Berlin, 18. März 2006: Genozid als patriotische Tat? Bis zu 1700 türkische Ultranationalisten leugnen den Völkermord an Armeniern unter den Augen der Berliner Polizei

19.03.2006 20:16


Mit Beschluss vom 17. März hatte das Berliner Oberverwaltungsgericht eine Demonstration türkischer Ultranationalisten gegen die "armenische Völkermordlüge" erlaubt, allerdings unter der ausdrücklichen Auflage, dass der Völkermord an den Armeniern nicht geleugnet werden darf.

An diese Auflage haben sich, wie auch aus der bundesdeutschen Fernsehberichterstattung klar zu erkennen ist, am 18. März 2006 die Veranstalter eindeutig nicht gehalten. Von Anfang an skandierten sie in türkischer Sprache: "Wir haben keinen Völkermord begangen, sondern das Vaterland verteidigt!" Der Initiator der als "Operation Talat Pasa" bezeichneten Veranstaltungen in Berlin, Dr. Dogu Perincek, nannte, wie schon im Jahr 2005 in der Schweiz, öffentlich und in deutscher Sprache den Völkermord an den Armeniern als Lüge, vor laufenden Fernsehkameras.

Im Demonstrationszug wurden Fahnen der rechtsextremistischen Grauwölfe gezeigt, ferner die Staatsflaggen der international nicht anerkannten "Republik Nordzypern", Turkmenistans und Aserbaidschans.

Die Arbeitsgruppe Anerkennung (AGA) wird versuchen, gegen die offenkundige Verletzung der gerichtlichen Auflagen strafrechtlich vorzugehen. Hier veröffentlichen wir die Fernsehmitschnitte und Fotos vom Demonstrationszug.

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