Ende April 2019 kam es in der Trauer- und Gedenkzeit armenischer Gemeinschaften zu nationalistisch und rassistisch motivierten Störungen von Gedenkveranstaltungen und Übergriffen auf armenische Trauerorte. Aus diesem Anlass erklären die Menschenrechtsorganisationen Arbeitsgruppe Anerkennung sowie der Verein der Völkermordgegner:

An die Presse und Öffentlichkeit

RESPEKT FÜR DIE ERINNERUNG AN VÖLKERMORDOPFER UND SOLIDARITÄT MIT DEN NACHFAHREN DER OPFER!

Seit zwei Jahrzehnten setzen sich die Arbeitsgruppe Anerkennung – Gegen Genozid, für Völkerverständigung e.V. (AGA) und der Verein der Völkermordgegner e.V. (SKD) für die gesellschaftliche Aufarbeitung und legislative Verurteilung der Verbrechen ein, die im letzten Jahrzehnt osmanischer Herrschaft an den indigenen Christen des Osmanischen Reiches begangen wurden. Die Aufarbeitung dunkler Geschichtskapitel halten wir für eine unerlässliche Voraussetzung für die demokratische Entwicklung eines jeden Landes. Für ebenso notwendig und selbstverständlich halten wir es, dass in der zunehmend pluralen Gesellschaft der Bundesrepublik Deutschland die Nachfahren von Völkermordopfern ungehindert und ungestört bei öffentlichen Veranstaltungen ihrer ermordeten Vorfahren gedenken können.

Beide Menschenrechtsorganisationen verurteilen darum entschieden die rassistischen Bedrohungen und Störungen der Gedenkveranstaltungen armenischen Verbände, Vereine und der Kirchen im April 2019 in Deutschland. Wir fordern das Ministerium für Inneres und Sicherheit sowie zuständigen Behörden auf, konsequent gegen kriminelle Handlungen nationalistisch motivierter Täter vorzugehen. AGA und SKD fordern eine lückenlose Aufklärung der Straftaten, die Aufdeckung der Hintermänner sowie ein angemessenes Strafmaß für den Täter.

AGA und SKD erklären sich einvernehmlich gegen die Verleugnung des Völkermords von 1915/6 sowie die rassistischen Bedrohungen der armenischen Gemeinschaft, gegen Schmähungen und Beleidigungen an armenischen Trauer- und Gedenkorten.

AGA und SKD fordern den Bundestag auf, seine Resolution vom 2. Juni 2016 umgehend umzusetzen und alle Initiativen zivilgesellschaftlicher Organisationen für die Ankerkennung des Völkermordes und Aufarbeitung der Geschichte tatkräftig zu unterstützen, den 24. April als offiziellen Gedenktag anzuerkennen sowie die Durchführung von Gedenkveranstaltungen an diesem Datum tatkräftig zu unterstützen.

Denn Völkermord verleugnen, heißt Völkermord fortsetzen!

Berlin / Frankfurt, 07.05.2019

Arbeitsgruppe Anerkennung – Gegen Genozid, für Völkerverständigung e.V. (AGA)
Kontakt: Tessa Hofmann (Vorsitzende)
Internet: http://www.aga-online.org | E-Mail:

Verein der Völkermordgegner e.V. Frankfurt / Main Soykırım Karşıtları Derneği (SKD)
Kontakt : Ali Ertem | Tel. 0049(0)177 6512189 | E-Mail:

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