Berlin-Mitte, 17. März 2012, 14:30-16:00 Uhr: „Sofortige Freilassung!“ – Mahnwache vor der Türkischen Botschaft (Rungestr. 9, 10179 Berlin) für den Menschenrechtler und Verleger Ragip Zarakolu

29.02.2012 20:00


Nach einer Verhaftungswelle unter Intellektuellen in Istanbul befindet sich Ragip Zarakolu (63 Jahre) derzeit im Gefängnis Kocaeli (Kandira), einer Hochsicherungsstrafvollzugsanstalt des so genannten F-Typs. Türkische und internationale Gefangenenhilfsorganisationen kritisieren die Haftbedingungen in diesen Gefängnissen bis in die Gegenwart. Besonders beunruhigend ist die mangelnde Gesundheitsfürsorge.

Wir erinnern erneut an Ragip Zarakolu sowie an das Schicksal zahlreicher anderer zu Unrecht in der Türkei festgenommener und wegen angeblichen Terrorismus in Haft gehaltener Intellektueller.

Zu den prominenten Opfern der Verhaftungswelle vom Oktober 2011 gehört auch die Politologin Prof. Dr. Büsra Ersanlı. Der türkische Europa-Minister Egemen Bagis rechtfertigte die massenhafte Festnahme von Intellektuellen im Oktober 2011 mit den Worten: „Jeder für das, was er geschrieben hat, alle für ihre terroristischen Dossiers!“ Der türkische Innenminister Idris Naim Şahin schloss im Dezember 2011 wissenschaftliche und künstlerische Arbeit ausdrücklich in seine extensive und willkürliche Terrorismus-Definition ein: „Es gibt psychologischen Terrorismus, gibt es wissenschaftlichen Terrorismus. Es ist der Hinterhof, der den Terrorismus fördert. Mit anderen Worten, es gibt eine Propaganda, terroristische Propaganda. (…) Und wie erreichen sie das? Vielleicht malen sie ihre Reflexionen auf eine Leinwand. Oder sie schreiben Gedichte, Artikel, kurze Features, oder wo auch immer sie schreiben können. Sie können nicht an sich halten, sondern lassen sich hinreißen und versuchen, die Soldaten zu demoralisieren oder die Polizei, die den Terrorismus zu bekämpfen, indem sie sie [die Kämpfer gegen den Terrorismus] zum Gegenstand ihrer Kunstwerke machen. So oder so, es gibt eine Art von Kampf mit denen, die gegen den Terrorismus kämpfen. Die [se Schlachten] sind die indirekten Aktivitäten des Terrorismus, die im Hinterhof stattfinden - und dieser Hinterhof befindet sich in Istanbul, in Izmir, Bursa, Wien, Deutschland, London, wo auch immer [sie sein mögen], [an] einem Lehrstuhl, in einem Verein, in einer Nichtregierungsorganisation." (1)

(1) - Ursprünglich veröffentlicht in der türkischen Tageszeitung „Radikal“, 26.12.2011; englische Übersetzung in http://gitamerica.blogspot.com/2011/12/new-definitions-of-terrorism-from_26.html




Die Arbeitsgruppe Anerkennung ruft daher zur Mahnwache für Ragip Zarakolu, seinen Sohn Deniz, Prof. Dr. Büsra Ensali, den Schriftsteller Aziz Tunc und viele andere Gesinnungsverfolgte auf.

ZEITPUNKT DER MAHNWACHE: Samstag, 17.03.2012, 14:30-16:00 UHR.
ORT: BERLIN-MITTE, vor der Türkischen Botschaft (Rungestr. 9, 10179 Berlin)



Online-Unterschriftensammlung unter: http://www.aga-online.org/petition/detail.php?petitionId=8

Mehr Informationen über Ragip Zarakolu siehe Factsheet:

Factsheet Ragip Zarakolu  (  198kb)

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