt und sind urheberrechtlich geschützt. Sie dürfen deshalb nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Informations- und Dokumentationszentrums (IDZA) reproduziert werden, wobei auf das IDZA als Urheber hinzuweisen ist.

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Lager in der Wüste
Nr. 53
 
Alltägliche Qualen der Deportierten
Nr. 54
 
Alltägliche Qualen der Deportierten
Nr. 55
 
Alltägliche Qualen der Deportierten
Nr. 56
 
Quälen der lebenden Deportierten
Nr. 57
 
Alltägliche Qualen der Deportierten
Nr. 58
 
Kochstellen
Nr. 59
 
Kinder und Jugendliche
Nr. 60
 
Armenierinnen waschen im Euphrat
Nr. 61
 
Deportierte armenische Witwen
Nr. 62
 
Von den Türken elend zugrundegerichtete Armenier
Nr. 63
 
Beisetzung eines armenischen Geistlichen
Nr. 64
 
Beisetzung eines armenischen Geistlichen
Nr. 65
 
Schädel und Knochen als Überreste des Massensterbens
Nr. 66
 
Die ausgehungerte Gestalt eines zwölfjährigen armenischen Knaben
Nr. 67
 

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