Literaturhinweise2024-07-11T20:08:22+02:00

Tessa Hofmann: Der Genozid an den indigenen Christen des Osmanischen Reiches

10. März 2024 – 19:23|Neuerscheinungen

Tessa Hofmann Der Genozid an den indigenen Christen des Osmanischen Reiches: Armenier, Griechen, Syro-Aramäer/Assyrer/Chaldäer; eine ausführliche Dokumentation mit drei Modulen von je neun Unterrichtseinheiten. Verlag von Hase & Köhler, 2024; 381 S.; 110 s/w Abb., ISBN 978-3-7758-1430-0

Videoaufzeichnung der Buchvorstellung: https://www.youtube.com/watch?v=a7biy65lSJM

Birgit Kofler-Bettschart: “Ich habe getötet, aber ein Mörder bin ich nicht”: Der Völkermord an den Armeniern, die Rache der und die Geheimoperation Nemesis

Verlagsankündigung:

Quer durch Europa und in den Kaukasus, von Paris über Genf nach Berlin, von Istanbul über Wien nach Rom und Tiflis führt die Spur der Geheimoperation Nemesis.

Nach dem Genozid an 1,5 Millionen Armenierinnen und Armeniern ab 1915 wollte sich eine Gruppe junger Männer nicht mit der Opferrolle abfinden. Sie verübten Attentate auf die Hauptverantwortlichen des Völkermords, die sich der Justiz durch Flucht entzogen hatten. So erschoss 1921 ein junger Armenier den früheren osmanischen Innenminister Talat Pascha in Berlin auf offener Straße. Es folgte eine Serie von weiteren Attentaten, zum Beispiel auf den ehemaligen Großwesir Said Halim, den früheren osmanischen Marineminister Cemal und den Ex-Innenminister von Aserbaidschan Behbud Javanshir.

Birgit Kofler-Bettschart erzählt die dramatische und faszinierende Geschichte der Geheimoperation Nemesis (Vergeltung) und ihrer Akteure vor internationaler Kulisse und einem historischen und politischen Hintergrund, der bis heute nachwirkt.

25,00, Verlag Ueberreuter; Erscheinungsdatum: 14.03.2024

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Medardus Brehl, Kristin Platt (Herausgeber): The Displacement, Extinction and Genocide of the Pontic Greeks 1916–1923

Erscheint: Herbst 2023; 250 Seiten; ISBN 9783958321984; 39,90 € *

Verlagsankündigung:
Over the last years, the genocide committed against the Armenians has received an increasing amount of scientific and popular attention. However, as recent international research has emphasized, the Armenian genocide by the Young-Turkish government has to be understood as only one chapter of an overall campaign of the Young- Turkish and Kemalist government against the non-Muslim (and later non-Turkish) communities. Besides the Armenians, particularly Greek communities in Asia Minor were most affected in terms of forced migration and atrocities, committed in the interests of specific Young-Turkish and Kemalist visions of the Ottoman space between 1914 and 1923. In this regard, the governmental campaign reached its violent climax in the genocide of the Greek communities in the Pontic area at the shores of the Black Sea. Although the killing of the Pontic Greeks has become increasingly prominent in Anglo-American historical research, it continues to be a desideratum within the European field of research.
The upcoming publication is thus both to raise awareness of what happened to the Pontic-Greek community during the Young-Turkish and Kemalist regime and to promote international and interdisciplinary research on this topic. As the displacement and extinction of the Pontic-Greek community has to be contextualized as part of the complex socio-political relations between Muslim/Turkish hegemony and Non-Muslim/Non- Turkish communities, the publication brings together the expert knowledge of international scholars working within the fields of the late Ottoman, Young-Turkish and Kemalist period, Greco-Turkish relations and the Greek diaspora.

Contributors: Monika Albrecht, Medardus Brehl, Mihran Dabag, Thea Halo, Tessa Hofmann, Antonis Klapsis, Theodosios Kyriakidis, Vasileios Th. Meichanetsidis, Nevzat Onaran, Kristin Platt, Miltiadis Sarigiannidis, Robert Shenk, Nikos Sigalas, Zeynep Turkyilmaz.

Der Roman Raben vor Noah ist der erste Beitrag eines Autors aus der Republik Armenien zum osmanischen Genozid. In der Prosa armenischstämmiger Autoren der US-amerikanischen und französischen Diaspora ist dieses Thema in Gestalt von Familien- und Reiseromanen seit den 1980er Jahren sehr oft behandelt worden. Was macht S. Harutyunyan anders als ihre Kollegen in der Diaspora? Ihre nicht nur literaturhistorisch bedeutsamste Neuerung besteht darin, dass sie den Genozid an West-Armeniern als doppelte Viktimisierung darstellt und somit die Schuld sowjetarmenischer Juristen und Polizeibeamter einbezieht. Die in der Stalinzeit begangenen Verbrechen betrafen vor allem Geistliche und ihre Familien sowie Intellektuelle, die als Flüchtlinge aus dem Osmanischen Reich in den Südkaukasus geflohen waren. Sie wurden festgenommen, willkürlich verurteilt oder extralegal ermordet bzw. verbannt. Etwa 2.000 armenische Geistliche wurden deportiert und ermordet. In der Nacht auf den 14. Juni 1949 deportierten die südkaukasischen Ortsbehörden 13.200 vermeintliche „Daschnaken“ (i.d.R. „Repatrianten“) und „ehemals türkische Bürger“ (Westarmenier) in den Altai („Daschnaken“) sowie die westsibirische Stadt Tomsk (Westarmenier).

Harutyunyan, Susanna: Raben vor Noah. Ins Deutsche übersetzt von Susanna Yeghoyan. Jena: Akademische Verlagsbuchhandlung Friedrich Mauke KG, 2023. (Edition Europastraße: E40), 232 S. ISBN 3948259100; ‎ 978-3948259105

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Ara Sarafian: Talaat Pasha’s Report on the Armenian Genocide, 1917

Wir wissen über Talat, dass er nicht nur politisch hauptverantwortlich für die Deportation der armenischen und griechischen Bevölkerung Ostthrakiens sowie des Pontos war, sondern die Ausführung seiner Deportationsbefehle auch persönlich überwachte. Am Ende seiner Amtszeit als Innenminister ging es Talat offenbar darum festzustellen, wie viele Armenier aufgrund seines Deportationsbefehls von 1915 tatsächlich „verschwunden“ waren und wie viele sich noch in welchen Provinzen bzw. Bezirken – Osmantürkisch „vilayet“ und „sancak“ bzw. „mutasariflik“ – aufhielten.

Diesen Überblick verschaffte sich Talat, indem er durch zwei chiffrierte Telegramme Informationen aus den Provinzen anforderte: am 24. August 1916 wandte er sich an 34 und am 11. Februar 1917 an 23 Provinzen, wobei die Zählung der noch vorhandenen Armenier zwischen „örtlichen“ und „ortsfremden“ unterschied. Es handelte sich um jene Provinzen, die 1917 noch armenische Einwohner besaßen oder Deportationsziele darstellten. Die eigentlich (west)armenischen und pontischen Provinzen bzw. Bezirke Diyarbekir, Erzurum, Canik, Van, Bitlis, Mamuret-ül-Aziz (Harput/Elazıg) und Trapesunt (Trabzon) wurden folglich nicht mehr angefragt, da ihre armenische Bevölkerung 1915/6 deportiert worden war.

Ara Sarafian: Talaat Pasha’s Report on the Armenian Genocide, 1917. London: Gomidas Institute, 2022, 81 S. Abb., Ktn. ISBN 978-1-909382-72-5

Rezension:
https://www.academia.edu/99714859/Mehmet_Talat_Buchhalter_der_Vernichtung

Taner Akçam: Tötungsbefehle: Talat Paschas Telegramme und der Völkermord an den Armeniern

Mit einem Vorwort von Cem Özdemir.
Weilerswist-Metternich: Velbrück, 2019. 259 S.

ISBN-10: 3958321968
ISBN-13: 978-3958321960

Rezension:
https://www.amazon.de/Genozid-den-Pontos-Griechen-Kleinasien/dp/6180012679

Online-Bestellung:
https://www.velbrueck.de/Programm/Genozidforschung /Toetungsbefehle-Talat-Paschas-Telegramme-und-der-Voelkermord-an-den-Armeniern.html

Gispert, Jürgen: Armenien gestern und heute  – „Die Aschen der Opfer schlagen in unseren Herzen“: Zu einer Theorie der armenischen Memorialkultur

Jürgen Gispert ist ein äußerst anregendes Buch gelungen, das seine umfassende Sachkenntnis der armenischen Geschichte und Gegenwart bezeugt.

Gispert, Jürgen: Armenien gestern und heute  – „Die Aschen der Opfer schlagen in unseren Herzen“: Zu einer Theorie der armenischen Memorialkultur. Leipzig: Eudora-Verlag, 2022. ISBN 978-3-938533-77-2, 489 S., Abb.

Rezension: https://www.academia.edu/99715291/Denkmal_Geschichte_und_kollektives_Ged%C3%A4chtnis

Konstantinos Emm. Fotiadis: Der Genozid an den Pontos Griechen in Kleinasien. 2019. 696 S. ISBN-10 ‏ : ‎ 6180012679, ISBN-13 ‏ : ‎ 978-6180012675

Hayruni, Aschot: Fürsprecher für ein bedrohtes Volk: Johannes Lepsius und die Armenier

Verlag der Staatsuniversität Jerewan, 2019.
ISBN: 978-5-8084-2358-9, 256 S.

In der Monographie werden die vielfältigen Aktivitäten von Dr. Johannes Lepsius für das bedrohte armenische Volk im Osmanischen Reich untersucht. Dabei liegt ein besonderer Schwerpunkt auf seiner publizistischen Tätigkeit, die einerseits darauf abzielte, den Völkermord an den Armeniern abzuwenden, andererseits auch die Öffentlichkeit in Deutschland und Europa mit der Lage der Armenier vertraut machen sollte und zu Hilfsaktionen zur Rettung von Überlebenden der Todesmärsche und Massaker mobilisierte. Zahlreiche wichtige, zum Teil bisher unerschlossene Primär- und Sekundärquellen liegen dieser Untersuchung zugrunde.

Online-Bestellung: http://publishing.ysu.am/hy/1555311408

Morris, Benny; Ze’evi, Dror: The Thirty Year Genocide: Turkey’s Destruction of Its Christian Minorities, 1894-1924.

Harvard University Press, 2019. 672 S.
ISBN-10: 067491645X
ISBN-13: 978-0674916456

Verlagsankündigung: Between 1894 and 1924, three waves of violence swept across Anatolia, targeting the region’s Christian minorities, who had previously accounted for 20 percent of the population. By 1924, the Armenians, Assyrians, and Greeks had been reduced to 2 percent. Most historians have treated these waves as distinct, isolated events, and successive Turkish governments presented them as an unfortunate sequence of accidents. The Thirty-Year Genocide is the first account to show that the three were actually part of a single, continuing, and intentional effort to wipe out Anatolia’s Christian population.

The years in question, the most violent in the recent history of the region, began during the reign of the Ottoman sultan Abdulhamid II, continued under the Young Turks, and ended during the first years of the Turkish Republic founded by Ataturk. Yet despite the dramatic swing from the Islamizing autocracy of the sultan to the secularizing republicanism of the post–World War I period, the nation’s annihilationist policies were remarkably constant, with continual recourse to premeditated mass killing, homicidal deportation, forced conversion, mass rape, and brutal abduction. And one thing more was a constant: the rallying cry of jihad. While not justified under the teachings of Islam, the killing of two million Christians was effected through the calculated exhortation of the Turks to create a pure Muslim nation.

Revelatory and impeccably researched, Benny Morris and Dror Ze’evi’s account is certain to transform how we see one of modern history’s most horrific events.

Raffi Bedrosyan: Trauma and Resilience: Armenians in Turkey – Hidden, Not Hidden and No Longer Hidden

London: Gomidas Institute, 2019.
xx + 226 pages, maps, photos. With introductions by Fethiye Çetin and Taner Akçam.
ISBN: 978-1-909382-46-6.
Price: UK£20.00 / US$25.00 / CAN$35.00

Verlagsankündigung: This book is a record of Raffi Bedrosyan’s activities between 2011 and 2018 championing the rights of Armenians, especially „hidden” or Islamized Armenians, living in Turkey. It is a compilation of 49 newspaper articles written by Bedrosyan, as well as 10 new essays. All materials are insightful and well-written, and contribute to a growing awareness of the traumatic experience of Armenians in Turkey following the Armenian Genocide. We have reproduced Bedrosyan’s work with fidelity to the original materials.

Bestellung per Email an: books@gomidas.org

Mirko Heinemann: Die letzten Byzantiner: Die Vertreibung der Griechen vom Schwarzen Meer: eine Spurensuche

Berlin: Verlag Ch. Links, 2019
272 S. Ca. 30 s/w Abb.
ISBN: 978-3-96289-033-9. 25 EUR

Verlagsankündigung: Das Osmanische Reich im Ersten Weltkrieg: Am Abend des 9. August 1917 schießen Kriegsschiffe des christlichen Russland die Kleinstadt Ordu an der Schwarzmeerküste in Brand. Deren griechische, ebenfalls christliche Minderheit fürchtet die Rache ihrer muslimischen Nachbarn und versucht panisch, an Bord der russischen Kriegsschiffe zu gelangen. Zu den glücklich Geretteten zählt die 15-jährige Alexandra. Doch ihre Heimat sieht sie niemals wieder. In den Jahren nach dem Krieg werden aus dem Gebiet der heutigen Türkei etwa 1,2 Millionen Griechen zwangsausgesiedelt – das Ende einer mehr als 2500-jährigen Kulturgeschichte. 100 Jahre später reist Alexandras Enkel Mirko Heinemann auf den Spuren seiner Familie und der letzten Griechen durch den Norden der Türkei. Er erzählt, wie die christlichen Minderheiten in den letzten Jahren des Osmanischen Reichs drangsaliert, verfolgt und ermordet wurden und nach dem Ersten Weltkrieg den Interessen der Großmächte zum Opfer fielen. Eine hierzulande fast vergessene Geschichte, die bis heute das Verhältnis zwischen der Türkei und Europa prägt.

Online-Bestellung: https://www.christoph-links-verlag.de/index.cfm?view=3&titel_nr=9033

Melanie Altanian (Hg.): Der Genozid an den ArmenierInnen: Beiträge zur wissenschaftlichen Aufarbeitung eines historischen Verbrechens gegen die Menschlichkeit.

Wiesbaden: Springer
VS, 2018. 187 S. ISBN: 978-3-658-20452-5; 39,99 EUR (e-book), 49,99 EUR
(Taschenbuchausgabe)

Inhaltsverzeichnis und Online-Bestellung: https://www.springer.com/us/book/9783658204525

Manoukian, Abel: Bearing Witness to Humanity: Switzerland’s Humanitarian Contribution during the Armenian Genocide in the Ottoman Empire 1894−1923; Commemorating the 100th Anniversary of the Genocide. Münster: Aschendorff Verlag GmbH & Co. KG 2018

ISBN: 978-3-402-13314-9; 606 S., 82 Abb. 36,00 €

Verlagsankündigung: This book seeks to pay tribute to the Swiss people’s unprecedented solidarity with the Armenians in their most trying times. After providing a comprehensive overview of Armenian history and the events leading to the massacres and genocide perpetrated against the Armenians, the author explains how it came to be that the Swiss people took a stand alongside their Armenian brothers and sisters in the Christian faith. The period under consideration ranges from the time of the first American Protestant missionaries in the orient to the assumption and continuation of their work by Swiss missionaries.

A stark contrast emerges between the merciless policy of annihilation implemented by the Ottoman Empire and the shining examples of selflessness provided by aid workers from Switzerland, who – as doctors, nurses and educators – gave the Armenian people formidable assistance in the most adverse of circumstances. Their efforts were supported by an unabating flow of monetary donations from many people in their home country, including those who were less wealthy. This surge in people’s willingness to help was made possible and sustained by a massive solidarity movement in Swiss society.

Two examples, among many, should be mentioned – Sister Beatrice Rohner (1876–1947), from Basel, who suffered a mental breakdown following all the horror she experienced as a teacher and director of an orphanage, and Jakob Künzler (1871–1949), from Walzenhausen, a cabinet-maker by profession, who – driven by profound faith – worked tirelessly, first as a medical orderly, then subsequently as an ingenious general practitioner and highly inventive organiser, from 1899-1922 in Turkey and thereafter in Lebanon. Having been acquainted with Künzler, while Swiss vice-consul in Jaffa, Carl Lutz found him to be a great inspiration for his own heroic efforts saving Jews in Budapest in 1944.

The Author of this book endows his Swiss ‘witnesses for humanity’ with a lively voice, without any loss of scholarliness, as is demonstrated by copious footnotes and references. His extremely wide-ranging research integrates previously unseen material from Swiss archives for the first time and forms the basis of this comprehensive work, which constitutes a significant enrichment of the subject.

Onlinebestellung: http://www.beck-shop.de/manoukian-bearing-witness-to-humanity/productview.aspx?product=24488519

Hadjian, Avedis: Secret Nation: The Hidden Armenians of Turkey. London: I.B. Tauris, 2018.

ISBN 178831199X, 9781788311991, 624 S.

Verlagsankündigung: It has long been assumed that no Armenian presence remained in eastern Turkey after the 1915 massacres. As a result of what has come to be called the Armenian Genocide, those who survived in Anatolia were assimilated as Muslims, with most losing all traces of their Christian identity. In fact, some did survive and together with their children managed during the last century to conceal their origins. Many of these survivors were orphans, adopted by Turks, only discovering their ‚true‘ identity late into their adult lives. Outwardly, they are Turks or Kurds and while some are practising Muslims, others continue to uphold Christian and Armenian traditions behind closed doors. In recent years, a growing number of ’secret Armenians‘ have begun to emerge from the shadows. Spurred by the bold voices of journalists like Hrant Dink, the Armenian newspaper editor murdered in Istanbul in 2007, the pull towards freedom of speech and soul-searching are taking hold across the region. Avedis Hadjian has travelled to the towns and villages once densely populated by Armenians, recording stories of survival and discovery from those who remain in a region that is deemed unsafe for the people who once lived there. This book takes the reader to the heart of these hidden communities for the first time, unearthing their unique heritage and identity. Revealing the lives of a people that have been trapped in a history of denial for more than a century, Secret Nation is essential reading for anyone with an interest in the aftermath of the Armenian Genocide in the very places where the events occurred.

Online-Bestellung: https://www.ibtauris.com/books/humanities/history/regional/…/…armenians of turkey

Asderis, Michael: Das Tor zur Glückseligkeit: Migration, Heimat, Vertreibung – die Geschichte einer Istanbuler Familie; erzählerisches Sachbuch.

Berlin: Binooki, 2018. 347 S.; zahlr. Abb.
ISBN: 978-3-943562-620
28 EUR

Verlagsankündigung:

Das „Tor zur Glückseligkeit“ ist ein alter Name für die Stadt Istanbul. Generationen von Menschen haben dort als Einwanderer ihr Glück gesucht, als es noch Konstantinopel genannt wurde. Michael Asderis berichtet von einer Zeit, die fast vergessen scheint: eine Zeit, in der in Istanbul multiethnisches und –religiöses Zusammenleben an der Tagesordnung war, davon wie es war, als im Osmanischen Reich dieses Zusammenleben immer wieder erschüttert wurde, von den Wellen der politischen Willkür, bis zu den politischen Veränderungen, die viele zwangen, Istanbul und die Türkei zu verlassen.

Der Autor beschreibt in diesem Debüt die Geschichte seiner Familie über vier Generationen, von 1848 bis 1964 in Istanbul und stellvertretend die fast vergessene Geschichte der christlichen Minderheiten in der Türkei. Mündliche Überlieferungen, seine eigenen Erlebnisse, historische Quellen und Augenzeugenberichte ergeben zusammen eine spannende und anschauliche Schilderung der Geschichte dieser Familie, die exemplarisch für die Geschichte heutiger Zwangsmigrationen stehen kann.

Über den Autor:

Michael Asderis wurde 1950 in Istanbul geboren und verbrachte dort seine Kindheit. Die Familie des Vaters war griechisch, die der Mutter italienisch-armenisch.

1964 musste der Autor mit seinen Eltern die Türkei aufgrund einer politisch motivierten Ausweisung verlasse und lebte von da an in Deutschland. Das Tor zur Glückseligkeit ist sein Debüt als Autor.

Online-Bestellung: https://www.binooki.com/shop/das-tor-zur-glueckseligkeit/

Winfried K. Dallmann: Tränen am Ararat.

Norderstedt: Books on Demand, 2018. 216 Seiten, 4 Karten in Farbe.
ISBN: 978-3-746-09879-1

Verlagsankündigung: Der Berg Ararat, der Massis der Armenier, steht wie ein Pfeiler zwischen West- und Ostarmenien, der verlorenen und der wiedergewonnenen Heimat. Er ist das Sinnbild für das Leiden eines Volkes, das durch zahllose Jahrhunderte hinweg keine Ruhe gefunden hat. Im Sommer 1976, als abenteuersuchender Zwanzigjähriger, reiste der Verfasser durch die östliche Türkei, um nach den Spuren des Völkermordes zu suchen und sich ein Bild von der Situation der wenigen Übriggebliebenen zu machen. Die Geschehnisse lagen damals schon etwa sechs Jahrzehnte zurück. Inzwischen sind weitere vierzig Jahre vergangen. Deutschland hat 2016 endlich jenen Völkermord offiziell als solchen anerkannt, während die Türkei ihn weiterhin verleugnet. Mehrfach hat es seitdem politische Turbulenzen in der Türkei gegeben. Das Thema der Minderheiten im Lande gewinnt jedes Mal an Aktualität, auch gegenwärtig. Sollte man nicht versuchen, aus der Vergangenheit für die Zukunft zu lernen? Dieses Buch ist eine Momentaufnahme aus der jüngeren Geschichte, in der Form eines Reisetagebuchs mit dokumentierten Rückblicken in die Zeit des Völkermordes und mit einer Bilanz der damaligen Zustände. Ein aktualisierendes Vorwort und spätere Anmerkungen stellen den Bezug zur Gegenwart her.

Online-Bestellung: https://buch-findr.de/buecher/traenen-am-ararat/

Hayruni, Aschot: Armenien in der deutschen Außenpolitik im Jahr 1918. Jerewan:

Staatsuniversität Jerewan, 2017. 164 S., UDC 94 (479.28)
ISBN 978-5- 8084-2207- 0.

Die Monographie untersucht die Situation des einstigen Russisch- bzw. Ost-Armenien im Kontext der deutsch-osmanischen Beziehungen während des letzten Weltkriegsjahres 1918. Dabei liegt ein besonderer Schwerpunkt auf der deutschen Haltung gegenüber der Bedrohung der ostarmenischen Bevölkerung im Zuge der osmanischen Invasion in den Südkaukasus. Zahlreiche wichtige, zum Teil neue Primär- und Sekundärquellen liegen der Untersuchung zugrunde.

Online-Bestellung: http://publishing.ysu.am/en/1497596466

Lisec, Eckhard: Der Völkermord an den Armeniern im 1. Weltkrieg – Deutsche Offiziere beteiligt?

Miles-Verlag, 2017, 228 S.
ISBN-13: 9783945861547; ISBN-10: 3945861543
19,90 EUR

Verlagsankündigung:

Im vorliegenden Buch untersucht Lisec als pensionierter Offizier das Verhalten bzw. die Beteiligung deutscher Offiziere im Rahmen des Völkermords an den Armeniern im 1. Weltkrieg und geht dabei auch auf Ereignisse vor und nach diesem Krieg ein. Im Kern geht es dem Autor um Grenzen des soldatischen Gehorsams, einerseits gegenüber dem eigenen Dienstherrn, andererseits gegenüber Vorgesetzten beim Dienste in einer fremden Armee oder einer Koalitionsarmee mit überwiegend osmanisch-deutschen Anteilen. Es stellte sich damit das Problem Diener zweier Herren zu sein. Während noch zur Zeit von Moltke 1839 seine Berichte über Grausamkeiten und Teilnahme in einem Bürgerkrieg im Osmanischen Reich in der deutschen Bevölkerung keine Reaktionen hervorriefen, änderte sich dies vor und nach der Jahrhundertwende bei Ausschreitungen unter dem Sultan Abdülhamid II bzw. nachfolgend unter den Jungtürken gegenüber der eigenen Bevölkerung, speziell den Armeniern. Seitdem wurde die Weltöffentlichkeit zunehmend sensibilisiert, wie das heutige Beispiel Syrien zeigt. Lisec hat, bei leider lückenhafter Dokumentenlage, langjährige Recherchen in vier Sprachen getätigt. Gegenüber den spärlichen bisherigen Veröffentlichungen zu dem eingegrenzten Thema hat Lisec den betrachteten Personenkreis soweit möglich erweitert, einige Irrtümer richtig gestellt, die militärische Spitzengliederung in Istanbul ergänzt und die damit verbundenen Kompetenzen der Befehlsgebung erläutert. Das Verhalten jedes Offiziers ist gesondert zu betrachten, daher verzichtet Lisec auf eine zusammenfassende Bewertung, die Licht und Schatten beinhalten würde. Er überlässt diese dem Leser.

Aus einer Sammelrezension von Martin Kröger (FAZ, 15.08.2017):

„Die Erforschung des deutsch-türkischen Militärkomplexes vor und im Ersten Weltkrieg wird seit jeher stark dadurch behindert, dass einerseits die deutschen Akten im Potsdamer Heeresarchiv 1945 verbrannten, andererseits die meisten deutschen Forscher türkische Archive – von Zugangsbeschränkungen einmal abgesehen – schon wegen mangelnder Sprachkenntnis meiden dürften. Die Historiker nutzen deshalb vor allem die zahlreichen Ego-Dokumente der beteiligten Offiziere und Sekundärüberlieferungen. Lisec macht das nicht anders; er sammelt alles, was es in der breiten Literatur und den bekannten Editionen zu den einzelnen Offizieren gibt. Dabei vermeidet er jede beurteilende Analyse, die er seinen Lesern überlassen will. Sein Buch ist trotzdem eine verdienstvolle Basis für künftige Arbeiten.“

Online-Bestellung: https://www.buecher.de/shop/fachbuecher/der-voelkermord-an-den-armeniern-im-1-weltkrieg-deutsche-offiziere-beteiligt/lisec-eckhard/products_products/detail/prod_id/47999709/#reviews

Kunter, Katharina; Mendel, Meron; Fassing, Oliver (Hg.): 100 Jahre Leugnung: Der Völkermord an den ArmenierInnen; Beiträge zu einer multiperspektivischen Erinnerungskultur in Deutschland.

Aschendorff, 2017. Abb., 182 S.
ISBN 978-3-402-13188-6
14,80 €

Verlagsinformation:

Die öffentliche Diskussion in Deutschland zum 100. Gedenkjahr an den Völkermord an den ArmenierInnen 1915 war geprägt von der Debatte, wie man den Massenmord an den ArmenierInnen benennen soll, und welche historische Verantwortung dabei Deutschland zukommt.

Doch was bedeutet es, wenn man das Sprechen über diesen Völkermord immer erst legitimieren muss? Welche Spuren hinterlässt die Nicht-Anerkennung oder gar die Leugnung des armenischen Völkermordes in den Geschichten und in den Identitäten der Nachkommen? Wie lässt sich in der deutschen Migrationsgesellschaft eine multiperspektivische Erinnerungskultur etablieren, die unterschiedliche Erfahrungen und politische Ausgangssituationen aufgreift und sich gleichzeitig der historischen Verantwortung und der Würde des Menschen verpflichtet weiß?

Diesen Fragen geht die vorliegende Veröffentlichung anhand unterschiedlicher ExpertInnenbeiträge nach. Da die AutorInnen vielfältige und verschiedenartige Bezüge zum Ereignis und seiner Geschichte haben, bietet dieser Sammelband einen neuen, wichtigen Impuls für eine offene und multiperspektivische Debatte um den Völkermord an den ArmenierInnen.

Inhalt: Katharina Kunter, Meron Mendel, Oliver Fassung: Zur Einführung, S. 7 / I. Historische Grundlagen: Tessa Hofmann: Meds Jerern – der Große Frevel: Der Völkermord an den ArmenierInnen im Überblick, S. 11/ Stefan Ihrig: Deutschland und der Genozid an den Armeniern: Verknüpfte Geschichten, Fragen der Schuld und Aufarbeitung. S. 37 / II. Erinnerungsdiskurse und zivilgesellschaftliches Anerkennungsengagement: Yvonne Robel: Schieflagen öffentlicher Aufmerksamkeit an den ArmenierInnen im deutschen Erinnerungsdiskurs. S. 55 / Talin Suciyan: Anerkennung, aber wie? Schlaglichter auf problematische Aspekte der Anerkennungsdebatte in Deutschland, S. 77 / Ohanes Altunkaya: Armenisches zivilgesellschaftliches Engagement in Deutschland für die Anerkennung des Völkermords. S. 91 / Oliver Fassung, Deborah Krieg: „100 Jahre Leugnung“: eine multiperspektivische Ausstellung als Beitrag zur historisch-politischen Bildung über den Völkermord an den Armenier*innen, S. 111 / Armenisch sein im heutigen Deutschland: Fünf Fragen an Jeanette Ehrmann, Georgi Ambarzumjan und Sushan Tumanyan. S. 129 / III. Außerarmenische Perspektiven: Doğan Akhanlı: Die Hrant-Dink-Straße in Istanbul: Zivilgesellschaftliche türkische Initiativen zur Anerkennung des armenischen Völkermordes. S. 147 / Katharina Kunter: Komplizierte Verstrickungen: Der deutsche Protestantismus und die Erinnerung an den armenischen Völkermord. S. 163 / AutorInnenhinweise. S. 181

Online-Bestellung: https://www.aschendorff-buchverlag.de/shop/vam/apply/viewdetail/id/6125/

Jacob, David: Minderheitenrecht in der Türkei: Recht auf eigene Existenz, Religion und Sprache nichtnationaler Gemeinschaften in der türkischen Verfassung und im Lausanner Vertrag.

Tübingen: Mohr Siebeck GmbH, 2017. XXVII, 309 S. ISBN 978-3-16-154132-2; 69 EUR

Verlagsankündigung:

Der Lausanner Vertrag aus dem Jahr 1923 enthält einen Katalog an Minderheitenrechten, zu denen sich die Türkei verpflichtet hat. Der Katalog kann sich mit den heutigen Standards für Minderheitenrechte messen lassen. Er enthält Rechte auf eigene Existenz, Religion und Sprache. Durch die Ratifizierung des Lausanner Vertrages seitens der Türkei sind die dort enthaltenen Rechte für nichtnationale Gemeinschaften nationales Recht und haben mindestens den Rang von Gesetzen. David Jacob stellt jedoch fest, dass die beiden verfassungsgemäßen Grundsätze der Republik, der Nationalismus und der Laizismus, im Spannungsverhältnis zu den Minderheitenrechten des Lausanner Vertrages stehen. Das Nationalismusprinzip definiert die türkische Nation ethnisch als sunnitische und türkischsprachige Gemeinschaft, das Laizismusprinzip verfolgt das Ziel, den sunnitischen Islam zu kontrollieren und zu fördern. Mit diesen verfassungsmäßigen Merkmalen der Republik sind die verbrieften Rechte des Lausanner Vertrages nicht vereinbar.

Online-Bestellung: https://www.mohr.de/buch/minderheitenrecht-in-der-tuerkei-9783161541322

Hosfeld, Rolf; Pschichholz, Christin (Hg.): Das Deutsche Reich und der Völkermord an den Armeniern.

Göttingen: Wallstein Verlag GmbH, 2017. 318 S., 10 Abb., brosch., ISBN: 978-3-8353-1897-7; € 29,90 (D) | € 30,80 (A)

Verlagsankündigung:

Ein komplexes, ambivalentes und widersprüchliches Bild einer Zeit des Übergangs.

Während des Ersten Weltkriegs waren das Osmanische und das Deutsche Reich Kriegsverbündete. Mit dem Beginn der Armenierverfolgungen, die seit dem Frühjahr 1915, eingeleitet durch flächendeckende Deportationen und Massaker, in einen Völkermord mündeten, wurde das Deutsche Reich zwangsläufig in die Ereignisse involviert. Das betraf sowohl Militärs, die Botschaft, konsularisches Personal und andere Deutsche vor Ort als auch die nationalen politischen und militärischen Machtzentren im Deutschen Reich. Wie weit ging die Verstrickung? Gab es eine deutsche Mitverantwortung an diesem Völkermord? Gab es nennenswerten Widerspruch?

Die Autorinnen und Autoren stellen dar, wie Zivilbevölkerungen zunehmend zum Ziel militärischer und radikaler bevölkerungspolitischer Maßnahmen wurden. Es gab Befürworter und Gegner. Zusammengefasst lässt sich eine moralfreie Verpflichtung durch eine kriegsbedingte »Realpolitik« diagnostizieren, die nicht ohne Konsequenzen für die deutsche Nachkriegsmentalität blieb.

Mit Beiträgen u. a. von Aschot Hayruni, Rolf Hosfeld, Isabell V. Hull, Stefan Ihrig, Hilmar Kaiser, Hans-Lukas Kieser, Carl Alexander Krethlow, Mark Levene, Christin Pschichholz, Thomas Schmutz und Ronald Gregor Suny.

Online-Bestellung: http://www.wallstein-verlag.de/9783835318977-das-deutsche-reich-und-der-voelkermord-an-den-armeniern.html

Stangeland, Sigurd Sverre: Die Rolle Deutschlands im Völkermord an den Armeniern 1915-1916

(Dissertation). Trondheim: Norwegens Technisch-Naturwissenschaftliche Universität, Mai 2013. 386 S. ISBN 978-82-471-4427-5; 34 € (Bibliotheken und andere Institutionen), 23 € (Privatpersonen).

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Dr. Sigurd Sverre Stangeland
Hans Bogbinders Allé 2
DK – 2300 København S
DÄNEMARK

Hofmann, Tessa; Koutcharian, Gerayer (Hrsg.): Vertreibung, Verfolgung, Vernichtung: Bilder und Texte zum Genozid an den Armeniern 1915/16

unter Mitwirkung von Helmut Donat und mit einem Beitrag von Wolfgang Schlott. Bremen: Donat-Verlag, 2017. 72 S., 63 Abb. ISBN 978-3-943426-67-1; 14,80 EUR (davon ein EUR pro verkauftem Exemplar als Spende für die Ökumenische Genozidgedenkstätte in Berlin)

Verlagsflyer: Faltblatt – Flyer

Bestellung: Donat-Verlag, Borgfelder Heerstr. 29, D-28157 Bremen; Email: info@donat-verlag.de, http://www.donat-verlag.de

Dora Sakayan: «Man treibt sie in die Wüste»; Clara und Fritz Sigrist-Hilty als Augenzeugen des Völkermordes an den Armeniern 1915–1918.

Zürich: Limmat-Verlag, 2016; 240 S., gebunden, ca. 30 Fotos und Abb.; ISBN 978-3-85791-815-5, Ca. SFr. 34,00; 29.50 €

Verlagstext: April 1915. Am Tage nach ihrer Trauung reisen der Bauingenieur Fritz Sigrist und die Krankenschwester Clara Hilty aus Werdenberg durch das Kriegsgebiet in die südöstliche Türkei, wo Fritz seit 1910 beim Bau der Bagdadbahn arbeitet. Sie lassen sich in Keller (heute Fevzipaşa) am Hang des Amanus-Gebirges nieder. Kurz nach ihrer Ankunft beginnen die armenischen Deportationen, Tausende und Abertausende von Armeniern ziehen unter ihrem Fenster vorbei. Drei Jahre lang müssen sie zusehen, «wie so manche Lichtlein unten in felsig steiler Schlucht erloschen», während sie oben in ihrem abgelegenen Häuschen ihren Alltag lebten. Bei einem Besuch in Aleppo ist ihnen klar geworden, dass es sich um gezielte Todesmärsche handelt. Und bald müssen sich auch die armenischen Facharbeiter an der Bagdadbahn den Todesmärschen anschließen.

Clara fühlt sich immer mehr verpflichtet, in ihrem Tagebuch und anschließend in einem Augenzeugenbericht die Gräuel festzuhalten, und auch Fritz Sigrist verfasst Schriften dazu.

Dora Sakayan hat die kurrentschriftlichen Dokumente transkribiert, akribisch aufgearbeitet und ins historische Geschehen der Zeit eingebettet. Mit Hilfe eines Buches von Haig Aramian erzählt sie zudem, wie das Ehepaar Sigrist-Hilty im Jahr 1916 ihrem armenischen Magaziner Aramian zu einer abenteuerlichen Flucht verhelfen.

Online-Bestellung: http://www.limmatverlag.ch/programm/titel/791-man-treibt-sie-in-die-wueste.html

Staudt, Kirsten: Strategien des Gehörtwerdens: Der Völkermord an den Armeniern als Politikum; ein deutsch-französischer Vergleich.

Bielefeld: Transcript Verlag, 2015. 362 S. · ISBN-10: 3837630757 · ISBN-13: 978-3837630756

Online-Stellung: http://www.transcript-verlag.de/978-3-8376-3075-6/strategien-des-gehoertwerdens

Knocke, Roy; Treß, Werner (Hg.): Franz Werfel und der Genozid an den Armeniern.

München: Walter De Gruyter Oldenbourg, 20015. ISBN-10: 110339048; ISBN-13: 978-3110339048 (Europäisch-jüdische Studien – Beiträge, Band 22) Gebundene Ausgabe; 79,95 €

Online-Bestellung: https://www.degruyter.com/viewbooktoc/product/212713?rskey=L3YNkT

Martin Tamcke (Hg.): „Das ist mehr als ein Beitrag zur Völkerverständigung“: Zur Geschichte und Rezeption des Völkermordes an den Armeniern.

Harrassowitz, 2016, ISBN 978-3-447-10678-8; 256 Seiten, 7 Abb.; 56 EUR. (Göttinger Orientforschungen, 1. Reihe, Syriaca: Bd. 52)

Inhaltsverzeichnis: http://www.harrassowitz-verlag.de/dzo/artikel/201/508_201.pdf?t=1475586210

Online-Bestellung: http://www.harrassowitz-verlag.de/title_508.ahtml?NKLN=86_B

Kostas Faltaits: The Genocide of the Greeks in Turkey: Survivor Testimonies From The Nicomedia (Izmit) Massacres of 1920-1921; translated and edited by Ellene S. Phufas-Jousma and Aris Tsilfidis; with a prologue by Tessa Hofmann.

Riverdale, NJ: Cosmos Publishing, 2016, 156 S., Abb.; ISBN 9781932455281

Description: In March of 1921, journalist Kostas Faltaits arrived in Asia Minor (today’s Turkey) sent by newspaper Embros to cover Greece’s movements in the Greco-Turkish War. By the time he arrived in the region of Nicomedia (today’s Izmit) – a region inhabited by a large number of Greek, Armenian and Circassian communities – Kemalist forces had set fire to many of the villages, leaving behind a trail of death and destruction. Faltaits came face to face with the fleeing survivors of these massacres, and was able to collect these valuable and graphic eye-witness testimonies which were published in both Greek and French at the time.

Translated for the very first time in English and with a prologue by Tessa Hofmann, this edition will shed some light into just one of the many chapters of the Greek Genocide, a genocide which claimed the life of approximately one million Greeks living in the former Ottoman Empire.

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Stürmer, Harry: Zwei Kriegsjahre in der Türkei 1915-1916: Skizzen zur deutsch-jungtürkischen Moral und Politik; mit Beiträgen von Hilmar Kaiser und Helmut Donat.

Neuausgabe der Erstausgabe von 1917. Bremen: Donat Verlag, 2015, 208 S., Hardcover, ISBN 978-3-943425-54-3 (Schriftenreihe Geschichte & Frieden, Bd. 35), 14,80 EUR

Harry Stürmer ging als turkophiler Berichterstatter und Korrespondent der „Kölnischen Zeitung“ im Frühjahr 1915 nach Konstantinopel. Aufgrund seiner Erlebnisse brach er mit der Türkei und dem kaiserlichen Deutschland. Als 1917 sein Buch „Zwei Kriegsjahre in Konstantinopel“ in Lausanne erschien, wurde es in Deutschland sofort verboten. Die „Neue Zürcher Zeitung“ urteilte: „Man spürt dem Verfasser an, dass er eigentlich mit Widerwillen schreibt, was er schreiben muss. Man glaubt ihm, dass er unter einem Gewissenszwang handelt. Sein Buch ist niederschmetternd.“ Es stellt die klarste und fundierteste Anklageschrift der deutschen Mitverantwortung an dem Völkermord an den Armeniern dar. Selbst das deutsche Auswärtige Amt betrachtete das Buch als nicht widerlegbar, empfahl, es totzuschweigen, und bezichtigte Stürmer, ein „Renegat“ zu sein. Zugleich suchte es die Übersetzungsrechte zu erwerben, um eine weite Verbreitung zu verhindern. In der Einleitung würdigt Hilmar Kaiser das Aufsehen erregende Buch als bedeutendes zeithistorisches Dokument, im Nachwort ist ausgeführt, wie diffamierend sowohl das Kaiserreich als auch die frühe Weimarer Republik mit einem Kritiker des imperialistischen Deutschland umgegangen sind.

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Fotiu, Foti Jean-Pierre: Constantinople: The Beautiful City and the Destruction of its Greek, Armenian, and Jewish Ethnic Communities.

Monograph Publisher, 2011; ISBN-10: 0977802442
ISBN-13: 978-0977802449; 232 S.; 34,95 USD

Verlagstext: Constantinople was the great center of learning, culture, and religion – capital of the Byzantine Empire and the seat of the Ecumenical Patriarchate of Eastern Orthodox Christianity. It remained an important cosmopolitan metropolis, even after its conquest by the Ottomans, and its inclusion into the present Turkish state. The author was born in Constantinople, renamed Istanbul, and in this book he wove together the city’s wider historical and political background, and his own experiences, leading up to the Turkish pogrom of September 5-6, 1955. He analyzed and linked the complexities on the regional and international scale, that initiated the destruction of the Greek, Armenian, and Jewish ethnic communities in the great city. He then examined the varied and conflicting responses and reactions to the pogrom, which affected and influenced the local and international sphere even unto the present day. The final chapters of the book deal with both his own outlook and the global state of affairs prevailing when the author re-visits the land of his birth and updates the city’s and the region’s chronicles to the present.

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Eckart, Bruno: Meine Erlebnisse in Urfa;

Reprint und Transkript der Erstausgabe (Potsdam: Tempel-Verlag,1922); hrsg. Von Erdal Şahin, mit einer Einleitung und einem Glossar von Tessa Hofmann. Borsdorf: Winterwork, 2016. 188 S., zahlr. Abb. ISBN: 978-3-96014-121-1, 15 EUR

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Elke Hartmann: Die Reichweite des Staates: Wehrpflicht und moderne Staatlichkeit im Osmanischen Reich 1869-1910.

Ferdinand Schöningh, 2016, 470 Seiten, 35 s/w Grafiken, 9 s/w Tab., Festeinband; ISBN: 978-3-506-78373-8; EUR 58.00 / CHF 70.80

Informationen zum Buch

Das Buch befasst sich am Fallbeispiel der schrittweisen Durchsetzung und Ausweitung der Wehrpflicht im Osmanischen Reich mit den Funktionsweisen des modernen Staates. Dabei untersucht die Studie die Bedingungen und Schwierigkeiten seiner Errichtung und Stabilisierung, wie sie uns in der gesamten Region des Mittleren Ostens bis heute beschäftigen.

Die detaillierte Analyse der gesetzlichen Regelungen zum Rekrutierungsverfahren sowie der daran beteiligten Verwaltungsorgane beschreibt die modernisierende Reform als fortschreitende Professionalisierung, Effektivierung und Ausdifferenzierung von Recht,  Bürokratie und Fachsprache. Gezeigt wird auch, mit welchen Mitteln ein ursprünglich schwacher Zentralstaat die Neuerungen gegen Widerstände durchsetzen konnte. Wichtige politische Gestaltungsmittel waren dabei die Fülle von Ausnahmeregelungen, die die sozialen Gegebenheiten und regionalen Besonderheiten widerspiegeln, sowie der Umgang mit Verweigerern und Deserteuren, aus welchem indirekt die harten Bedingungen des Militärdienstes und die oft unzureichende Versorgung der Soldaten aufscheinen.

Inhaltsverzeichnis:https://www.schoeningh.de/uploads/tx_mbooks/9783506783738_iv.pdf

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Rebecca Jinks: Representing Genocide: The Holocaust as Paradigm?

London, Oxford: Bloomsbury Academic, 2016. 280 S., Abb. ISBN 9781474256940.

Verlagsankündigung:

This book explores the diverse ways in which Holocaust representations have influenced and structured how other genocides are understood and represented in the West. Rebecca Jinks focuses in particular on the canonical 20th century cases of genocide: Armenia, Cambodia, Bosnia, and Rwanda. Using literature, film, photography, and memorialisation, she demonstrates that we can only understand the Holocaust’s status as a ‚benchmark‘ for other genocides if we look at the deeper, structural resonances which subtly shape many representations of genocide.

Representing Genocide pursues five thematic areas in turn: how genocides are recognized as such by western publics; the representation of the origins and perpetrators of genocide; how western witnesses represent genocide; representations of the aftermath of genocide; and western responses to genocide. Throughout, the book distinguishes between ‚mainstream‘ and other, more nuanced and engaged, representations of genocide. It shows how these mainstream representations – the majority – largely replicate the representational framework of the Holocaust, including the way in which mainstream Holocaust representations resist recognizing the rationality, instrumentality and normality of genocide, preferring instead to present it as an aberrant, exceptional event in human society. By contrast, the more engaged representations – often, but not always, originating from those who experienced genocide – tend to revolve around precisely genocide’s ordinariness, and the structures and situations common to human society which contribute to and become involved in the violence.

Table Of Contents

1. Introduction
2. Recognizing Genocide: The ‚Genocidal Imaginary‘
3. Explaining Genocide: Representations of the Origins and Perpetrators of Genocide
4. Witnessing Genocide: Western Protagonists in the Theatre of Genocide
5. Resolving Genocide: Representations of the Aftermath
6. Responding to Genocide: Attitudes and Platitudes
7. Conclusion
Bibliography
Index

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Tuba Çandar: Hrant Dink: An Armenian Voice of the Voiceless in Turkey

with an introduction by Gerard Libaridian; Translated by Maureen Freely. Transaction Publishers, 2016. ISBN: 978-1-4128-6268-4 (paperback), 403 S.; ISBN: 978-1-4128-6255-4 (hardcover); ISBN: 978-1-4128-6209-7 (eBook)* 

Verlagsankündigung:

This is the biography of Hrant Dink, a Turkish-Armenian journalist and political activist. He worked for the democratic rights of all Turkish citizens, including the right to speak freely about the genocide of Anatolia’s Armenians in 1915. As a result of his activism, Dink was assassinated by Turkish nationalists in 2007.

As founder and editor-in-chief of the bilingual Turkish-Armenian newspaper, Agos, Dink was the first secular voice of Turkey’s silenced Christian-Armenian minority. He fought for the democratization of the Turkish political system. The biography is written as an oral history and assembles a mosaic of memories as told by Dink’s family, friends, and comrades. It also incorporates some of his more autobiographical writing from Agos. Hrant Dink is a powerful and unique portrait of a brave and outspoken proponent of social justice. 

Online-Bestellung: http://www.transactionpub.com/title/Hrant-Dink-978-1-4128-6268-4.html?srchprod=1&utm_source=Hrant+Dink&utm_campaign=Hrant+Dink&utm_medium=email

Ellen Sarkisian Chesnut: Deli Sarkis: The Scars He Carried: A Daughter Confronts the Armenian Genocide and Tells Her Father’s Story.

Two Harbors Presse, 2014. 186 S.; ISBN-10: 1626529167; ISBN-13: 978-1626529168

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Karnig Panian: Goodbye, Antoura: A Memoir of the Armenian Genocide.

Stanford University Press, 2015. 216 S. ISBN-10: 0804795436, ISBN-13: 978-804795432

Verlagstext:

When World War I began, Karnig Panian was only five years old, living among his fellow Armenians in the Anatolian village of Gurin. Four years later, American aid workers found him at an orphanage in Antoura, Lebanon. He was among nearly 1,000 Armenian and 400 Kurdish children who had been abandoned by the Turkish administrators, left to survive at the orphanage without adult care. This memoir offers the extraordinary story of what he endured in those years-as his people were deported from their Armenian community, as his family died in a refugee camp in the deserts of Syria, as he survived hunger and mistreatment in the orphanage. The Antoura orphanage was another project of the Armenian genocide: its administrators, some benign and some cruel, sought to transform the children into Turks by changing their Armenian names, forcing them to speak Turkish, and erasing their history. Panian’s memoir is a full-throated story of loss, resistance, and survival, but told without bitterness or sentimentality. His story shows us how even young children recognize injustice and can organize against it, how they can form a sense of identity that they will fight to maintain. He paints a painfully rich and detailed picture of the lives and agency of Armenian orphans during the darkest days of World War I. Ultimately, Karnig Panian survived the Armenian genocide and the deprivations that followed. Goodbye, Antoura assures us of how humanity, once denied, can be again reclaimed.

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Geoffrey Robertson: An Inconvenient Genocide: Who Now Remembers the Armenians?

Ronald Grigor Suny: „They Can Live in the Desert but Nowhere Else“: A History of the Armenian Genocide.

Princeton University Press, 2015. 490 S. ISBN-10: 0691147302, ISBN-13: 978-0691147307

Verlagstext: Starting in early 1915, the Ottoman Turks began deporting and killing hundreds of thousands of Armenians in the first major genocide of the twentieth century. By the end of the First World War, the number of Armenians in what would become Turkey had been reduced by ninety percent–more than a million people. A century later, the Armenian Genocide remains controversial but relatively unknown, overshadowed by later slaughters and the chasm separating Turkish and Armenian versions of events. In this definitive narrative history, Ronald Suny cuts through nationalist myths, propaganda, and denial to provide an unmatched account of when, how, and why the atrocities of 1915-16 were committed. As it lost territory during the war, the Ottoman Empire was becoming a more homogenous Turkic-Muslim state, but it still contained large non-Muslim communities, including the Christian Armenians. The Young Turk leaders of the empire believed that the Armenians were internal enemies secretly allied to Russia and plotting to win an independent state. Suny shows that the great majority of Armenians were in truth loyal subjects who wanted to remain in the empire. But the Young Turks, steeped in imperial anxiety and anti-Armenian bias, became convinced that the survival of the state depended on the elimination of the Armenians. Suny is the first to explore the psychological factors as well as the international and domestic events that helped lead to genocide. Drawing on archival documents and eyewitness accounts, this is an unforgettable chronicle of a cataclysm that set a tragic pattern for a century of genocide and crimes against humanity.

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Armen T. Marsoobian: Fragments of a Lost Homeland: Remembering Armenia

London, New York: I.B. Tauris & Co., 2015. 368 S. ISBN-10: 1784532118, ISBN-13: 978-1784532116

Verlagstext: The Armenian world was shattered by the 1915 genocide. Not only were thousands of lives lost but families were displaced and the narrative threads that connected them to their own past and homelands were forever severed. Many have been left with only fragments of their family histories: a story of survival passed on by a grandparent who made it through the cataclysm or, if lucky, an old photograph of a distant, silent, ancestor. By contrast the Dildilian family chose to speak. Two generations gave voice to their experience in lengthy written memoirs, in diaries and letters, and most unusually in photographs and drawings. Their descendant Armen T. Marsoobian uses all these resources to tell their story and, in doing so, brings to life the pivotal and often violent moments in Armenian and Ottoman history from the massacres of the late nineteenth century to the final expulsions in the 1920s during the Turkish War of Independence. Unlike most Armenians, the Dildilians were allowed to convert to Islam and stayed behind while their friends, colleagues and other family members perished in the death marches of 1915-1916.Their remarkable story is one of survival against the overwhelming odds and survival in the face of peril.

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Aurora Mardiganian: Ravished Armenia: The Story of Aurora Mardiganian, the Christian Girl, Who Survived the Great Massacres.

Indoeuropeanpublishing.Com. 174 S. ISBN-10: 1604447850, ISBN-13: 978-1604447859

Verlagstext (Wikipedia): Aurora (Arshaluys) Mardiganian (January 12, 1901 – February 6, 1994) was an Armenian American author, actress and a survivor of the Armenian Genocide. Aurora Mardiganian was the daughter of a prosperous Armenian family living in Chmshgatsak twenty miles north of Harput, Ottoman Turkey. Witnessing the deaths of her family members and being forced to march over 1,400 miles, during which she was kidnapped and sold into the slave markets of Anatolia, Mardiganian escaped to Tiflis (modern Tbilisi, Georgia), then to St. Petersburg, from where she traveled to Oslo and finally, with the help of Near East Relief, to New York. In New York, she was approached by Harvey Gates, a young screenwriter, who helped her write and publish a narrative that is often described as a memoir titled Ravished Armenia (full title Ravished Armenia; the Story of Aurora Mardiganian, the Christian Girl, Who Survived the Great Massacres (1918). The narrative Ravished Armenia was used for writing a film script that was produced in 1919, Mardiganian playing herself, and first screened in London as the Auction of Souls. The first New York performance of the silent film, entitled Ravished Armenia took place on February 16, 1919, in the ballroom of the Plaza Hotel, with society leaders, Mrs. Oliver Harriman and Mrs. George W. Vanderbilt, serving as co-hostesses on behalf of the American Committee for Armenian and Syrian Relief. Mardiganian was referred to in the press as the Joan of Arc of Armenia, describing her role as the spokesperson for the victims of the horrors that were then taking place in Turkey and the catalyst for the humanist movement in America. In the 1920s Mardiganian married and lived in Los Angeles until her death on February 6, 1994.

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Talin Suciyan: Armenians in Modern Turkey: State Policies, Society and Everyday Life. Library of Ottoman Studies.

London: I.B. Tauris, 2016. 320 S. ISBN-10: 1784531715, ISBN-13: 978-1784531713

Verlagstext: After the Armenian genocide of 1915, in which over a million Armenians died, thousands of Armenians lived and worked in the Turkish state alongside those who had persecuted their communities. Living in the context of pervasive denial, how did Armenians remaining in Turkey record their own history? Here, Talin Suciyan explores the life experienced by these Armenian communities as Turkey’s modernization project of the twentieth century gathered pace. Suciyan achieves this through analysis of remarkable new primary material: Turkish state archives, minutes of the Armenian National Assembly, a kaleidoscopic series of personal diaries, memoirs and oral histories, various Armenian periodicals such as newspapers, yearbooks and magazines, as well as statutes and laws which led to the continuing persecution of Armenians. The first history of its kind, The Armenians in Modern Turkey is a fresh contribution to the history of modern Turkey and the Armenian experience there.

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Stefan Ihrig: Justifying Genocide: Germany and the Armenians from Bismarck to Hitler.

Harvard University Press, 4 Jan 2016,  ISBN-10: 0674504798,  ISBN-13: 978-0674504790, 472 Seiten.

Online-Bestellung: http://www.amazon.de/Justifying-Genocide-Germany-Armenians-Bismarck/dp/0674504798/ref=sr_1_2?s=books-intl-de&ie=UTF8&qid=1445856799&sr=1-2&keywords=Stefan+Ihrig

Kirsten Prinz: Brüchiges Gedächtnis: Der Genozid an den Armeniern in Texten von Edgar Hilsenrath, Zafer Senocak und Esmahan Aykol.

Berlin: Verlag Christian Bachmann, 2015. (Studia Comparatistica Bd. 7), 214 S., IsBN 978-3-941030-62-6, 29,90 EUR

Dissertation zur vergleichenden literaturwissenschaftlichen Textanalyse

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Inhaltsverzeichnis: Inhaltverzeichnis.pdf

Akram Aylisli: Steinträume – ein Requiem; Roman.

Übersetzt aus dem Russischen: Annelore Nietschke. Mit einem Nachw. von Ernst von Waldenfels. Osburg GmbH; Murman Publishers, 2015. ISBN-10: 395510074X; ISBN-13: 978-3955100742. 238 S.

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http://www.amazon.de/Steintr%C3%A4ume-Akram-Aylisli/dp/395510074X

Zum Roman:

Der namhafte aserbaidschanische Schriftsteller Akram Aylisli (Ekrem Eylisli) widmete dieses Werk dem „Gedenken an meine Landsleute, die einen unbeweinten Schmerz hinterlassen haben“, also den 1988-1990 vertriebenen und vor Pogromen geflüchteten Armenier_innen. Für seinen mutigen Tabubruch geriet der Autor 2013 selbst zur Zielscheibe nationalistischer Angriffe. Vgl. http://www.aga-online.org/news/detail.php?locale=de&newsId=524. In seinem Familiennamen erinnert Aylisli an seinen Geburtsort Aylis (armenisch : Agulis, Argulik) in Nachitschewan.

Verlagsankündigung:

Der Roman, der heute auf der weltweiten Liste der `banned books´ geführt wird, erzählt davon, wie der aserbaidschanische Schauspieler Sadai Sadygly in Baku Zeuge einer Menschenjagd wird. Bei dem Versuch, einem Armenier zu helfen, der vom aufgebrachten Mob verfolgt und schließlich zu Tode getreten wird, erleidet er selbst schwere Verletzungen. Im Krankenhaus, zwischen Leben und Tod schwebend, erinnert er sich an seine Jugend in dem paradiesischen Dorf Aylis, in dem Armenier und Aserbaidschaner einst friedlich zusammenlebten. Im März 2013 berichtete `titel thesen temperamente´ über die dramatischen Umstände des Erscheinens der `Steinträume´, nunmehr liegt der Roman endlich in deutscher Übersetzung vor. Geschrieben in der Tradition klassischer russischer Erzählkunst.

Demirdjian, Alexis (Ed.): The Armenian Genocide Legacy.

Palgrave Macmillan, 2015; 400 S. ISBN 9781137561626. 99,60 EUR

Inhaltsverzeichnis:

Foreword; Dr. Ronald Suny Introduction; Alexis Demirdjian PART I: NOW AND THEN: HISTORICAL PERSPECTIVES ON THE ARMENIAN CATASTROPHE 1. The Armenian Genocide in the Context of Twentieth-Century Paramilitarism; Ugur Umit Ungor; 2. The Disputed Numbers: In Search of the Demographic Basis for Studies of Armenian Population Losses, 1915-1923; Jakub Bijak and Sarah Lubman 3. Orphans of the Armenian Genocide with Special Reference to the Georgetown Boys and Girls in Canada; Lorne Shirinian PART II: WHAT DOES LAW HAVE TO DO WITH IT: LEGAL REMEDIES AND JUDICIAL EXPLANATIONS; 4. Armenia and the G-word: The Law and the Politics; Geoffrey Robertson 5. The International Court of Justice and The Armenian Genocide; Susan L. Karamanian 6. Compensation for the Armenian Genocide: A Study of Recognition and Reparations; Nolwenn Guibert and Sun Kim 7. Legacy of Impunity: Sexual Violence Against Armenian Women and Girls during the Genocide; Najwa Nabti 8. The Failure of the Judicial System during Armed Conflicts; Alexis Demirdjian 9. Counterinsurgency as Genocidal Intent: From the Ottoman Christians to the Bosnian Muslims; Hannibal Travis PART III: A CENTURY OF DENIAL 10. ‚They Brought It on Themselves and It Never Happened‘: Denial to 1939; Levon Chorbajian 11. Towards 2015: Media in Turkey on Armenian Genocide; Esra Elmas 12. The Politics of Denial and Recognition – Turkey, Armenia and the EU; Seyhan Bayraktar. 13. Lost in Translation: The Monument’s Deconstruction; Ayda Erbal. PART IV: GOING BACK TO MY ROOTS: WHAT IS AN ARMENIAN TODAY? 14. The Musa Dagh History Hike: Truth-Telling, Dialogue and Thanatourism; Eugene Sensenig-Dabbous 15. Cultural Heritage and the Denial of Genocide Law; Nanor Kebranian 16. Memorization of the Armenian Genocide in Cultural Narratives; Anthonie Holslag. PART V: THE CATASTROPHE’S LEGACY 17. The Theme of Genocide in Armenian Literature; Barlow Der Mugrdechian 18. Hiding Horrors in Full View: Atom Egoyan’s Representations of the Armenian Genocide; Lisa Siraganian 19. Missing Images: Textures of Memory in Diaspora; Marie-Aude Baronian 20. Genocide Education: Promises and Potential; Joyce Sahyouni.

Mass Media and the Genocide of the Armenians; One Hundred Years of Uncertain Representation.

Joceline Chabot, Richard Godin, Stefanie Kappler, Sylvia Kasparian

Palgrave Macmillan, November 2015, 264 S. ISBN 9781137564016

Verlagsankündigung: “The role of the mass media in Genocide is multifaceted, with respect to the disclosure and flow of information. In fact, the mass media provides both explanations and interpretations of events to the public in potentially controversial ways. From this perspective, the Armenian Genocide, the first of its kind in the modern era, continues to raise many questions. What impact did the mass media have on related events as they occurred? Similarly, what direct and indirect impact did media coverage have on the international public space? What importance should be attributed to mass media iconography in the representation of mass violence? How was the media discourse expressed semantically? How does that lead to conflicts over the ways in which historical events are commemorated and remembered? On the eve of the commemoration of the centenary of the Armenian Genocide, Mass Media and the Genocide of the Armenians investigates questions of responsibility, denial, victimization and marginalization through an analysis of the media representations of the event in different national contexts.”

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World War I and the End of the Ottomans: From the Balkan Wars to the Armenian Genocide

Edited by: Kerem Öktem, Hans-Lukas Kieser, Maurus Reinkowski. London: I.B. Tauris, 2015. 320 S.; ISBN-10: 1784532460, ISBN-13: 978-1784532468; EUR 89,39

Verlagsankündigung:

With the end of the First World War, the centuries-old social fabric of the Ottoman world an entangled space of religious co-existence throughout the Balkans and the Middle East came to its definitive end. In this new study, Hans-Lukas Kieser argues that while the Ottoman Empire officially ended in 1922, when the Turkish nationalists in Ankara abolished the Sultanate, the essence of its imperial character was destroyed in 1915 when the Young Turk regime eradicated the Armenians from Asia Minor. This book analyses the dynamics and processes that led to genocide and left behind today s crisis-ridden post-Ottoman Middle East. Going beyond Istanbul, the book also studies three different but entangled late Ottoman areas: Palestine, the largely Kurdo-Armenian eastern provinces and the Aegean shores; all of which were confronted with new claims from national movements that questioned the Ottoman state. All would remain regions of conflict up to the present day. Using new primary material, World War I and the End of the Ottoman World brings together analysis of the key forces which undermined an empire, and marks an important new contribution to the study of the Ottoman world and the Middle East.

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http://www.ibtauris.com/Books/Humanities/History/Regional national history/European history/World War I and the End of the Ottoman Empire From the Balkan Wars to the Turkish Republic.aspx

Sofia Mutlu-Numansen; Ringo Ossewaarde: Heroines of gendercide: The religious sense-making of rape and abduction in Aramean, Assyrian and Chaldean migrant communities.

European Journal of Women’s Studies, November 2015 vol. 22 no. 4 428-442

Abstract: This study seeks to understand a diaspora community narrative of rape and abduction suffered during the genocidal massacre of 1915 in the Ottoman Empire and its aftermath. Based on interviews with 50 Aramean, Assyrian and Chaldean migrants in Sweden, Germany and the Netherlands, whose families are from the village of Bote, known as one of the ‘killing fields’ in southeast Turkey, the article explores the ways in which descendants remember the ‘forgotten genocide’ of Aramean, Assyrian and Chaldean communities in 1915. The research reveals that the descendants of survivors make sense of the sexual violence experienced in Bote mainly through a religious narrative and that, for them, the genocide is, in spite of all the sufferings the males had to go through, a feminized event. In their gendercide narrative, the abducted and raped women are identified as the ‘heroines’ of the genocide.

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Matthias Bjørnlund: På Herrens Mark. Nødhjælp, mission og kvindekamp under det armenske folkedrab

[Auf dem Acker des Herrn: Nothilfe, Mission und Kampf um Frauenrechte während des armenischen Völkermords; Dänisch] Kristeligt Dagblads Forlag 2015. 266 pp.

Verlagsbeschreibung: An approximate English translation of the title of the book would look something like this: In God’s Field. Relief work, mission, and suffragettes during the Armenian genocide. That, however, does not capture the ambiguity of the Danish phrase “på herrens mark,” which has a literal meaning, i.e., to be in God’s field/in the field of our Lord. Figuratively speaking it means being in deep trouble or being lost.

For most of the considerable number of Danish relief workers and missionaries working among the Ottoman Armenians from around 1900 and well into the 1930s, both meanings of the phrase would seem apt: They believed they were doing God’s work in the field, and they were at times in mortal danger doing that work. That was especially the case during the Armenian genocide from 1915, when those of the Danes left in the Ottoman Empire not only witnessed the destruction, but also risked their lives trying to save as many Armenians as possible in the midst of the killing fields.

Based on extensive archival studies, In God’s Field tells the story of how and why the Danish missionaries and relief workers – famous like Karen Jeppe and Maria Jacobsen, unknown like Hansine Marcher and Jenny Jensen, but almost all women – ended up in the Ottoman Empire in the first place as field workers for some of the world’s first NGOs. It also tells the story of what they experienced at home and abroad during peace, war, and massacre, why the Armenians became their destiny, even in exile after the genocide, and how they made sense of it all.

Furthermore, the book puts their experiences into a local, ideological, institutional, and international context, and considers to what extent the Danish women and their organizations should be considered feminist and humanitarian, missionary and otherwise. Finally, In God’s Field points to perspectives of the Danish missionary and relief worker experiences for today’s refugee crisis, persecution, and turmoil in the Middle East and beyond.

Like Danish historian Matthias Bjørnlund’s first book, Det armenske folkedrab fra begyndelsen til enden (The Armenian genocide from the beginning to the end, 2013), In God’s Field can be purchased from, e.g., these book sellers:

http://www.gucca.dk/paa-herrens-mark-bog-p308425
http://www.plusbog.dk/paa-en-ulmende-vulkan-matthias-bjoernlund-9788774672289/
http://www.bog-ide.dk/samfund/historie-mytologi/matthias-bjoernlund/paa-herrens-mark/p-330242/#!330243

Or directly from the publishing company: http://shop.k.dk/

Ihrig, Stefan: Ataturk in the Nazi Imagination.

Harvard University Press, 2014. 320 S. ISBN-10: 0674368371, ISBN-13: 978-0674368378

Online-Bestellung: http://www.amazon.de/Ataturk-Nazi-Imagination-Stefan-Ihrig/dp/0674368371/ref=sr_1_1?s=books-intl-de&ie=UTF8&qid=1445856799&sr=1-1&keywords=Stefan+Ihrig

Pailadzo Captanian: 1915 Der Völkermord an den Armeniern: Eine Zeugin berichtet.

Hg.: Meliné Pehlivanian. 2., aktualisierte Aufl. Wiesbaden: Reichert 2015, 88 S. ISBN-10: 3954900904; ISBN-13: 978-3954900909.

Online-Bestellung: http://www.amazon.de/1915-V%C3%B6lkermord-den-Armeniern-berichtet/dp/3954900904/ref=sr_1_1?s=books&ie=UTF8&qid=1445857356&sr=1-1&keywords=Captanian

Rafaela Thoumassian: Werwolf oder Taube; Roman

Norderstedt: Books in Demand GmbH (BoD), Oktober 2015. 272 S. ISBN: 9783738640625

Autorenbeschreibung:

Rafaela Thoumassian beschreibt eindringlich das Seelenleben einer jungen Deutsch-Armenierin, die als Enkelin noch immer die Schwere des Völkermords spürt und nach einem Weg sucht, ihren Frieden damit zu finden. Anstatt den Blick auf die Täterseite zu richten, wagt sie eine spannende Reise zu den Tiefen und Schatten des eigenen Bewusstseins.

Ein Reisebericht. Ein Märchen. Die Suche nach sich selbst.

Ana möchte herausfinden, wo ihre Heimat ist, und reist dreimal nach Armenien: Ihr Armenisches Tagebuch, ein Reisebericht voller sinnlicher Bilder und treffender Beobachtungen, zeichnet ihr Hin-und-Hergerissensein zwischen den Welten auf, vermerkt Begegnungen mit Geschichte und Gegenwart, der Architektur und den Menschen und findet immer wieder Trost in der berückend schönen Landschaft des Kaukasus.

Anas Reiseberichte finden ihren Gegenpart in einer mystischen Erzählung, dem Märchen von Antaram. Hier trifft Ana auf den geheimnisvollen Saro, und Hayrabet, ihren Großvater. Das von liebenswürdigen Charakteren bevölkerte Dorf bildet die Kulisse für das entscheidende Gespräch zwischen Ana und Hayrabet, denn ihre tiefe Verbundenheit trägt auch den Schmerz der alles überschattenden Erinnerung an den Völkermord, dem Hayrabet als Siebenjähriger nur knapp entkam…

Rezension: http://www.armenischetaube.de/presse/rezension/

Online bestellen: http://www.armenischetaube.de/online-kaufen/

Ureneck, Lou: The Great Fire: One American’s Mission to Rescue Victims of the 20th Century’s First Genocide.

Harper Collins, 512 S. ISBN-10: 0062259881, ISBN-13: 978-0062259882

Verlagstext: The harrowing story of a Methodist Minister and a principled American naval officer who helped rescue more than 250,000 refugees during the genocide of Armenian and Greek Christians—a tale of bravery, morality, and politics, published to coincide with the genocide’s centennial.

The year was 1922: World War I had just come to a close, the Ottoman Empire was in decline, and Asa Jennings, a YMCA worker from upstate New York, had just arrived in the quiet coastal city of Smyrna to teach sports to boys. Several hundred miles to the east in Turkey’s interior, tensions between Greeks and Turks had boiled over into deadly violence. Mustapha Kemal, now known as Ataturk, and his Muslim army soon advanced into Smyrna, a Christian city, where a half a million terrified Greek and Armenian refugees had fled in a desperate attempt to escape his troops. Turkish soldiers proceeded to burn the city and rape and kill countless Christian refugees. Unwilling to leave with the other American civilians and determined to get Armenians and Greeks out of the doomed city, Jennings worked tirelessly to feed and transport the thousands of people gathered at the city’s Quay.

With the help of the brilliant naval officer and Kentucky gentleman Halsey Powell, and a handful of others, Jennings commandeered a fleet of unoccupied Greek ships and was able to evacuate a quarter million innocent people—an amazing humanitarian act that has been lost to history, until now. Before the horrible events in Turkey were complete, Jennings had helped rescue a million people. By turns harrowing and inspiring, The Great Fire uses eyewitness accounts, documents, and survivor narratives to bring this episode—extraordinary for its brutality as well as its heroism—to life.

Online-Bestellung: http://www.harpercollins.com/9780062259882/the-great-fire

Erdal Şahin: Flucht vor der Wahrheit. Borsdorf: Edition Winterwork, 2015.

210 S. ISBN: 978-3-86468-986-4; 15 EUR.

Kirsten Staudt: Strategien des Gehörtwerdens: Der Völkermord an den Armeniern als Politikum; ein deutsch-französischer Vergleich.

Transcript-Verlag, 2015. 362 S. ISBN-10: 3837630757; ISBN-13: 978-3837630756

Verlagstext: „100 Jahre nach der Vertreibung und Ermordung der Armenier im Osmanischen Reich stößt die Völkermordfrage in Frankreich und Deutschland auf unterschiedliche politische Resonanz. Während die Anliegen der armenischen Diaspora in der französischen Politik immer wieder starke Unterstützung finden, gibt sich Deutschland zurückhaltender. Worin bestehen die Unterschiede zwischen beiden Ländern? Kirsten Staudt untersucht verschiedene Einflussgrößen und zeigt: Minderheiten- und Verbandsstrukturen reichen als Erklärung genauso wenig aus wie so genannte Umstände – denn geschichtspolitische Anerkennung ist vor allem abhängig von der Kompatibilität der identitären Bedürfnisse einer Gruppe mit dem jeweiligen nationalen Narrativ.“

Fuhrmann, Malte: Der Traum vom deutschen Orient: Zwei deutsche Kolonien im Osmanischen Reich 1851-1918.

Frankfurt, New York: Campus-Verlag, 2006. 419 Seiten. ISBN-10: 3593380056; ISBN-13: 978-3593380056

Verlagsbeschreibung: Der Traum, sich den Orient als Teil eines deutschen Weltreichs einzuverleiben, führte im 19. Jahrhundert viele Deutsche ins Osmanische Reich. In Makedonien und Westanatolien errichteten sie Handelskolonien, Landwirtschaftssiedlungen, Schulen und Kirchen. Malte Fuhrmann geht den damit verbundenen Phantasien nach und schildert das Leben der Deutschen in den beiden Kolonien. Er zeigt: Die Eroberung des Orients blieb ein Traum, doch hinterließ er in beiden Kulturen bis heute sichtbare Spuren und ist damit Teil der Geschichte des Kolonialismus.

Online-Bestellung: http://www.campus.de/search/Malte%20Fuhrmann.html

Erster Weltkrieg und Dschihad: Die Deutschen und die Revolutionierung des Orients.

Loth, Wilfried; Hanisch, Marc (Hg.), 288 S.; De Gruyter Oldenbourg Wissenschaftsverlag, 2013; ISBN-10: 3486755706; ISBN-13: 978-3486755701

Verlagsbeschreibung: „unsere Consuln [müssen] in Türkei und Indien, Agenten etc. […] die ganze Mohamedan. Welt gegen dieses verhaßte, verlogene, gewissenlose Krämervolk zum wilden Aufstand entflammen; denn wenn wir uns verbluten sollen, dann soll England wenigstens Indien verlieren.“ (Kaiser Wilhelm II., auf dem Höhepunkt der Juli-Krise 1914). Die Völker der islamischen Welt zum Aufstand gegen die britische Kolonialherrschaft zu bewegen – das war Teil der Kriegsstrategie, die die politische und militärische Führung des Deutschen Reiches in der Julikrise 1914 entwickelte. Sie stützte sich dabei auf die Kenntnisse der Entwicklungen im Osmanischen Reich, die der Kölner Bankierssohn und Orientexperte Max Freiherr von Oppenheim erworben hatte. Wie deutsche Militärs, Diplomaten und in den Kriegsdienst versetzte Zivilisten versuchten, diese Strategie auf dem orientalischen Kriegsschauplatz umzusetzen, wird in diesem Band zum ersten Mal auf breiter Quellengrundlage dargestellt. Er handelt von wechselnden militärischen und politischen Erfolgen in Ägypten, Palästina, im Libanon, in Mesopotamien, Persien, im Kaukasus, am Arabischen Golf und im Maghreb, aber auch von internen Rivalitäten und Auseinandersetzungen mit den habsburgischen und osmanischen Verbündeten. In der Summe wird eine Bewegung deutlich, die tatsächlich mehr auf die Unabhängigkeit der islamischen Völker zielte als auf einen Ausbau der deutschen Weltmachtstellung. Mit Beiträgen von Marc Hanisch, Sümeyra Kaya, Stefan Kreutzer, Martin Kröger, Bernd Lemke, Rudibert Kunz, Veit Veltzke und Alexander Will.

Online-Bestellung: http://www.degruyter.com/view/product/229442?rskey=rnIAyG&result=3

Kaiser, Hilmar: The Extermination of Armenians in The Diarbekir Region.

Istanbul: Bilgi University Press, 2014. 464 S. ISBN-10: 6053993336; ISBN-13: 978-6053993339

Verlagsbeschreibung: The Extermination of Armenians in the Diarbekir Region is a study based largely on neglected sources from Turkish and Armenian archives covering the years 1908 to 1915. It discusses the rise of the „Committee of Union and Progress,“ the nascent Kurdish nationalist movement, and the annihilation of the Ottoman Armenian population. The deportation and massacre of Armenians was a complex process with central authorities in Istanbul, regional governors, and local elites competing for control. Consequently, decision-making, deportations, assimilation policies, the seizure of Armenian properties as well as the settlement of Kurdish and other Muslim groups appear in a new light. Rather than following a strict preconceived plan, Ottoman authorities regularly implemented ill-defined policies. Often they followed suggestions from governors. Consequently, local officials had a more radicalizing impact on overall anti-Armenian policies than hitherto assumed. Many others, however, offered determined resistance. Neither the „Committee of Union and Progress“ nor the Ottoman bureaucracy had unified in persecuting Armenians. The book does not present the developments in the region in a dichotomous perspective but emphasizes complexities beyond the governing paradigms and opens new avenues for research and discussion.

Bestellung: dagitim@bilgiyay.com; online-Bestellung: http://www.amazon.com/The-Extermination-Armenians-Diarbekir-Region/dp/6053993336

Jörg Berlin Rezension zur Monographie Hilmar Kaisers   ( 218 kb)

Marris, W. Colin: First Jihad?! First Genocide?! A Centennial Re-Introduction to the Armenian Holocaust of 1915.

426 S.; Circuit Rider Ministries, 2015. ISBN-10: 0692383131, ISBN-13: 978-0692383131

Verlagsbeschreibung: “Der Voorghmia, Der Voorghmia” (“Lord Have Mercy, Lord Have Mercy”)

Dateline: The Middle East…Innocent Christians starved, burned, beheaded, and crucified… The haunting cries of helpless women and children taken from Today’s News Headlines, AND amazingly those of a century ago! April of the year 2015 marks the 100th anniversary of the tragic persecution and death of more than a million Armenians in what were the initial mass genocide, and the first Muslim “Holy War” of the Twentieth Century. Strangely enough, with the sudden emergence of ISIS, a very similar crime is currently being perpetrated in virtually the same place, against the same type of targeted, innocent victims. After one hundred years have elapsed, the wounds of have never truly healed. Turks and Armenians remain bitterly divided over charges and counter-charges regarding the causes, responsibility, and admission of guilt. Yet despite the never-ending acrimony and angry debate, the American public today knows very little about the catastrophe, even though it was widely discussed in this country a century ago. It is high time that the subject is revisited. Much has been written regarding the tragic episode of 1915, but virtually all of it is either highly subjective, representing the view of only one side or the other, or is too scholarly for a general audience. What is sorely needed is a well researched and unbiased book that presents a balanced introduction to the historic calamity that is still so current in its repercussions.

History DOES repeat itself! Read how the headlines of today were truly forged in the century past.

Marchand, Laure; Perrier, Guillaume; Blythe, Debbie: Turkey and the Armenian Ghost: On the Trail of the Genocide.

260 S.; McGill-Queen’s University Press, 2015. ISBN-10: 0773545492; ISBN-13: 978-0773545496

Verlagsbeschreibung: The first genocide of the twentieth century remains unrecognized and unpunished. Turkey continues to deny the slaughter of over a million Ottoman Armenians in 1915 and the following years. What sets the Armenian genocide apart from other mass atrocities is that the country responsible has never officially acknowledged its actions, and no individual has ever been brought to justice. In Turkey and the Armenian Ghost, a translation of the award-winning La Turquie et le fantome armenien, Laure Marchand and Guillaume Perrier visit historic sites and interview politicians, elderly survivors, descendants, authors, and activists in a quest for the hidden truth. Taking the reader into remote mountain regions, tiny hamlets, and the homes of traumatized victims of a deadly persecution that continues to this day, they reveal little-known aspects of the history and culture of a people who have been rendered invisible in their ancient homeland. Seeking to illuminate complex issues of blame and responsibility, guilt and innocence, the authors discuss the roles played in this drama by the „righteous Turks,“ the Kurds, the converts, the rebels, and the „leftovers of the sword.“ They also describe the struggle to have the genocide officially recognized in Turkey, France, and the United States. Arguing that this giant cover-up has had consequences for Turks as well as for Armenians, the authors point to a society sickened by a century of denial. The face of Turkey is gradually changing, however, and a new generation of Turks is beginning to understand what happened and to realize that the ghost of the Armenian genocide must be recognized and laid to rest.

Online-Bestellung: http://www.mqup.ca/turkey-and-the-armenian-ghost-products-9780773545496.php?page_id=73

Cheterian, Vicken: Open Wounds: Armenians, Turks, and a Century of Genocide

400 S., C Hurst & Co Publishers Ltd, 2015; ISBN-10: 1849044589, ISBN-13: 978-1849044585

Verlagsbeschreibung: The assassination in Istanbul in 2007 of the author Hrant Dink, the high-profile advocate of Turkish-Armenian reconciliation, reignited the debate in Turkey on the annihilation of the Ottoman Armenians. Many Turks subsequently reawakened to their Armenian heritage, in the process reflecting on how their grandparents were forcibly Islamised and Turkified, and the suffering they endured to keep their stories secret. There was public debate about Armenian property confiscated by the Turkish state and books were published about the extermination of the minorities. The silence had been broken. After the First World War, Turkey forcibly erased the memory of the atrocities, and traces of Armenians, from their historic lands, to which the international community turned a blind eye. The price for this amnesia was, Cheterian argues, ‚a century of genocide‘.Turkish intellectuals acknowledge the price a society must pay collectively to forget such traumatic events, and that Turkey cannot solve its recurrent conflicts with its minorities – like the Kurds today – nor have an open and democratic society without addressing its original sin: the Armenian Genocide, on which the Republic was founded.

Online-Bestellung: http://www.hurstpublishers.com/book/open-wounds/

Pogrom – 100 Jahre Völkermord, 100 Jahre Leugnen

In 28 spannenden Beiträgen der zweimonatlich erscheinenden Menschenrechtszeitschrift /bedrohte Völker – pogrom / wird der Blick nicht nur zurück, auf die damaligen Ereignisse geworfen, sondern setzen sich die Autoren auch mit aktuellen Herausforderungen und Konflikten um den Genozid an den Christen vor 100 Jahren auseinander.

Die Ausgabe „100 Jahre Völkermord, 100 Jahre Leugnen“ können Sie für 4,60 Euro per Mail (info@gfbv.de), telefonisch bei Christian Rach (0551-49906-26) oder im Online-Shop unter www.gfbv.de bestellen.

Manuschak Karnusian: Unsere Wurzeln, unser Leben. Porträts von Armenierinnen und Armeniern in der Schweiz.

Mit Hintergrundtexten von BZ-Redaktor Jürg Steiner und Fotografien von Alexander Egger. 160 S. Stämpfli-Verlag. ISBN-10: 3727214333; ISBN-13: 978-3727214332; 34 Franken.

Verlagstext: Am 24. April 2015 jährt sich zum 100. Mal der Tag, an dem in der heutigen Türkei der Völkermord an den Armenierinnen und Armeniern seinen Anfang nahm. 1,5 Millionen Menschen starben in den darauffolgenden Massakern, Hunderttausende flüchteten. Familien wurden auseinandergerissen und in alle Welt verstreut – oft ohne voneinander zu wissen. In der Schweiz, die als Fluchtort eine besondere Rolle spielte, leben heute rund 6000 Armenierinnen und Armenier. Der Genozid und dessen Leugnung belasten jede dieser Familiengeschichten –, aber was genau bedeuten sie für die armenische Identität? Und woran orientiert sich heute das Bewusstsein von Armenierinnen und Armeniern? Manuschak Karnusian hat ausführliche Gespräche mit Armenierinnen und Armeniern in der Schweiz geführt. Sie lässt Menschen jeden Alters und unterschiedlichster Herkunft davon erzählen, wie ihre Vorfahren den Völkermord überlebt haben, über welche verschlungenen Wege sie in die Schweiz fanden, wie sie heute leben und ihre Traditionen und Kultur pflegen. Entstanden sind rund ein Dutzend berührender, intensiver Geschichten.

Online-Bestellung: http://www.amazon.de/Unsere-Wurzeln-unser-Leben-Armenierinnen/dp/3727214333/ref=sr_1_1?s=books&ie=UTF8&qid=1428752677&sr=1-1&keywords=Manuschak+Karnusian

Mihran Dabag, Kristin Platt: Verlust und Vermächtnis Überlebende des Genozids an den Armeniern erinnern sich.

Verlag Ferdinand Schöningh, 2015. Ca. 388 Seiten, zahlr. s/w Abb., 8 doppelseitige Karten, Festeinband; ISBN: 978-3-506-78148-2; ca. EUR 29.90

Verlagstext: 100 Jahre nach dem Genozid an den Armeniern (1915/16) kommen in diesem Buch Überlebende zu Wort. Sie berichten von den Deportationen, von Todesmärschen, Hunger, unvorstellbarer Gewalt und bitteren Verlusten. In ihren biographischen Rückblicken suchen sie eine Einordnung für eine Erfahrung, die keine Worte kennt.

Die Lebensberichte wurden über einen längeren Zeitraum im Rahmen eines Oral History-Projekts aufgezeichnet und werden jetzt, nach dem Tod der Gesprächspartner, zum ersten Mal als Buch publiziert.

Sie bezeugen den Verlust von Kindheit und Familie, von Hoffnungen und Zukunft. Doch gewähren sie auch einen Einblick in die Schwierigkeiten, einen Alltag zurückzugewinnen und ein Leben als Flüchtling zu bewältigen.

Bestimmt werden die lebensgeschichtlichen Erzählungen dieser letzten Zeitzeugen vom »Gehen und Gehen« während der Deportation, das über von Leichen gesäumte Wege führte, das Hunger war und brutalste Gewalt.

Online-Bestellung: http://www.schoeningh.de/katalog/titel/978-3-506-78148-2.html

Altınay, Ayşe Gül; Çetin, Fethiye: The Grand Children: The Hidden Legacy of ‘Lost Armenians’ in Turkey

Foreword by Gerard Libaridian. ISBN 13: 9781412853910. Transaction Publishers, 2014, 270 S. Gebunde Ausg. € 44,78

Online-Bestellung: http://www.eurospanbookstore.com/eu/the-grandchildren.html?___store=europe_english_view&___from_store=default

Kai Seyffarth: Entscheidung in Aleppo – Walter Rößler (1871-1929): Helfer der verfolgten Armenier – Eine Biografie

Bremen: Donat Verlag, 2015, 352 Seiten, 35 Abbildungen, Gebundene Ausg. 16,80 €

Verlagsankündigung: Walter Rößler (1871-1929), während des Ersten Weltkrieges deutscher Konsul in Aleppo, sandte mehr als 200 Telegramme und Berichte über den Völkermord an den Armeniern an die deutsche Botschaft in Konstantinopel und das Auswärtige Amt in Berlin, um der Abschlachtung Einhalt zu gebieten. Vergeblich. Das Kaiserreich unternahm aus Rücksicht auf den türkischen Bündnispartner nichts. Rößler aber tat im Rahmen eines aus Armeniern sowie europäischen und amerikanischen Hilfsgesellschaften in und um Aleppo bestehenden Netzwerkes alles, um so viele Menschen zu retten wie möglich. Ihm gebührt weltweit Anerkennung für seine Dokumentation des Völkermordes, darüber hinaus eine ehrende Erinnerung als Helfer der verfolgten Armenier und andere Christen, für die er sich wie kein anderer deutscher Konsul eingesetzt hat. Eine Biografie, die seit langem aussteht und den Werdegang eines Deutschen beschreibt, der Zivilcourage zeigte in einer Zeit, als um ihn herum die Welt aus den Fugen geriet.

Online-Bestellung: http://www.amazon.de/Entscheidung-Aleppo-1871-1929-verfolgten-Armenier/dp/3943425533/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1427298645&sr=8-1&keywords=Kai+Seyffarth

“The Ottoman Genocides of Armenians, Assyrians and Greeks”, in: Genocide Studies International”, Volume 9, 2015/1 (Spring).

Contents: Roger W. Smith: The Ottoman Genocides of Armenians, Assyrians and Greeks; Introduction, pp. 1-9/ Robert Melson: Contending Interpretation Concerning the Armenian Genocide: Continuity and Conspiracy, Discontinuity and Cumulative Radicalization, pp. 10-21/ Tessa Hofmann: The Genocide against the Ottoman Armenians: German Diplomatic Correspondence and Eyewitness Testimonies, pp. 22-60/ Marc A. Mamigonian: Academic Denial of the Armenian Genocide in American Scholarship: Denialism as Manufactured Controversy, pp. 61-82 / David Gaunt: The Complexity of the Assyrian Genocide, pp. 83-103/ Vasileios Th. Meichanetsidis: The Genocide of the Greeks of the Ottoman Empire, 1913-1923: A Comprehensive Overview, pp. 103-173 / Book reviews, pp. 174-178.

Online orders: http://utpjournals.metapress.com/content/h3k3l734429m/?p=ef647201042e4d7588feaf1ee819f25f&pi=0

Mesrobian MacCurdy, Marian: Sacred Justice: The Voices and Legacy of the Armenian Operation Nemesis.

With a foreword by Gerard Libaridian. Transaction Publishers, 2015. ISBN: 978-1-4128-5503-7 (hardcover), 363 pp. $59.95; ISBN: 978-1-4128-5544-0 (eBook)*

Contents: Foreword, by Gerard Libaridian / Acknowledgments / Introduction: 1. Eliza Der Melkonian Sachaklian / 2. Aaron Sachaklian / 3. Hadug Kordz / Part I: Genocidal Context / Part II: The Rise of Operation Nemesis/ Part III: The Voices of Hadug Kordz/ 4. The First Generation and Its Legacy/ 5. Witnesses into the Future / Part I: The Power of the Word / Part II: From Resistance to Resilience / Bibliography / Photographs / Maps / Index

Yetvart Ficiciyan (Hg.):Der Völkermord an den Armeniern im Spiegel der deutschsprachigen Tagespresse 1912-1922.

Mit einem Nachwort von Wolfgang Gust. Bremen: Donat Verlag, 17. März 2015. Hardcover,

448 Seiten, Hardcover, 19.80 € – ISBN 978-3-943425-51-2

Aus dem Inhalt: Vorwort des Herausgebers./ Die armenische Frage vor dem Ersten Weltkrieg (1912-1914): Der Vatikan und die unierten Armenier. / Max Roloff: Die armenische Frage

Die Armenier, ein verblutendes Christenvolk / James Greenfield: Die Armenier als Kulturträger / Paul Rohrbach: Armenien / Max Roloff: Türken und Armenier / Der Erste Weltkrieg und der Völkermord an den Armeniern (1914-1918): Rudolf Müller: Rom und die armenische Kirche / Deutsche Stimmen über die Armeniermassakres / Die Ausrottung eines Volkes / Amerika und Armenien / Die Armenierfrage in der Türkei / Die Armenierverfolgungen Ende des Ersten Weltkriegs und das Schicksal der Armenier (1918-1921): Armin T. Wegner: Einer armenischen Mutter. / Emil Näf: Armenien und Georgien / Karl Roth: Zwischen Orient und Okzident / Alfred Kerr: Armenisches Eiland / P. Joseph Kiera: Der Todesgang des armenischen Volkes / G. Herlt: Die Sowjetrepublik Armenien / Der Talaat Pascha-Prozess und weitere Attentate in Berlin (1921-1922): Die Ermordung Talaat Paschas in Berlin / Zum Talaat-Prozess / Schekib Arslan: Offener Brief an Professor Lepsius / Mustafa Nermi: Die armenische Frage vor dem deutschen Gericht / Armenische Geheimbünde Wolfgang Gust: Wider die Legende von den armenischen Gräueltaten.

Herand Markarian: The Martyred Armenian Writers; 1915-1922

Libra-6 Productions, 2015; 250 p. ISBN-10: 0692344764, ISBN-13: 978-0692344767

Verlagsankündigung: The book is an anthology of literary works of thirteen most prominent Armenian martyred writers. It includes their bios, literary accomplishments and literary characteristics. The book also contains samples of the works of the writers, translated from the original Armenian texts. In part One of the book, there is a synopsis of Armenian history, the development of Armenian poetry through the ages. the Armenians in Ottoman Turkey, eyewitness accounts of martyrdom. General references and the bio of the author.

Online-Bestellung: http://www.ibs.it/libro+inglese/markarian-herand-m/the-martyerd-armenian/9780692344767.html

Jürgen Gottschlich: Beihilfe zum Völkermord; Deutschlands Rolle bei der Vernichtung der Armenier.

Berlin: Ch. Links Verlag, März 2015, ca. ca. 300 Seiten, ca. 40 Abb. Festeinband mit Schutzumschlag; ISBN 978-3-86153-817-2; 19,90 € (D), 20,50 € (A)

Verlagsankündigung: Deutschland strebte mit dem Ersten Weltkrieg auch die Vor­herrschaft im Orient an und zog dazu seinen Bündnispartner Osmanisches Reich in den Krieg hinein. Dessen Armee wurde von deutschen Militärs geleitet, die die Armenier im Land als Feinde ansahen, da diese mit dem russischen Feind kollaborieren würden. Aus der eingeleiteten Deportation wurde von türkischer Seite schnell eine Ausrottungsaktion der armenischen Bevölkerung im Land. Ihr fielen mehr als eine Million Menschen zum Opfer, was die deutsche Regierung als »hart, aber nützlich« akzeptierte. Bedenken von Diplomaten und Kirchenvertretern wurden weggewischt.

Jürgen Gottschlich (1979 Mitbegründer der „taz“) ist an die Orte des damaligen Geschehens gereist, hat Nachkommen der betroffenen Familien befragt sowie deutsche und türkische Archive durchforscht. Entstanden ist eine spannende historische Reportage, die die ganze Dimension der deutschen Verstrickung offenlegt.

Online-Bestellung: http://www.amazon.de/Beihilfe-zum-V%C3%B6lkermord-Deutschlands-Vernichtung/dp/3861538172

Michael Hesemann: Völkermord an den Armeniern.

München, Februar 2015. 352 S.; ISBN-10: 3776627557, ISBN-13: 978-3776627558

Verlagsankündigung: Mit einer Razzia begann der unfassbare Leidensweg der wohl ältesten christlichen Nation am 24. April 1915. Nach Einschätzung moderner Historiker fielen dem Armenozid rund 1,5 Millionen Menschen zum Opfer. Unter dem Vorwand einer angeblichen Verschwörung der Armenier gegen das Osmanische Reich setzte die Regierung der Jungtürken mit ungeheurer Grausamkeit ihre „Vision“ eines rein muslimischen Staates in die Tat um. Der gegenwärtige türkische Staat leugnet diesen Genozid bis zum heutigen Tag, spricht allenfalls von einem „bedauerlichen Massaker“. Doch die Dokumentation der Ereignisse, erstmals unter Verwendung bislang unveröffentlichter Quellen aus dem päpstlichen Geheimarchiv, belegt auf erschütternde Weise dieses Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

Online-Bestellung: http://www.amazon.de/V%C3%B6lkermord-den-Armeniern-Michael-Hesemann/dp/3776627557

Pohl, Reinhard: Völkermord: Türkei, Deutschland und die Armenier.

2008 (2. Aufl.2015), „Deutschland und die Welt“ Nr. 69; 48 S., ISBN 978-3-936419-15-3; 2 EUR

Verlagsankündigung:

„Der erste Völkermord des 20. Jahrhunderts“ hieß 2005 ein französischer Dokumentarfilm, der auf Deutsch bei „arte“ gezeigt wurde. Es ging um die Ausrottung der Armenier im Osmanischen Reich 1915/16, vor 100 Jahren. Dieser Völkermord führt bis heute zu großen Kontroversen, vor allem deshalb, weil die offizielle Türkei ihn leugnet. Seit 1965 haben sich etliche Gremien, Gerichte, internationale Organisationen, Parlamente und Regierungen damit befasst, immer mit dem Ergebnis, dass es sich eindeutig um einen Völkermord handelte. Vor allem wegen des Leugnens durch die Türkei wurden meistens auch formelle Beschlüsse gefasst, so von der UNO, der EU, dem Weltkirchenrat und rund hundert Parlamenten.

Dieser Streit wird auch in Deutschland ausgetragen. Hier haben viele Historiker zu Völkermorden publiziert, der Völkermord an den Armeniern gilt in der historischen Wissenschaft als Prototyp aller folgenden Völkermorde. Es gibt hier aber auch eine Szene aus türkischen Vereinen, die sich mit dem Thema schwer tut und immer wieder von der türkischen Botschaft dazu angehalten wird, die Fakten auch öffentlich zu leugnen. Noch schwerer tun sich aber Regierung und Parteien – denn zur Zeit des Völkermordes war Deutschland der wichtigste Verbündete der Türkei. Und wenn auch klar scheint, dass das damalige Deutsche Reich das Verbrechen selbst nicht unterstützte, so wäre die Berliner Regierung mit Sicherheit in der Lage gewesen, den Völkermord zu verhindern. Wahr ist: Man wusste über alle Einzelheiten Bescheid, hat aber keinen Versuch unternommen, das Verbrechen zu verhindern.

So ist es nachvollziehbar, wenn auch nicht akzeptabel, dass viele heute Verantwortliche gerne von einem bedauerlichen „Geschehen“ und schlimmen „Ereignissen“ sprechen, den historisch und juristisch einzig passenden Bezeichnung „Völkermord“ (Genozid) aber vermeiden möchten.

Diese Broschüre stellt das Geschehen und die Diskussion in Deutschland vor und befasst sich mit den wichtigsten Behauptungen der Völkermord-Leugner.

Online-Bestellung: http://www.brd-dritte-welt.de/html/details.php?id=69

Jörg Berlin: Unterrichtsmaterial über den Völkermord an den Armeniern im Osmanischen Reich 1915/16

(Oktober 2014). Online-Publikation http://www.armenocide.de/armenocide/schoolbook.nsf/

Der Genozid an den Armeniern findet trotz einer diesbezüglichen parteiübergreifenden Empfehlung des Bundestages im Jahr 2005 im Unterricht der deutschen Schulen immer noch nicht die angemessene Berücksichtigung.

Lehrpläne enthalten jedoch das allgemeine Thema „Völkermord“. Unter verschiedenen Fragestellungen wird es z. B. in den Fächern Geschichte, Deutsch, Religion, Politik behandelt. Wenn dabei der Genozid von 1915/16 an den Armeniern im Osmanischen Reich nur selten angesprochen und behandelt wird, liegt dies neben einer Zurückhaltung der für die Lehrpläne zuständigen Behörden auch an dem Fehlen von leicht zugänglichen Unterrichtsmaterialien. Diesem Mangel helfen die hier vorgelegten Texte, Bilder und Karten ab. Eine wiederholende theoretische Entfaltung allgemeiner didaktischer Überlegungen zum Völkermord wäre sicherlich reputierlicher als die schlichte Dienstleistung in Form der Bereitstellung einer Materialiensammlung zur Auswahl für den Unterricht. Lehrende benötigen jedoch beides. Da über die Theorie bereits viel Kluges vorgelegt wurde, kann hier die Unterstützung der praktischen Unterrichtsvorbereitung in den Vordergrund rücken.

Inhalt:
» Vorwort
» Kapitel/Einleitungen/Dokumente
» Abbildungsverzeichnis
» Kurze Chronologie

Rolf Hosfeld: Tod in der Wüste: Der Völkermord an den Armeniern.

München: C.H. Beck, 2015; 2015. 288 S.: mit 18 Abbildungen und 1 Karte. Gebunden; ISBN 978-3-406-67451-8, 22,95 €

Online-Bestellung: http://www.chbeck.de/Hosfeld-Tod-Wueste/productview.aspx?product=14256807

Deborah Mayersen: On the Path to Genocide: Armenia and Rwanda Reexamined.

New York, Oxford: Berghahn, 2014. 260 S., Literaturverzeichnis, Index. ISBN  978-1-78238-284-3 $95.00/£60.00 Hb

Online-Bestellung: http://www.berghahnbooks.com/title.php?rowtag=MayersenOn

Die Autorin entwickelt auf der Grundlage zweier Genozid-Fallstudien einen neuen Deutungsansatz: das „Zeitmodell“.

Verlagsankündigung:

Why did the Armenian genocide erupt in Turkey in 1915, only seven years after the Armenian minority achieved civil equality for the first time in thehistory of the Ottoman Empire?  How can we explain the Rwandan genocide occurring in 1994, after decades of relative peace and even cooperation between the Hutu majority and the Tutsi minority? Addressing the question of how the risk of genocide develops over time, On the Path to Genocide contributes to a better understand why genocide occurs when it does. It provides a comprehensive and comparative historical analysis of the factors that led to the 1915 Armenian genocide and the 1994 genocide in Rwanda, using fresh sources and perspectives that yield new insights into the history of the Armenian and Rwandan peoples. Finally, it also presents new research into constraints that inhibit genocide, and how they can be utilized to attempt the prevention of genocide in the future.

Deborah Mayersen is a Vice-Chancellor’s Postdoctoral Research Fellow at the Institute for Social Transformation Research, University of Wollongong, Australia.  She was previously the Program Leader for the Prevention of Genocide and Mass Atrocities at the Asia Pacific Centre for the Responsibility to Protect. Her previous publications include the co-edited volume Genocide and Mass Atrocities in Asia: Legacies and Prevention (with Annie Pohlman, Routledge 2013).

Inhalt:

Introduction: ‘The Symptoms of an Explosive Situation’: The Temporal Model of Genocide

THE ARMENIAN GENOCIDE
Chapter 1. ‘Trying Desperately to Escape History’: The Armenian Question
Chapter 2. ‘A Settled Plan to Slowly Exterminate’: The Hamidian Massacres
Chapter 3. ‘They will have to be Destroyed’: From Massacre to Genocide

THE RWANDAN GENOCIDE
Chapter 4. ‘A European under Black Skin’: Pre-colonial and Colonial Rwanda
Chapter 5. ‘A Massive Rejection of the Tutsi as Fellow Nationals’: Race, Violence and Independence
Chapter 6. ‘A Cockroach gives birth to another Cockroach’: From Coexistence to Extermination

THE PATH TO GENOCIDE
Chapter 7. ‘Driven by Ethnic Exclusivism’: On the Timing of Genocide
Chapter 8. ‘Our only Hope, therefore, rests on the Obstacle’: Constraints Against Genocide
Chapter 9. ‘A Pattern … Repeated Numerous Times’: The Wider Applicability of the Temporal Model

Conclusion: ‘We are all Brothers’: The Temporal Model and Genocide Prevention

André Fleck: Machtfaktor Diaspora? Armenische Interessenvertretung in Deutschland

Reihe: Politik, Gemeinschaft und Gesellschaft in einer globalisierten Welt, Bd. 17, 2014, 384 S., 34.90 EUR, br., ISBN 978-3-643-12762-4

Das Buch ist hier erhältlich: http://www.lit-verlag.de/isbn/3-643-12762-4

Die Dissertation untersucht „ethnisch motivierte Interessenvertretungen“ am Beispiel der Bemühungen der armenischen Diaspora in Deutschland um parlamentarische Anerkennung des Genozids von 1915.

Heghnar Watenpaugh: “Preserving the Medieval City of Ani: Cultural Heritage between Contest and Reconciliation,”

Journal of the Society of Architectural Historians 73:4 (December 2014): S. 528-555

https://www.academia.edu/9828580/Heghnar_Watenpaugh_Preserving_the_Medieval_City_of_Ani_…

Musa Ergin: Stille Schreie: 1915, als die Welt schwieg. Roman.

2. Aufl. Verlag: Musa Ergin, 2014. ISBN-10: 3847697927; ISBN-13: 978-3847697923; Taschenbuch: 7,94 EUR; Kindle Edition: 1,99 EUR.

Roman über den Genozid an aramäischsprachigen Christen (Seyfo).

Online-Bestellung:

http://www.amazon.de/Stille-Schreie-915-Welt-schwieg/dp/3847697927/ref=sr_1_2

Deutsch-Armenische Gesellschaft (Hg.): 100 Jahre Deutsch-Armenische Gesellschaft erinnern . gedenken . gestalten.

2014. 300 S./ geb./ 170×240 mm / ISBN: 978-3-9802408-0-2. 24 bzw. 18,00 EUR (für DAG-Mitglieder zzgl. Porto und Versand).

Die Festschrift enthält folgende Inhaltsabschnitte: Grußworte (u.a. des Präsidenten der Republik Armenien sowie des dt. Bundestagspräsidenten Norbert Lammert), S. 10-28/ Gegensätzliches: Kulturelles & Politisches bis zum Ersten Weltkrieg, S. 29-82/ Das Engagement der Christen in Deutschland als Korrektiv – Der Weg zur Gründung der DAG, S. 83-139/ Wirken & Wandel der DAG von 1914 bis heute, S. 140-203/ Paralleles: Kulturelles & Politisches nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion, S. 204-242/ In der Vielstimmigkeit vereint: Mitgestalter des deutsch-armenischen Dialogs – Eine Auswahl, S. 243-273.

Autoren sind unter anderem (in alphabetischer Reihe): Manfred Aschke-Lepsius, Armenuhi Drost-Abgarian, Hacik Gazer, Aschot Hayruni, Tessa Hofmann („Aussöhnung durch Aufarbeitung belasteter Geschichte: Ein Rückblick (1999-2014)“ – Über die Arbeitsgruppe Anerkennung), Rolf Hosfeld, Raffi Kantian, Hans-Lukas Kieser, Regina Randhofer, Martin Tamcke.

Weitere Informationen und Bestellung: http://www.deutscharmenischegesellschaft.de/2014/06/02/100-jahre-deutsch-armenische-gesellschaft-erinnern-gedenken-gestalten/

Walter Richmond: The Circassian Genocide.

New Brunswick, New Jersey, and London: Rutledge University Press, (2013). (Genocide, Political Violence, Human Rights Series) 218 S. Bibliographie, Index. ISBN-10: 0813560675, ISBN-13: 978-0813560670

Kurzbeschreibung des Verlags: Circassia was a small independent nation on the northeastern shore of the Black Sea. For no reason other than ethnic hatred, over the course of hundreds of raids the Russians drove the Circassians from their homeland and deported them to the Ottoman Empire. At least 600,000 people lost their lives to massacre, starvation, and the elements while hundreds of thousands more were forced to leave their homeland. By 1864, three-fourths of the population was annihilated, and the Circassians had become one of the first stateless peoples in modern history. Using rare archival materials, Walter Richmond chronicles the history of the war, describes in detail the final genocidal campaign, and follows the Circassians in diaspora through five generations as they struggle to survive and return home. He places the periods of acute genocide, 1821-1822 and 1863-1864, in the larger context of centuries of tension between the two nations and updates the story to the present day as the Circassian community works to gain international recognition of the genocide as the region prepares for the 2014 Winter Olympics in Sochi, the site of the Russians‘ final victory.

AGA-Kommentar: Es handelt sich um die erste wissenschaftliche Monographie zu diesem Thema. Inhalt: Introduction. S. 1/ “The Plague was our ally”. S. 9/ A Pawn in the Great Game. S. 32/ From War to Genocide. S. 54/ 1864. S. 76/ A Homeless Nation. S. 98/ Survival in Diaspora. S. 111/Those Who Stayed Behind. S. 131/ The Road to Sochi. S. 149/ Epilogue: The Cherkesov Affair. S. 171/

Online-Bestellung: http://www.amazon.de/Circassian-Genocide-Political-Violence-Rights/dp/0813560675

Memory of Trees; Texte von François Cheval, Karin Karakaslı, Kathryn Cook Gestaltet von Kathryn Cook, Dominique Herbert.

Heidelberg: Kehrer Verlag, 2014. 159 Seiten; 70 Farb- u. SW Abb.; ISBN 978-3-86828-441-6; 39,90 EUR

Verlagsinformation:

Im Dorf Agaçlı – türkisch für »Ort der Bäume« – erinnern nur noch uralte Maulbeerbäume an die armenischen Bewohner, die dort früher Seidenraupen züchteten.

Die Fotoserie Memory of Trees der in Rom lebenden amerikanischen Fotografin folgt den Spuren eines verborgenen, düsteren Ereignisses in der Geschichte der Türkei, über dessen Definition noch heute, fast ein Jahrhundert später, gestritten wird. Kathryn Cook sichtete die Überreste dieses Erbe und sprach mit Überlebendenin der Türkei, Armenien, Syrien, Libanon und Israel. Ihre Bilder dokumentieren weniger bestimmte Ereignisse, als dass sie die emotionale Seite der Geschichte wiedergeben. Karin Karakasli ist türkische Lyrikerin, Autorin und Kolumnistin bei den türkisch-armenischen Zeitungen Agos und Radikal.

3 Bildbeispiele:

10. A family wishing to remain anonymous, seen at their home near Gerger, Turkey. The family has experienced discrimination for being Armenian, especially since they won their land back in a rare court case. Few of the family members live openly as Armenians. © Kathryn Cook

9. Hundreds of silkworms feed on mulberry leaves in the room of a house in Ağaçlı, Turkey. The village mayor initiated a project to revive a tradition of silk cultivation to generate money for families, and resurrected an Armenian silk-weaving tradition inspired by Ağaçlı’s former inhabitants. A group of women formed a co-op in the village, and they use looms to make pure silk scarves. © Kathryn Cook

3. Ayşe Bal, estimated age 98 (in 2012), is seen in her home in Ağaçlı, Turkey. Ayşe’s mother, originally from the city of Muş, was hidden and saved during the Genocide. She was converted to Islam and later married a Muslim. © Kathryn Cook

Katharina Mevissen: Massenvernichtung und Überlebenskunst: Kulturelle Überlebensstrategien in Roman und Dichtung nach dem Genozid an den Armeniern.

Doumanis, Nicholas: Before the Nation: Muslim-Christian Coexistence and its Destruction in Late-Ottoman Anatolia.

Oxford University Press, 2012. 256 S. ISBN-10:0199547041; ISBN-13: 9780199547043

Online-Bestellung: http://www.oupcanada.com/catalog/9780199547043.html

Verlagsankündigung:

It is common for survivors of ethnic cleansing and even genocide to speak nostalgically about earlier times of inter-communal harmony and brotherhood. After being driven from their Anatolian homelands, Greek Orthodox refugees insisted that they ‚lived well with the Turks‘, and yearned for the days when they worked and drank coffee together, participated in each other’s festivals, and even prayed to the same saints. Historians have never showed serious regard to these memories, given the refugees had fled from horrific ‚ethnic‘ violence that appeared to reflect deep-seated and pre-existing animosities. Refugee nostalgia seemed pure fantasy; perhaps contrived to lessen the pain and humiliations of displacement.

Before the Nation argues that there is more than a grain of truth to these nostalgic traditions. It points to the fact that inter-communality, a mode of everyday living based on the accommodation of cultural difference, was a normal and stabilizing feature of multi-ethnic societies. Refugee memory and other ethnographic sources provide ample illustration of the beliefs and practices associated with inter-communal living, which local Muslims and Christian communities likened to a common moral environment.

Drawing largely from an oral archive containing interviews with over 5000 refugees, Nicholas Doumanis examines the mentalities, cosmologies, and value systems as they relate to cultures of coexistence. He furthermore rejects the commonplace assumption that the empire was destroyed by inter-communal hatreds. Doumanis emphasizes the role of state-perpetrated political violence which aimed to create ethnically homogenous spaces, and which went some way in transforming these Anatolians into Greeks and Turks. Readership: Suitable for Social Scientists and historians generally interested in communal relations and everyday life; historians of Greece, Turkey, and the Mediterranean.

Michail Angelou (1882-1968): Η Μικρασιατική Τραγωδία: Υπʼ αυτόπτου μάρτυρος. Αυτοβιογραφική μαρτυρία (Die Kleinasiatische Tragödie: Ein Augenzeugenbericht. Mit einer Einführung von Wlassis Agtzidis).

Thessaloniki: Geb. Kyriakidis, 2013. Ca. 200 S. (Klass. Griechisch/ katharevousa); unter $10

Herausgebernotiz: Michail Angelou was born in 1882 in Kiouplia in the Bithynia region of Asia Minor (current day Turkey). He married Argyro Gounaris with whom he had 2 children. He studied pharmacy in Constantinople and opened a pharmacy business in his home village. He became a member of the Turkish National Assembly of Ankara. He was also recruited into the Kemalist Army in 1921 as an aid for transporting injured soldiers.

During the genocide period, Angelou saved the lives of over 35,000 native Greeks and 160 Armenians. When he heard that the Kemalist forces were about to burn his family village, he notified his friends and relatives and told them to abandon the village, while at the same time he organised the transfer of medicine and equipment from 7 hospitals by loading them onto wagons and transporting them to Greece along with the fleeing village folk.

The Turkish administration had a list of 300 people who were wanted for treason. One of the people on that list was Michail Angelou.  It was for this reason that he didnʼt want to publish his memoirs until after his death and was unable to visit his homeland. He moved to Edessa, Greece and opened his own pharmacy and became the president of the Pharmaceutical group of Edessa. He died in 1968 aged 86. His memoirs were published in 2013. It is a valuable resource on the massacre of Greeks in the Nicomedia region during the genocide period written by a member of the Kemalist army.

Bestellung über The Greek Genocide: 1914-1923 facebook page (https://www.facebook.com/thegreekgenocide?fref=ts)

Paylazu Kaptanyan (Armenisch: Pailadzo Kaptanjan): 1915 Ermeni Soykιrιmι Bir Tanιğιn Anιlarι.

2. Aufl. Übers. Fatma Özgen. Istanbul: Pencere Yayιnlarι, 2011. 109 S.

Die zeitnah verfassten Erinnerungen der aus Samsun stammenden Armenierin Pailadzo Kaptanjan an die Deportation 1915 erschienen erstmals zur Zeit der Pariser Friedenskonferenz 1919 auf Französisch (Deutsch: 1993). Seit einigen Jahren liegt auch eine türkische Ausgabe vor.

Dt. Ausgabe: 144 S.

http://www.eurobuch.com/search_results.php?author= Pehlivanian

Französische Originalausgabe: Pailadzo Captanian: Mémoires d’une déportée arménienne. (Paris) : M. Flinikowski, 1919. 140 S.

Alexander Laban Hinton, Thomas La Pointe, Douglas Irvin-Erickson (Eds.): Hidden Genocides: Power, Knowledge, Memory.

New Brunswick. NJ: Rutgers University Press, 2013. 248 pages, 3 photographs, 4 maps, 1 figure, 6 x 9 Erhältlich als Hardcover (ISBN 978-0-8135-6162-2), Taschenbuchausgabe (ISBN 978-0-8135-6163-9) und e-book (ISBN 978-0-8135-6164-6)

Online-Bestellung: http:// rutgerspress. rutgers. edu/ product/ Hidden- Genocides, 5008. aspx

Verlagsankündigung:

Why are some genocides prominently remembered while others are ignored, hidden, or denied? Consider the Turkish campaign denying the Armenian genocide, followed by the Armenian movement to recognize the violence. Similar movements are building to acknowledge other genocides that have long remained out of sight in the media, such as those against the Circassians, Greeks, Assyrians, the indigenous peoples in the Americas and Australia, and the violence that was the precursor to and the aftermath of the Holocaust.

The contributors to this collection look at these cases and others from a variety of perspectives. These essays cover the extent to which our biases, our ways of knowing, our patterns of definition, our assumptions about truth, and our processes of remembering and forgetting as well as the characteristics of generational transmission, the structures of power and state ideology, and diaspora have played a role in hiding some events and not others. Noteworthy among the collection’s coverage is whether the trade in African slaves was a form of genocide and a discussion not only of Hutus brutalizing Tutsi victims in Rwanda, but of the execution of moderate Hutus as well.

Hidden Genocides is a significant contribution in terms of both descriptive narratives and interpretations to the emerging subfield of critical genocide studies.

Contributors: Daniel Feierstein, Donna-Lee Frieze, Krista Hegburg, Alexander Laban Hinton, Adam Jones, A. Dirk Moses, Chris M. Nunpa, Walter Richmond, Hannibal Travis, and Elisa von Joeden-Forgey

Rolf Hosfeld (Hg.): Johannes Lepsius – Eine deutsche Ausnahme: Der Völkermord an den Armeniern, Humanitarismus und Menschenrechte

Göttingen: Wallstein, 2013. 281 S. ISBN-10: 3835312928 – ISBN-13: 978-3835312920

Online-Bestellung: http://www.amazon.de/ Johannes- Lepsius-Völkermord- Humanitarismus -Menschenrechte

Rezension: Wolfgang Huber  ( 2,1MB)

Kostos, Sofia Kontogeorge (Ed.): Before the Silence: Archival News Reports of the Christian Holocaust That Begs to be Remembered.

With a Foreword by Dennis R. Papazian, Ph.D. Piscataway, NJ: Gorgias Press, 2010. 345 S. Zahlr. Abb., ISBN 978-1-60724-999-3

Verlagsankündigung: This book is a collection of newspaper reports documenting the massacres and genocides of Greeks, Armenians and Assyrian minorities who inhabited Asia Minor over many millennia by the Ottoman Turks and later the Kemalists. These reports, emanating from English language sources, show that there was a systematic and organized campaign by Turkish authorities to eliminate all traces of the memories of these minorities from the face of the earth.

Before the Silence will serve as a permanent reminder that the many massacres starting from 1822, and the genocides carried out during the years 1914–23 are a crime against humanity and the memories of the victims should never be forgotten but respected and remembered.

Table of Contents: Tribute (page 7)/ Table of Contents (page 11)/ Acknowledgements (page 13)/ Publisher’s Note (page 17)/ A Message (page 19)/ Foreword (page 21)/ Preface (page 23)/ Archival News Reports (page 49)/ Appendix: Chrysostomos of Ephesos, An Eyewitness Report of the Genocide and Catastrophe of the Christians in Asia Minor (page 339)/ Remembering (page 347)

Als Illustrationsmaterial dienen unter anderem Fotografien, die “Nelly” Elli Souyoultzoglou-Seraidari (1899-1998) im Auftrag des US-Hilfswerks Near East Relief unter griechischen Flüchtlingen und Überlebenden aus Kleinasien machte; die aus Aidini stammende Fotografin war selbst eine Überlebende.

Die Zeitungsberichte decken das Jahrhundert von 1822-1922 ab, mit dem Schwerpunkt auf dem Zeitraum 1919-1922.

Online-Bestellung: http://www.gorgiaspress.com/bookshop/p-57237-before-the-silence.aspx

Cade, David: Athens – The Truth: Searching for Manos, Just Before the Bubble Burst.

Shropshire: Tales of Orpheus, 2013, 406 S. – ISBN-10: 095520903X – ISBN-13: 978-0955209031

Die Suche des Autors nach dem griechischen Komponisten Manos Hadschidakis und seiner kleinasiatischen Rebetiko-Musik im Athen unmittelbar vor Beginn der Finanzkrise führt auch zur Entdeckung des Völkermords an Armeniern und Griechen; beide werden in diesem Buch mehrfach erwähnt. Es ist jetzt als E-Book und Taschenbuch erhältlich:

Online Bestellung:
http://www.amazon.de/Athens-Truth-Searching-Before-Bubble/dp/095520903X/ref=sr_1_1

Verlagsbeschreibung:

„Athens – The Truth“ gets to grips with the modern capital of Greece. Written in an easy and generally non-academic style it offers a widely researched feast of details to satisfy both the armchair traveller and the actual traveller alike, whether the latter be tourists, visitors, students, teachers, or business people. From a rational and secular point of view, the book provides both a thrilling account of what makes Athens tick and a vivid explanation of why Greece is as it is today. Searching for Mános and his music in and around many of the significant places of Athens, the author observes many of the qualities that infuse not only the music of Greece but also many of the behaviours, aspects, and forms of expression that are typical of Athens. The final chapters allow the reader both an appreciation of the Greek psyche and a clear account of the precarious point at which Greece now stands. A thirteen-page index assists the location of specific details.

Contents:

Ch. 1: Introduction; Ch. 2: Genocide & Rebétika; Ch. 3: Edge of the East; Ch. 4: Cháos & Puppets;
Ch. 5: Streets of Dreams; Ch. 6: Artefacts & Legacies; Ch. 7: Over the Moon; Ch. 8: Scents & Sparkle;
Ch. 9: Unexpected Creatures; Ch. 10: Rules & Rebellion; Ch. 11: Chasms, Canyons, & Strata; Ch. 12: Identity; Ch. 13: Eternal Diónysos;
Ch. 14: Extreme Appearances; Ch. 15: Refuge & Delirium; Ch. 16: Undercurrents & Shadows; Ch. 17: To Démetra & Cátharsis; Acknowledgements. Index.

Varujan Vosganian: „Buch des Flüsterns“

Aus dem Rumänischen von Ernest Wichner. Wie: Paul Zsolnay Verlag, 2013. 510 S., geb., 26,– €.

Buchbesprechung:

FAZ: Einer bleibt, der von Leid und Vergeltung erzählt

Online-Bestellung:

http://www.amazon.de/Buch-Fl%C3%BCsterns-Varujan-Vosganian/dp/3552056467

Bernd Rill (Hg.): Türkische Innenpolitik: Abschied vom Kemalismus?

München: Hanns-Seidel-Stiftung, Akademie für Politik und Zeitgeschehen, 2013. (AMZ – Argumente und Materialien zur Zeitgeschichte.86), 103 S., ISBN 978-3-88795-420-8

Inhalt:

Bernd Rill: Einführung, S. 5

Christoph K. Neumann: Religion und Staat vom spätosmanischen Reich bis heute, S. 9

Cemal Karakaş: Das Demokratieverständnis der türkischen Gerechtigkeits- und Entwicklungspartei (AKP), S. 21

Christian Rumpf: Die Verfassung der Türkei, S. 29

Anil Al-Rebholz: Die Entwicklung der Zivilgesellschaft in der Türkei. S. 39

Werner Gumpel: Der wirtschaftliche Aufschwung der Türkei im neuen Jahrtausend, S. 51

Heinz-Jürgen Axt: Die innenpolitische Bedeutung der EU-Verhandlungen, S. 61

Gülistan Gürbey: Der innenpolitische Stellenwert der Kurdenfrage, S. 71

Thomas Schirrmacher: Die Armenierfrage in der türkischen Innen- und Außenpolitik, S. 77

Tessa Hofmann: Religiöse Minderheiten in der Republik Türkei, S. 89-97

Download:

http://www.hss.de/uploads/tx_ddceventsbrowser/00_AMZ-86_Internetversion.pdf

Üngör, Uğur Ümit; Polatel, Mehmet: Confiscation and Destruction: the Young Turk Seizure of Armenian Property

London: Continuum International Publishing Group, 2011. 226 S., Abb., Bibliographie; Index. EISBN 978-1-4411-1020-6

Rezension:

Tessa Hofmann Rezension Üngör Polatel  ( 2,3MB)

Online-Bestellung:

http://www.amazon.de/Confiscation-Destruction-Seizure-Armenian-Property

Erdal Şahin: Transformation zum Täter von 1915

Borsdorf: Edition Winterwork, 2013. 96 S., Abb., ISBN 978-3-86468-553-8. 6,90 EUR

Verlagstext: Erdal Sahin verfolgt in diesem Buch seine Berührung mit dem Völkermord an den Armeniern in der Türkei, der 1915 über die armenische Bevölkerung hereinbrach. Bis zum heutigen Tag hat diese traurige Episode weder historisch, noch politisch wesentliche Beachtung gefunden.

Der Autor beschreibt seinen inneren Weg vom ahnungslosen Jungen, der es der Familie beweisen will, hin zur Rückbesinnung auf seine Zugehörigkeit zu einer unterdrückten Minderheit und schließlich zum Annehmen der Verantwortung für die Geschichte des eigenen Landes.

Beim selben Verlag Edition Winterwork erschien 2014 die türkische Ausgabe:

Yirminci yüzyılın başında tüm şiddetiyle kendisini yeniden düzenlemeye niyetlenen dünya, milyonlarca insanı kurban ederek bu hedefine ulaştı.

Farklılıkların ne pahasına olursa olsun eşitlendiği bir dönemdi başlayan.

Kadim halk ve kültürlerin neredeyse sıfırlanmasının ardından, bugün avucumuza aldığımız toprağı sorgulamaksızın, üzümünü yiyip bağını sormayan, duyarsız bir topluma dönüşmemiz, bizi yıllarca şekillendiren eğitimle özünde bilgisizliğe sürükleyen totaliter rejimlerle ve anayasayla korunan özgürlüğe aykırı yasalarla mücadele etme durumuna getirilmiştir.

Ancak genç kuşağın sorularına çözüm getiremeyenlerin yanı sıra sosyal medya sayesinde Türk devletinin yakalandığı paranoyayla belirginleşen yeni bir çağ başladı. Aynı zamanda olması gerektiği gibi, genç kuşak eski kuşağı sorgulamakta; çünkü toplumsal ilerlemenin ön koşulu, geçmişi sorgulamak ve gerçek anlamda bayrak yarışına girmektir. Ancak, bayrak sahibi olabilmek için kan döküldüğünü ve her zaman bunun için de döküleceğini unutmamak gerek.

Öyle bir döneme geldik ki, kendimizi sorgulamayarak hiçbir yere varamayacağımızı görüyoruz, çünkü bizim şu anki refahımız, doğanın ve güçsüzü sömürülmesi üzerine kurulmuştur.

Azınlık haline getirdiğimiz halklara saygı ve duyarlılıkla yaklaşabileceğimizi umut ederken, Türkiye‘de jenositin durması için elimizden geleni yapmanın şart olduğuna inanıyorum. Aksi halde insan olma hırkasını çıkarmak zorunda kalacağız ve eminim ki, ardından sıra teker teker bizlere gelecek.

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Ruth Barnett: Jews & Gypsies – Myths & Reality

Ruth Barnett: Jews & Gypsies – Myths & Reality. CreateSpace Independent Publishing Platform, 2013, 146 S., ISBN 9781 4927 18505.

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Kurzbeschreibung: Ruth Barnett escaped the Nazi plans to exterminate Jews and Gypsies by coming to England on the Kindertransport at age four. In her childhood in rural England, Ruth knew Gypsies as respected and welcomed itinerant agricultural and craft workers. Today, although as illegal as anti-Semitism and Islamophobia, the last bastion of culturally acceptable racism is against Roma and Traveller Gypsies. In this book Ruth Barnett aims to challenge the stereotypes and myths behind this racism. She says “I have no right to protest against anti-Semitism unless I also protest at other peoples being targeted through prejudice and hatred”. „It takes special courage to stand up for those who society maligns the most and Ruth encourages each person to find the inner courage to do so.“ Shauna Leven, Executive Director of René Cassin „If only there had been a book like Ruth Barnett’s when I was at school …. we would have seen how eerily similar some modern people’s attitudes towards Romani people, and other ethnic nomads like Irish Travellers, are to those held by the Nazis.“ Damian Le Bas, Editor, Travellers‘ Times

Esther Schulz-Goldstein: Die Sonne blieb stehen

Band 1: Seyfo, Mets Yerern, Sphagi Xerisomos – die Völkermorde unter Abdul Hamid, Kemal Atatürk und dem „Derin Devlet“. Berlin: ovum-Verlag, 2013. 370 S. Bibliographie.

Die interkulturell arbeitende Psychoanalytikerin Esther Schulz-Goldstein untersucht die Ursachen einer nicht zivilisierbaren Macht am Beispiel des Osmanischen Reiches und der Türkischen Republik. Es wird offensichtlich, dass die Gewaltentbindung im Untergang des Osmanischen Reiches mit der Gewalt korrespondiert, die zur Gründung des Reiches gebraucht wurde.

Online-Bestellung: http://www.novumverlag.com/buecher/ratgeber-sachbuch/sachbuch/die-sonne-blieb-stehen-band-1.html

Inhalt: Einleitung  S. 9/ 1.1 Gewalt in einer traditionellen Gesellschaftsformation. S. 27/ 1.2 Gewalt im türkischen Herrscherhaus. S. 34/ 1.3 Gewalt in der osmanischen Gesellschaft. S. 40/ 1.4 Folter als Sozialisationsfaktor. S. 43/ 1.5 Die Gewalt ist legalisiert. S. 44/ 1.6 Der Islamismus mündet im Djihad. S. 48/ 1.7 Der Verlust der osmanischen Identität und des Reiches. S. 56/ 2 Das kleinasiatische Christentum. S. 60/ 2.1 Kleinasien als Wiege des Christentums . S. 61/ 2.2 Die Gottesbildkonstruktionen der kleinasiatischen Christenheit. S. 64/ 2.3 Die armenische Nationalkirche. S. 69/ 2.4 Die beginnenden Massaker an den Christen. S. 71/ 2.5 Der Acheron fängt an zu schäumen. S. 86/ 2.6 Die Befehle zum Völkermord im Echo der Diplomatie. S. 94/ 2.7 Die Massaker münden im Genozid. S. 100/ 2.8 Die psychologische Kriegsführung im I. Weltkrieg. S. 110/ 3 Die neue Identitätspolitik bei der Gründung der türkischen Republik. S. 120/ 3.1 Eine neue Identitätskonstruktion. S. 120/ 3.2 Der ausgegrabene Vater der Türken. S. 129/ 3.3 Die türkische Fahne. S. 134/ 3.4 Die türkische Nationalhymne. S. 135/ 4 Charismatische Herrschaft. S. 144/ 4.1 Die religiösen Wurzeln des Personenkultes. S. 144/ 4.2 Die Ausformung des Mythos Mustafa Kemal. S. 147/ 4.3 Der Kriegseintritt. S. 175/ 4.4 Der Zusammenbruch des Osmanischen Reiches. S. 184/ 4.5 Der Krieg ist aus und Kemal im Vakuum der Macht. S. 198. / 4.6 Die Bilanz der Jungtürken. S. 202/ 4.7 Die Unschuld der Täter und die „Wiedergeburt“. S. 203/ 4.8 Mustafa Kemals Stern beginnt zu leuchten. S. 208/ 4.9 Mustafa Kemal, der Henker. S. 211/ 4.10 Die Ignoranz der europäischen Besatzungsmächte. S. 219/ 4.11 Mustafa Kemal, der Warlord in Ostanatolien. S. 224/ 4.12 Kemals Inszenierungskunst. S. 227/ 4.13 Mustafa Kemal wird Vorstand. S. 231/ 4.14 Leninustafa. S. 236/ 4.15 Das Chamäleon. S. 238/ 4.16 Mit einer Wahl und einem Massaker an die Macht. S. 241/ 4.17 Der Dschihadist Mustafa Kemal gewinnt. S. 247/ 4.18 Die Opposition wird ausgerottet. S. 254/ 4.19 Das Spiel mit den Medien. S. 259/ 4.20 Der Massenmörder am Schreibtisch. S. 261/ 4.21 Das jungtürkische De-facto-Recht. S. 264/ 4.22 Das ungläubige Izmir wird homogenisiert. S. 269 / 4.23 Die Entente anerkennt den Henker als Staatsmann. S. 274/ 4.24 Das Ende des Sultans. S. 279. / 5 Die Türkisierung der Macht. S. 286/ 5.1 Der Ethnozid im osmanischen Rumpfreich. S. 286/ 5.2 Der nationale Größenwahn. S. 293/ 5.3 Die Reformen. S. 309/ 5.4 Die Türkei feiert den Friedensvertrag von Lausanne. S. 312/ 5.5 Der Volkserzieher. S. 315/ 5.6 Kemal als Ideologe. S. 323/ 5.7 Der türkische Deus. S. 326/ 6 Literaturverzeichnis. S. 334/ 7 Danksagung. S. 366

Schlagworte zum Inhalt: Genozidale Innenpolitik Sultan Abdülhamits II. – Mustafa Kemal Atatürk – türkischer Nationalismus und Islamismus – Völkermorde – Dolchstoßlegende

Demirdirek, Şeyda; Guttstadt, Corry (Bearb.): Die auf den Weg ohne Heimkehr getrieben wurden; Lebenswege und Todeswege von Armeniern in literarischen Quellen.

Demirdirek, Şeyda; Guttstadt, Corry (Bearb.): Die auf den Weg ohne Heimkehr getrieben wurden; Lebenswege und Todeswege von Armeniern in literarischen Quellen.

Hamburg: IKW e.V., 2013. ISBN 9783929728811. 161 S.; zahlr. Abb. Online-Bestellung (u.a.): http://www.booklooker.de/B%FCcher/Demirdirek+Die-auf-den-Weg-ohne-Heimkehr-getrieben-wurden-Lebenswege-und-Todeswege-von-Armeniern-in/id/A01o5lga01ZZA

Inhalt

Vorwort — Edgar Hilsenrath: „Türkische Alpträume“ — Zabel Yesayan: Die Gärten von Silahtar — Jacques Der Alexanian: „Das Leben in Morenig“ — Fotografische Dokumente: Armenier im Osmanischen Reich — Karte: Lebensorte von Armeniern im Osmanischen Reich — Yervant Odian: Der Beginn des Krieges und Die verhängnisvolle Nacht — Chavarche Nartouni: Abschied von Armash — Pailadzo Captanian: „Eure Reise wird dort zu Ende sein, wo ihr krepiert“ — Armin T. Wegner: „Dies ist ein Weg, von dem es keine Heimkehr gibt“ — Franz Werfel: Zwischenspiel der Götter — Peter Balakian: „Können Sie uns eine Liste ihrer armenischen Versicherungsnehmer zuschicken?“ — Harry Stürmer: „0 Gott, wie ich Deutschland hasse!“ — Jacques Der Alexanian: „Auf dem Sklavenmarkt“ — Yervant Odian: „Die Rückkehr nach Konstantinopel“ — Margaret Ajemian Ahnert: „Mortsir – die Hoffnung, zu vergessen“ — Kohar Mazlimyan: Was hat die türkische Frau während der Kriegsjahre gemacht? — Migirdiç Margosyan: Mein Muttersprachabenteuer — Agop Arslanyan: Ich heiße Agop und komme aus Tokat — Hagop Mntzuri: Meine Geschichte — Karin Karakasli: Garine — Vorstellung des Projekts Houshamadyan.

Kurzinfo (Vorwort) des Verlags bzw. der Bearbeiterinnen (Hervorhebung: AGA):„Dies ist ein Weg, von dem es keine Heimkehr gibt“, notierte Armin T. Wegner, von dem wir den Titel entlehnt haben, im November 1915 in Rasal-Ayn im heutigen Nordsyrien. Der Genozid an den Armeniern und ihre Verschleppung in die syrische Wüste waren zu diesem Zeitpunkt seit sieben Monaten im Gange. Wegner, der 1915-1916 als Sanitätssoldat mehrere der Lager im heutigen Syrien aufsuchte, beschrieb mit seinem Tagebucheintrag das Los der vielen Hunderttausend Deportierten, die der sichere Tod erwartete. Doch eine Heimkehr gab es auch für die meisten Überlebenden nicht. Nicht für Zabel Yesayan, die sich der Deportation durch Flucht entzogen hatte, der die Erinnerung an den Ort ihrer Kindheit aber ein geistiger Zufluchtsort blieb; nicht für Ester, die von ihren armenischen Verwandten als „entehrt“ angesehen wurde, da sie, um ihr Leben zu retten, eine Ehe mit einem Türken eingegangen war, und nicht für Hagop Mntzuri, der zeitlebens nicht in das Dorf zurückkehrte, aus dem seine Frau, seine vier Kinder und alle anderen Angehörigen deportiert worden waren. Gerade deshalb mag dieser Ort in den meisten seiner Geschichten zum Symbol für das durch den Völkermord ausgelöschte Leben geworden sein. Eine „Heimkehr“ konnte es für die meisten Überlebenden aber auch deshalb nicht geben, weil ihre Häuser und ihr Besitz in der Zwischenzeit von türkischen oder kurdischen Nachbarn in Beschlag genommen oder an muhacirs [muslimische Einwanderer vom Balkan] verteilt worden waren und weil sich die 1923 gegründete Republik Türkei als ethnischer Nationalstaat konstituierte, der sich anschickte, Gesellschaft, Wirtschaft und Kultur mit allen Mitteln zu türkisieren. Arbeitsmöglichkeiten und kulturelle Rechte für Nichttürken waren dadurch beschnitten. Dieser Band ist kein wissenschaftliches Werk und kein Geschichtsbuch. Im Mittelpunkt steht nicht der Völkermord. Wir wollten die Armenier nicht auf ihr Schicksal als Opfer des Genozids reduzieren. Die meisten der hier versammelten Texte sind literarische, häufig autobiografisch geprägte Texte von Armeniern, die einen Eindruck ihrer vielfältigen Lebensrealitäten in Anatolien vermitteln. Sie lebten in Großstädten und in kleinen Dörfern, sie wohnten in Ortschaften mit rein armenischer Bevölkerung und als Minderheit unter muslimischen Nachbarn und sie waren in allen Schichten der Bevölkerung vertreten. Sehr viele Armenier waren Handwerker- Schlosser, Schmiede, Schreiner, Textilarbeiter-, aber es gab ebenso besitzlose Bauern, die sich mit der ganzen Familie einen Raum teilten, wie wohlhabende Bankiers oder Angestellte der osmanischen Verwaltung.

Frieze, Donna-Lee (Hg.): Totally Unofficial: The Autobiography of Raphael Lemkin

AGA-Leseempfehlung: Frieze, Donna-Lee (Hg.): Totally Unofficial: The Autobiography of Raphael Lemkin

New Haven, London: Yale University Press, 2013. XXVII, 293 S., Abb., Bibliographie, Index. ISBN 978-0-300-18696-3

Der im heutigen Belarus geborene jüdische Jurist und Autor der UN-Völkermordkonvention, Raphael Lemkin (1900-1959), erzählt äußerst anschaulich über seine Kindheit und Jugend sowie jene zeitgeschichtlichen Impulse, die ihn zu seinem Lebenswerk – der Durchsetzung eines internationalen Vertragswerks gegen die kollektive Vernichtung – motivierten. Dazu gehörte der Genozid an den Armeniern im Osmanischen Reich ebenso wie die persönliche Erfahrung von Flucht und Verfolgung im deutsch okkupierten Polen. Lemkin erweist sich als ebenso kenntnisreicher Historiker, wie als aufmerksamer Zeitzeuge. Im wahrsten Sinn ein document humain, dem wir viele LeserInnen wünschen!

Yvonne Robel: Verhandlungssache Genozid: Zur Dynamik geschichtspolitischer Deutungskämpfe.

Yvonne Robel: Verhandlungssache Genozid: Zur Dynamik geschichtspolitischer Deutungskämpfe.

München: Wilhelm Fink, 2013. 445 S. (Schriftenreihe Genozid und Gedächtnis).Bibliographie + Quellenverzeichnis; ISBN 978-3-7705-5567-3, 59 EUR.

Buchpublikation der Dissertation; die Verfasserin studierte Ethnologie, Kulturwissenschaften und Ost-/ Südosteuropawissenschaften in Leipzig und Halle. Sie beschäftigt sich u.a. mit vergleichender Genozidforschung und der Verbindung von Geschichtspolitik und Antiziganismus. In ihrer Promotion analysiert sie den deutschen Diskurs über Genozid am Beispiel des Völkermords an den Herero und Nama, Sinti und Roma sowie den Armeniern.

Inhaltsverzeichnis: Robel Inhaltsverzeichnis   ( 27kb)

Takibat, tehcir ve imha: Osmanlı İmperatorluğu’nda 1912-1922 yılları arasında Hıristiyanlara yönelik yaptırımlar.

Takibat, tehcir ve imha: Osmanlı İmperatorluğu’nda 1912-1922 yılları arasında Hıristiyanlara yönelik yaptırımlar.

Türkische Ausgabe der deutschen Erstausgabe „Verfolgung, Vertreibung und Vernichtung der Christen im Osmanischen Reich 1912-1922“ (Münster: LIT, 2004), dem Andenken der Übersetzerin Suzan Zengin (1960-2011) und den Opfern der Verfolgung, Vertreibung und Vernichtung gewidmet.

Derleyen: Tessa Hofmann. Türkçesi: Suzan Zengin. Editör: Ali Sait Çetinoğlu. Yayına Hazırlayan: Doğan Akhanlı. İstanbul: Belge Uluslararasi Yayıincilik, 2013. ISBN 978-975-3441-37-7. 341 s. 23 TL

Bestellung über: belgeyayinlari@gmail.com
http://www.belgeyayinlari.com

TAKİBAT, TEHCİR VE İMHA
Osmanlı İmparatorluğu’nda 1912-1922 Yıllarında Anadolu Hıristiyanlarına Yönelik Yaptırımlar

Der.: TESSA HOFMANN

Çok dinli, çok halklı Osmanlı Devleti’nin, tek bir etnik gruba dayalı ulusal bir devlete dönüşmesi, çok sancılı oldu ve Türkiye Cumhuriyeti’nin temelini oluşturdua. Bugüne kadar resmi tarihçiler yerli Hıristiyan halka yönelik uygulamaların, bizzat devlet tarafından planlanmış ve yönlendirilmiş olan bir jenosit olduğunu hep inkar ede geldiler. Bu kitapta yer alan Tessa Hofman’ın derlediği yazılar, Küçük Asya ve Doğu Trakya’daki etnik grupların (Ermeniler, Süryaniler ve Rumlar) tehcir ve imhasına ilişkin genel bir bakış sunmaya çalışıyor. Bu güne kadar, ne yazık ki bu konular hep tek başına, birbirinden soyutlanarak ele alındı ve araştırıldı.

Oysa modernleşmenin eşiğindeki geç Osmanlı tarihini kavramak, ancak tüm olaylara toplu bir bakışla ve mukayese yapmakla mümkün olabilir. Üç milyondan fazla insanın ya direkt olarak ya da ölüm yürüyüşlerinde yaşamını yitirdiği, en az beş milyon Hıristiyan’ın etnik ve dinsel bir arındırmaya uğratılması ile birlikte Ermenilerin, Rumların ve Süryanilerin Küçük Asya’daki 3 bin yıllık varlıkları da sona ermiş oldu.

IN MEMORIAM SUZAN ZENGİN [ 1960-2011]

Osmanlı İmparatorluğu’nun Rum Soykırımı: Küçük Asya’da yaşıyan Hıristiyanların yok edilmesi için planlanan Ulusal Kampanya (1912-1922) ve sonuçları ile ilgili çalışmalar : Tarih, Hukuk, Bellek.

Editörler Tessa Hofmann, Matthias Bjørnlund ve Vasileios Meichanetsidis

Cilt : 512 sayfa, 37 fotoğraf, harita
Caratzas Melissa Publications New York 2011
ISBN 978-0-89241-615-8
Dil : İngilizce

Osmanlı İmparatorluğu’nun çöküşünden Türkiye Cumhuriyeti’nin kuruluşuna kadar olan geçiş dönemi, amacı modern, ulusal bir devlet kurmak olan bir elit tarafından yönlendirilen birtakım süreçlerle karakterize edildi. Bu süreçlerden biri, bilinçli ve kasıtlı olarak Hıristiyan (ve diğer bazı) azınlıkların ortadan kaldırılması, gerçekte yok edilmesiydi. Demografik çalışmalara göre, sayılar ortadır: 1912 yılında, Küçük Asya ve Trakya bölgelerinde yaklaşık 4-5 milyon Hıristiyan ve 7-8 milyon Müslüman’ın yaşarken,1923 yılında 250-300.000 Hıristiyan kaldı.

Soykırım terimini ulusal hukuka dahil eden avukat Rafel Lemkin Küçük Asya’nın Hıristiyan nüfusunun kayboluşunu araştırarak ve inceleyerek, bu savaş suçu tanımı üzerine ilk fikirlerini oluşturdu. Oysa önde gelen Türkolog Neoklis Sarris Hıristiyan azınlığın yok edilmesinin Türkiye Cumhuriyeti’nin oluşum sürecinin bir parçası olduğunu kaydetti. Bu cildin editörlerinin işaret ettiği gibi Uluslararası Soykırım Araştırmacıları Birliğinin (International Association of Genocide Scholars) son kararı, Rum ve Süryani soykırımını tanırken, mağdur diğer grupların da varlığını gösterir. Bu nedenle, bu cilt, Türkiye Cumhuriyeti’nin kurulduğu alanda üçbin yıldan fazla yaşamış Yunan varlığının planlı olarak yok edilişinin, daha kapsamlı araştırılması ve incelenmesine katkıda bulunmak için çaba gösterir.

Geçtiğimiz yirmi yıl içinde Osmanlı / Türk bölgesinde Ermeni nüfusunun soykırımı ayrıntılı olarak incelendi. Küçük Asya ve Trakya Yunanlılarının Soykırımı bilimsel olarak çok daha az incelenmiştir. Bunun birçok nedeni vardır, bunlardan biri de Türk hükümetlerinin son yıllarda Türk-Yunan ilişkileri çerçevesinde bulunan diplomatlara gözdağı vermesi ve aynı zamanda akademik bütünlüğünü (milliyetçiliğe karşı mücadele bahanesi altında uluslararası sivil toplum örgütü tarafından desteklenen ve inkarcılar olarak kariyer yapan bazı bilim adamları, dahil) bozmasıdır.

Cilt aşağıdaki başlıklar altındaki makaleleri içermektedir : Tarihsel Genel Bakış, Belgeler, Yorum, Temsil ve Hukuk, Soykırım Eğitimi, Anma, Kavramsallaştırma ve ayrıca çok geniş bir bibliyografya.

The Asia Minor Catastrophe and the Ottoman Greek Genocide: Essays on Asia Minor, Pontos und Eastern Thrace, 1912-1922.

The Asia Minor Catastrophe and the Ottoman Greek Genocide: Essays on Asia Minor, Pontos und Eastern Thrace, 1912-1922.

Ed. By George N. Shirinian. Bloomingdale/Ill.: The Asia Minor and Pontos Hellenic Research Center, Inc., 2012. ISBN 978-1-4675-3496-3. 306 S.; Index. $40

Contents: Preface. – George N. Shirinian: Introduction. – Tessa Hofmann: The Genocide against the Christians in the Late Ottoman Period, 1912-1922. – Taner Akçam: The Greek Deportations and Massacres 1913-194: A Trial Run for the Armenian Genocide. – Matthias Bjornlund: The Persecution of Greeks and Armenians in Smyrna, 1914-1916: A Special Case in the Course of the Late Ottoman Genocide. – Harry J. Psomiades: Greece in Asia Minor: The Greek Naval Bombardment of Samsun Amisos, June 7, 1922. – Constantine Hatzidimitriou: The Destruction of Smyrna in 1922: American Sources and Turkish Responsibility. – Alexander Kitroeff: Asia Minor Refugees in Greece: A History of Identity and Memory: 1920s-1980s. – Van Coufoudakis: From Lausanne (1923) to Cyprus (2009): Turkey’s Violations of International Law and the Destruction of Historic Hellenic Communities. – Robert J. Pranger: U.S. Policy Obstacles in Recognizing the Genocides of Christian Minorities in the Late Ottoman Empire: Challenges and Opportunities. – Notes on the contributors. – Index.

Bestellung über: zoryan@zoryaninstitute.org

Über das Buch:

The Slow Disappearance of the Syriacs from Turkey: And of the Grounds of the Mor Gabriel Monastery.

Tozman (Eds.). Münster: LIT, 2012. 267 S. ISBN-10: 3643902689; ISBN-13: 978-3643902689

Bestellung: http://www.amazon.de/Slow-Disappearance-Syriacs-Turkey-Monastery/dp/3643902689/ref=sr_1_1?s=books-intl-de&ie=UTF8&qid=1358852528&sr=1-1

Wolfgang Gust (Hg.): Alman Belgeleri Ermeni Soykırımı 1915-1916 – Alman Dışişleri Bakanlığı Siyasi Arşiv Belgeleri.

Çeviren: Zekiye Hasançebi  A. Takcan. Istanbul: Belge Yayinlari, 2012. 992 S.

Endlich! Die türkische Ausgabe der von Wolfgang Gust edierten deutschen diplomatischen Aktenstücke ist erschienen! Inhalt und Qualität der Übersetzung nötigten sogar dem „Hürriyet“-Kommentator Mehmet Ali Birand Anerkennung ab (vgl. http://www.hurriyetdailynews.com/we-are-surrendering-ourselves-to-genocide–.aspx?pageID=449&nID=19114&NewsCatID=405)

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http://www.armenocide.de/armenocide/armgende.nsf/WebStart-Tr

Taner Akçam: Young Turks' Crime Against Humanity: The Armenian Genocide and Ethnic Cleansing in the Ottoman Empire.

Taner Akçam: Young Turks‘ Crime Against Humanity: The Armenian Genocide and Ethnic Cleansing in the Ottoman Empire.

Jersey: Princeton University Press, 2012. 528 S.ISBN-10: 0691153337; ISBN-13: 978-0691153339; Karten-Skizzen, Bibliographie, Index.

Verlagsankündigung: Introducing new evidence from more than 600 secret Ottoman documents, this book demonstrates in unprecedented detail that the Armenian Genocide and the expulsion of Greeks from the late Ottoman Empire resulted from an official effort to rid the empire of its Christian subjects. Presenting these previously inaccessible documents along with expert context and analysis, Taner Akçam’s most authoritative work to date goes deep inside the bureaucratic machinery of Ottoman Turkey to show how a dying empire embraced genocide and ethnic cleansing. Although the deportation and killing of Armenians was internationally condemned in 1915 as a „crime against humanity and civilization,“ the Ottoman government initiated a policy of denial that is still maintained by the Turkish Republic. The case for Turkey’s „official history“ rests on documents from the Ottoman imperial archives, to which access has been heavily restricted until recently. It is this very source that Akçam now uses to overturn the official narrative. The documents presented here attest to a late-Ottoman policy of Turkification, the goal of which was no less than the radical demographic transformation of Anatolia. To that end, about one-third of Anatolia’s 15 million people were displaced, deported, expelled, or massacred, destroying the ethno-religious diversity of an ancient cultural crossroads of East and West, and paving the way for the Turkish Republic. By uncovering the central roles played by demographic engineering and assimilation in the Armenian Genocide, this book will fundamentally change how this crime is understood and show that physical destruction is not the only aspect of the genocidal process.

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Raymond Kevorkian: The Armenian Genocide: A Complete History.

Raymond Kevorkian: The Armenian Genocide: A Complete History.

London: I.B. Tauris, 2011. 1029 S. ISBN-10: 1848855613, ISBN-13: 978-1848855618

“Le Monde” bezeichnete die archivgestützte Abhandlung des armenisch-französischen Wissenschaftlers als das bis heute umfassendste Werk zum Völkermord an den Armeniern. Wir nennen es ein Muss für alle, die sich mit armenischer Geschichte oder mit Genozidforschung befassen.

Online-Bestellung: http://www.amazon.de/Armenian-Genocide-Complete-History

Tessa Hofmann, Matthias Bjørnlund and Vasileios Meichanetsidis (ed.s): The Genocide of the Ottoman Greeks: Studies on the State Sponsored Campaign of Extermination of the Christians of Asia Minor (1912-1922) and Its Aftermath: History, Law, Memory.

Tessa Hofmann, Matthias Bjørnlund and Vasileios Meichanetsidis (ed.s): The Genocide of the Ottoman Greeks: Studies on the State Sponsored Campaign of Extermination of the Christians of Asia Minor (1912-1922) and Its Aftermath: History, Law, Memory.

New York: Aristide D. Caratzas Publisher, 2011. Hardcover; 512 pages, 37 photographs, maps. ISBN 978-0-89241-615-8, 75 USD

Die Transformationsperiode vom Zusammenbruch des Osmanischen Reiches bis zur Gründung der Türkischen Republik war geprägt von einer Anzahl von Prozessen, die weitgehend von einer kleinen Elite gelenkt wurden und die Schaffung eines modernen Nationalstaates zum Ziel hatten. Einer dieser Prozesse war die beabsichtigte und geplante Vernichtung, ja Ausrottung der Christen und einiger anderer nicht-muslimischer Minderheiten. Die Zahlen sind aussagekräftig: Im Jahr 1912 lebten in Kleinasien und Thrakien rund 4-5 Millionen Christen und 7-8 Millionen Muslime, im Jahr 1923 nur mehr 250.000 bis 300.000 Christen.

Der Jurist Raphael Lemkin, der den Begriff des Völkermordes in das internationale Recht eingeführt hat,  formulierte seine Vorstellungen über die Definition dieses Staatsverbrechens auf der empirischen Grundlage der Vernichtung der Christen von Kleinasien, während der herausragende Turkologe Neoklis Sarris feststellte, dass die Vernichtung der christlichen Minderheiten einen integralen  Bestandteil zur Gründung der Türkischen Republik ausmacht. Wie die Herausgeber dieses Bandes feststellen, schlug die Internationale Vereinigung der Völkermordforscher (International Association of Genocide Scholars) in ihrer Resolution vom 13.07.2007, die den Genozid an Griechen und Aramäern/Assyrern anerkannte, vor, eine breitere Palette von Opfergruppen zu nennen. Der vorliegende Sammelband stellt die Grundlagen für umfangreichere Studien zur vorsätzlichen Zerstörung und Beseitigung einer dreitausendjährigen griechischen Präsenz in jenem Gebiet bereit, das zur Türkischen Republik wurde.

Im Verlauf der beiden zurückliegenden Jahrzehnte ließ sich eine Vielzahl von Forschungsarbeiten über den Genozid an der armenischen Bevölkerung im osmanischen Herrschaftsgebiet verzeichnen. Eine weitaus geringere Anzahl wissenschaftlicher Publikationen befasste sich mit dem Völkermord an den Griechen Kleinasiens und Thrakiens. Es gibt viele Gründe für dieses Ungleichgewicht, einschließlich der Tatsache, dass die türkischen Regierungen Diplomaten im Rahmen der türkisch-griechischen Beziehungen erfolgreich eingeschüchtert und die akademische Integrität vieler korrumpiert haben (was einige Forscher dazu verleitete, im Namen der Bekämpfung des Nationalismus und unterstützt durch internationale NGOs,  Karriere als Genozidleugner zu machen).

Dieser Band enthält neben einem historischen Überblick und Dokumentationen Beiträge zu rechtlichen Aspekten, zu Bildung, Konzeptualisierungen sowie zur Gedächtniskultur sowie eine umfangreiche Bibliographie.

Bestellungen über:

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Caratzas/Melissa Books
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caratzasmelissabooks@gmail.com

Review: Hatzidimitriou Review – The genocide of the Ottoman Greeks  ( 68kb)

Rezension: http://muse.jhu.edu/journals/mediterranean_quarterly/v024/24.2.vallianatos.pdf

Olusoga, David; Erichsen, Casper: The Kaiser’s Holocaust: Germany’s forgotten Genocide and the Colonial Roots of Nazism

Olusoga, David; Erichsen, Casper: The Kaiser’s Holocaust: Germany’s forgotten Genocide and the Colonial Roots of Nazism

London: Faber & Faber, 2011, Paperback • ISBN-10: 057123142X; • ISBN-13: 978-0571231423; 400 S.

Buchbesprechung – Review: PDF zum Download  ( 57kb)

Dündar, Fuat: Crime of Numbers: The Role of Statistics in the Armenian Question (1878-1918)

Dündar, Fuat: Crime of Numbers: The Role of Statistics in the Armenian Question (1878-1918)

New Brunswick; London: Transaction Publishers, 2010. XIV, 238 S. Ktn.-Skizzen, Tabellen, Index. ISBN 978-1-4128-1100-2

Online-Bestellung: http://www.amazon.de/Crime-Numbers-Statistics-Armenian-1878-1918

Sarafian, Ara: Talaat Pashas Report on the Armenian Genocide, 1917

London: Gomidas Institute, 2011. 70 S.; Tabellen, Ktn.-Skizzen; ISBN 978-1-903656-61-7

Kommentierte Veröffentlichung des Berichts des osmanischen Innenministers Talaat zu den Deportationen und Beschlagnahmungen der Jahre 1915/16, auf der Grundlage der 2008 in der Türkei veröffentlichten Privatpapiere Talaats.

In der Schlussbemerkung des Herausgebers Sarafian heißt es:

The existence of such a booklet, especially in the private papers of Talaat Pasha, gives us insights into the inner world of the Ottoman government and its anti-Armenian policies. The sanitized language is particularly noteworthy and explains an emerging, more respectable, denialist discourse. Though fascinating in an iconic way, neither the terminology nor the data presented in this document can be taken at face value. This caveat applies not only to the treatment of Ottoman Armenians and Greeks, but also different unnamed Muslim groups, such as Kurds, who were also much abused during Talaats attempt at changing the social composition of the late Ottoman Empire.

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Zeki Joseph: Beth Qustan: Ein aramäisches Dorf im Wandel der Zeiten.

Bar Ebroyo Verlag 2010. 114 S. ISBN: 978-90-5047-032-2, 20 EUR

Dieses Buch bietet einen kompetenten Überblick über die Geschichte des Dorfes Beth Qustan, wo der Hauptheilige des Tur „Abdin, Mor Gabriel, das Licht der Welt erblickte. Mehr als 1500 Jahre seiner Geschichte, von der Zeit der Römer bis zur Gegenwart, werden in dieser Einführung kenntnisreich, verständlich und spannend erzählt und erläutert. Übersetzungen von alten Inschriften und Manuskripten, Erläuterungen zu Kirchen, Personen, Ereignissen unterstützen und ergänzen die im Text dargestellten Inhalte. Ein Ausblick auf Beth Qustan im Jahr 1915 (dem „Jahr des Schwertes“ bzw. Genozids) und seinen Folgen beschließt das Buch.

Über den Autor: Geboren 1983 in Beth Qustan immigrierte Zeki Joseph 1987 gemeinsam mit seiner Familie nach Deutschland, wo er sein Abitur in Heilbronn bestand und in der Universität Mannheim Softwaretechnologie studierte. Sein Interesse gilt der Geschichte der Aramäer. Er lebt und arbeitet in Italien.

Bestellungen können direkt beim Autor ausgeführt (zjoseph@urhoy.info) werden.

Zeki Joseph: Mor Gabriel aus Beth Qustan: Leben und Legende eines syrischen abtbischofs aus dem 7. Jahrhundert

Zeki Joseph: Mor Gabriel aus Beth Qustan: Leben und Legende eines syrischen abtbischofs aus dem 7. Jahrhundert

Hildesheim: Olms 2010. VI/148 S. mit 42 Abb. (Theologische Texte und Studien: Bd. 15) ISBN: 978-3-487-14476-4; 29,80 EUR

Abtbischof Mor Gabriel, geboren 593 in Beth Qustan, ist der berühmteste Sohn des Tur Abdin, des „Berges der Gottesknechte“, einer Landschaft im Südosten Anatoliens. Der heute gebräuchlichste Name des im Jahre 397 erbauten Klosters, das im Mittelalter eines der angesehensten und reichsten des ganzen Orients war, bezieht sich auf ihn. Mor Gabriel ist wegen seiner Wunder berühmt und verbindet heute wie damals die Menschen über die Grenzen von Konfessionen und Religionen hinweg.

In diesem Buch wird erstmals eine kommentierte deutsche Übersetzung der Lebensbeschreibung des Mor Gabriel aus dem Syrischen veröffentlicht. Der Autor, selbst aus Beth Qustan gebürtig, stützt seine Arbeit auf ein gründliches Quellenstudium. Neben der Literatur bezieht er auch mündliche Überlieferungen ein und übt historische Kritik an widersprüchlichen Berichten. Zahlreiche Abbildungen des Klosters und der syrischen Manuskripte runden das Werk ab.

Bestellungen können direkt beim Autor ausgeführt (zjoseph@urhoy.info) werden.

Der Diskurs über den Armeniermord in der Türkei zwischen Nationalismus und Europäisierung

Seyhan Bayraktar:
Politik und Erinnerung

ISBN 978-3-8376-1312-4 Reihe Global Studies
August 2010, 314 S., kart., 29,80 €

Verlagsankündigung: Der problematische Umgang der Türkei mit dem Mord an den Armeniern während des Ersten Weltkriegs wird in der kontroversen Debatte um den EU-Beitritt der Türkei zwar viel beachtet, ist bislang aber kaum systematisch untersucht worden: Wie haben sich der Erinnerungsdiskurs und die Vergangenheitspolitik in der Türkei im Zeitverlauf entwickelt? Welche Rolle spielt nationale Identität? Wie wirkt sich der internationale Druck aus, der die „Europafähigkeit“ der Türkei zunehmend an deren Anerkennung des Völkermordcharakters der Vertreibungspolitik koppelt?

Die Vertreibung der Armenier ist zwar von einem randständigen Thema in den Mittelpunkt der gesellschaftlichen Auseinandersetzung in der Türkei gerückt.

Seyhan Bayraktar kann aber anhand der beteiligten Akteure, diskursiven Rahmungen und vergangenheitspolitischen Maßnahmen zeigen, dass dieser Wandel keine paradigmatische Abkehr vom Leugnungsdiskurs bedeutet, sondern für eine zunehmend ausgefeiltere Deutung der Geschichte steht, die sowohl innen- als auch außenpolitisch strategiefähig ist.

Seyhan Bayraktar (Dr. rer. soc.) arbeitet am Forschungsbereich Öffentlichkeit und Gesellschaft (fög; www.foeg.uzh.ch) der Universität Zürich. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Politische Kommunikation, Türkei, Europäische Union, Migration und Nationalismus.

Leseprobe:
http://www.transcript-verlag.de/ts1312/ts1312_1.pdf

Online-Bestellung:
http://www.transcript-verlag.de/ts1312/ts1312.php

Serge Momjian: Memories of the Past.

Serge Momjian: Memories of the Past.

Austin & Macauley Publishers, 2010. 190 S.
ISBN-10: 1849630046

Der erste “historische Roman” des aus Beirut stammenden Romanschriftstellers S. Momjian handelt von Wartan Apelian, der im Alter von zwei Jahren seine Eltern während des Genozids verliert. In den 1930er Jahren nach USA emigriert, interviewt er dort andere Überlebende des Völkermords und folgt seinen eigenen armenischen Wurzeln, bis er am Ende seine

Mutter als vergessene, zum Islam übergetretene Greisin wieder findet.

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http://www.amazon.co.uk/Memories-Past-Serge-Momjian/dp/1849630046

Baghdjian, Kevork K.: The Confiscation of Armenian properties? by the Turkish Government said to be abandoned.

Translated and Edited from the original French edition by Dr. A. B. Gureghian. Antelias: K. Babikian Foundation of the Armenian Catholicossate of Cilicia, 2010. 547 S. 12 USD

Abhandlung zu den Beschlagnahmungen armenischen Eigentums durch die türkische Regierung 1915 unter juristischen Gesichtspunkten.

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http://www.armenianorthodoxchurch.org/v13/doc/english%206.htm

Martin Bitschnau (Hg.): Armenien: Tabu und Trauma. Bd. 1: Die Fakten im Überblick.

Martin Bitschnau (Hg.): Armenien: Tabu und Trauma. Bd. 1: Die Fakten im Überblick.

Wien: apyrenum press, 2010. 322 S.; Abb. (s/w); Glossar; Indizes. 38,90 EUR Mit Beiträgen (teilweise Nachdrucken) von Taner Akçam, Do?an Akhanl , Martin Bitschnau (elf Beiträge), Hans-Lukas Kieser, Dominik Schaller, Gregory Stanton und Martin Tamcke

Der Verlag über das Buch
Dieses Buch beschreibt den Völkermord an den Armeniern durch die osmanischen Türken und seine Auswirkungen. Dabei liegt das Hauptaugenmerk auf der post-genozidalen Zeit. Hierbei spielt die Vernichtung der armenischen Identität in der Türkei durch bürokratische Mittel und das fortwährende Leugnen der Faktizität der historischen Tatsachen durch die Türken die zentrale Rolle. Zwei juristische Artikel zur Leugnungsbekämpfung auf juristischem Weg runden das Buch ab.

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Ruth Barnett: Person of no Nationality

Ruth Barnett: Person of no Nationality

A Story of Childhood Separation, Loss and Recovery. London: David Paul Books, 2010. 276 S. ISBN 978-0-9548482-7-9

https://www.amazon.co.uk/Person-No-Nationality-Childhood-Recovery/dp/0954848276/ref=sr_1_1?keywords=Person-No-Nationality-Childhood-Recovery&qid=1668690289&sr=8-1

Die antijüdischen „Nürnberger Gesetze“ (15. September 1939) beraubten die jüdischen Bürger Deutschlands unter anderem ihrer Staatszugehörigkeit. Als „staatenlose Person“ kam die vierjährige Berlinerin Ruthchen mit ihrem älteren Bruder Martin im Februar 1939 durch den „Kindertransport“ nach England, wuchs dort während des Weltkrieges auf und wurde 1949 unerwartet mit ihren Eltern „wiedervereint“ – ein mutmaßliches Happyend. Doch AGA-Mitglied Ruth Barnett macht in ihrem Lebensbericht sehr deutlich, dass es so einfach nicht gehen kann. Die frühe Trennung von den Eltern und die Erfahrung in drei aufeinander folgenden englischen Pflegefamilien führten ebenso zu Selbstzweifeln und Identitätskrisen wie das Wiederauftauchen der Eltern vier Jahre nach dem Weltkrieg. Deren Versuch, das Ehe- und Familienleben dort fortzusetzen, wo es der Holocaust und Weltkrieg zerrissen hatten, musste scheitern. Nur Martin, der ältere Bruder, entschied sich zur Rückkehr nach Deutschland und für eine christliche Identität, Ruth dagegen für das Judentum und den Erwerb der britischen Staatszugehörigkeit. Nachdem sie als Kind und Jugendliche unfreiwillig von Land zu Land, Sprache zu Sprache, Identität zu Identität weitergereicht wurde, schafft sie sich als junge Erwachsene in bewussten Entscheidungen ihre eigene Familie und Zugehörigkeiten. Eine reiche Berufserfahrung als Lehrerin und Psychotherapeutin, gefolgt vom zunehmenden Engagement im Bereich der schulischen Genoziderziehung bestimmten ihren weiteren Lebensweg.

Ruth Barnett erzählt eindrucksvoll und in einer klarer, allgemein verständlicher Sprache von den Auswirkungen von Völkermord auf die kindliche Psyche, vom Trauma der Familientrennung und von der Unmöglichkeit der vollständigen Heilung dieser Verluste. Zugleich ist ihr Lebensbericht ein eindrucksvolles Zeugnis dafür, dass die eigene Schmerzerfahrung zu einem besonderen Gespür für das Leid anderer und zu entsprechendem gesellschaftlichem Engagement führen kann.

Leseprobe

Schon bald nachdem ich anfing, in Schulen zu gehen, merkte ich, wie gefährlich es ist, sich bei der Genoziderziehung ausschließlich auf den Holocaust zu beschränken, weil das die Probleme sehr entfernt wirken lässt. Fall mich also Schüler fragen, ob ich glaube, dass der Holocaust noch einmal geschehen könnte, so antworte ich, dass alles, was einmal geschehen ist, sich wiederholen kann, falls wir es nicht verhindern. Wenn sie dagegen halten, dass so etwas nicht in England vorkommen kann, dann diskutierte ich mit ihnen den Schuldanteil, den jedes europäische Land besitzt, weil es den Holocaust zugelassen hat. Ich erzählte ihnen auch von anderen Genoziden und davon, wie Schikanen, Vorurteile und Rassismus schließlich zu Völkermord führen, falls ihnen nicht Einhalt geboten wird.

Ich glaube ebenfalls, dass wir die Straflosigkeit späterer Genozide erzeugen, falls wir Völkermorde ignorieren, die von den Tätern geleugnet werden, so wie es die Türkei noch immer in Hinblick auf mehr als eine Millionen christlicher Armenier, Griechen und Assyrer tut, die von den osmanischen Türken zwischen 1915 und 1923 abgeschlachtet wurden.

Viele Türken haben nie vom Völkermord an den Armeniern erfahren, weil dieser vom Diskurs in der Türkei verbannt wurde. Diese Ignoranz bedeutet, dass der Genozid andauert. Die Nachfahren der Überlebenden empfinden es so, als ob ihre Vorfahren ein zweites Mal gemordet werden, als ob sie nie existierten. Um die Wahrnehmung des armenischen Genozids zu unterstützen, reiste ich im August 2007 mit einer Gruppe nach Armenien und pflanzte im Namen der Liberalen Juden Großbritanniens einen Baum im Garten des Erinnerns in Jerewan.“

Odian, Yervant: Accursed Years: My Exile and Return from Der Zor, 1914-1919.

Translated from original Armenian by Ara Stepan Melkonian with an introduction by Krikor Beledian. (London): Gomidas Institute, 2009, xvi + 326 pp., foldout map, photos, index, pb., UK£18.00 / US$25.00 + Versandkosten

Jerwand Otjan (Westarmenisch: Jerwant Odjan; 1869-1926) gilt als einer der bedeutendsten armenischen Satiriker. Obwohl er der Massenfestnahme vom 24. April 1915 in Konstantinopel zunächst entging, wurde er später doch verhaftet und nach Der-es-Sor (Nordostsyrien) deportiert. Bei seiner Ankunft waren dort bereits Hunderttausende Armenier an Seuchen zugrunde gegangen, verhungert oder abgeschlachtet worden. Odjan überlebte nicht zuletzt dank seiner Deutsch- und Französischkenntnisse, denn er diente deutschen Beamten als Übersetzer. Nach der osmanischen Kriegskapitulation engagierte sich Otjan für armenische Waisen. Sein Bericht über die Jahre der Deportation und Verbannung ist sehr zeitnah, 1919, verfasst worden und zählt zu den wichtigsten Zeugnissen armenischer Völkermordüberlebender.

Direktbestellung: books@gomidas.org oder books@garodbooks.com

Rezension: Rezension Jerwand Otjan ( 2,2 MB)

Gülçiçek Günel Tekin: Kara Kefen – Müslümanlastirilan Ermeni Kadinlarinin Drami

Schwarzes Leichentuch – Das Drama der islamisierten armenischen Frauen.

Istanbul (Belge Yayinlari) 2008, 154 S. ISBN: 975-344-412-5.

Rezension von Dr. Raffi Kantian: Rezension Kara Kefen ( 620 KB)

Alan Greenblatt: Rewriting History: Can Nations come to terms with their own Legacies? “CQ Global Researcher – Exploring International Perspectives”

December 2009, Volume 3, Number 12, Seiten 311-336; http://library.cqpress.com/globalresearcher/

Die Mehrzahl der im 20. Jahrhundert begangenen Genozide wurden als “inländische” (domestic) Völkermorde an der eigenen Bevölkerung oder Teilen davon begangen. Im Umgang mit dieser kriminellen Vergangenheit haben die meisten verantwortlichen Staaten oder ihre Nachfolger eben solche Probleme, wie die individuellen Nachfolger der Täter. Ihre Weigerung, der Sichtweise der Oper zu folgen und die Dimension des Verbrechens wahrzunehmen, erweist sich als eines der größten Hindernisse für dauerhafte Aussöhnung.

In seinem Aufsatz schildert A. Greenblatt vergleichend wissenswerte Einzelheiten und stellt die wichtige Frage, ob – vor dem Hintergrund wachsenden Geschichtsbewusstseins in zahlreichen Gesellschaften – Rechenschaftspflicht und Verantwortungsübernahme ein Menschenrecht darstellen, obwohl sie noch nicht zu den verbrieften Menschenrechten gehören.

Wünschen würden wir es uns angesichts der anhaltenden Leugnungen von Völkermord an den Christen des osmanischen Reiches durch die Türkei, des Holodomor durch Russland, der von Japan begangenen Verbrechen etc. etc. Andere Staaten dagegen haben sich frühere Verbrechen bei den Opfern und ihren Nachfahren entschuldigt.

http://library.cqpress.com/globalresearcher/

Michael Bobelian: A Forgotten Genocide and the Century-long Struggle for Justice.

Michael Bobelian: A Forgotten Genocide and the Century-long Struggle for Justice.

New York, London, Toronto, Sydney: Simon & Schuster, 2009. 320 S. Index. ISBN-10: 1416557253, ISBN-13: 978-1416557258

Anhand von Einzelschicksalen – die Rächer Gurgen Yanikian und Soromon Tehlirian, der Anwalt Vartkes Yeghiayan sowie Prof. Van Krikorian – zeichnet der Autor die beiden Hauptwege der persönlichen Aufarbeitung des Genozid-Traumas durch armenische Überlebende und ihre Erben nach: Vergeltung oder Engagement für die Durchsetzung von Anerkennungs- und Wiedergutmachungsansprüchen. Der Autor, den die Frage nach den Auswirkungen der „beispiellosen Verzögerung von Gerechtigkeit“ zu seinem Buch motivierte, bezeichnet den Kampf der Armenier als fast einzigartiges Phänomen: „Kaum ein anderes Volk war an einem weltweiten Feldzug für die Gerechtigkeit beteiligt, der sich über Jahrzehnte erstreckte.“

Online-Bestellung:
http://www.amazon.de/Children-Armenia-Forgotten-Genocide-Century-long/…

Erzählte Lebenserinnerungen: Edgar Hilsenrath – „Deutsch war nicht die Sprache der Nazis. Es war meine Sprache.“

Wiesbaden: Aktives Museum Spiegelgasse für Deutsch-Jüdische Geschichte in Wiesbaden e.V., 2009. 2 CD-Roms, 19,50 EUR (Edition Zeugen einer Zeit)

In der von Gabriele Diedrich konzipierten „Edition Zeugen einer Zeit“ ist nun auch eine Doppel-CD mit den Erinnerungen des in Berlin lebenden deutsch-jüdischen Romanschriftstellers Edgar Hilsenrath erschienen. Auf CD 1 berichtet E. Hilsenrath unter anderem über die Entstehung des Romans „Märchen vom letzten Gedanken“ über den Völkermord an den Armeniern. CD 2 enthält Lesungen von Ulrich Matthes aus Hilsenraths Werk, darunter auch aus dem „Märchen“.

Erhältlich im Buchhandel oder bei der Geschäftsstelle des Aktiven Museums Spiegelgasse für Deutsch-Jüdische Geschichte in Wiesbaden e.V., Spiegelgasse 9, 65183 Wiesbaden, Tel.: 0611/305221,
http://www.am-spiegelgasse.de/

Wolfgang Weeber: Ansprüche der Opfer des Völkermordes an den Armeniern 1915: Eine völkerrechtliche Analyse des Völkermords an den Armeniern, die daraus (nicht) gezogenen Konsequenzen und Vorschläge zur Wiedergutmachung.

Südwestdeutscher Verlag für Hochschulschriften, 2009. 336 S. 98 EUR. – ISBN-10: 3838101359; – ISBN-13: 978-3838101354

Nach den Historikern äußern sich die Juristen! Über die Dissertation des österreichischen Juristen W. Weeber schreibt der Verlag in seiner Ankündigung:

Im Zuge des Ersten Weltkriegs wurden rund 1,5 Millionen Armenier im Osmanischen Reich systematisch verfolgt und ermordet. Bis auf wenige Ausnahmen wurden die Verantwortlichen für diese Verbrechen nie zur Verantwortung gezogen. Dieser Umstand hat dazu beigetragen, dass den Opfern und ihren Nachkommen bis heute keinerlei Wiedergutmachung geleistet wurde. Ankara weist den Vorwurf des Völkermordes bis heute entschieden zurück, die bloße Erwähnung des Wortes Völkermord im Zusammenhang mit den Ereignissen von 1915 ist in der Türkei gerichtlich strafbar. Der Autor weist nach, dass diese Ereignisse aus völkerrechtlicher Sicht zweifelsfrei als Völkermord im Sinne der UN-Völkermordkonvention zu qualifizieren sind. Anhand vergleichbarer Fälle wird analysiert, welche rechtlichen Konsequenzen Völkermorde und andere völkerrechtliche Verbrechen nach geltendem Völkerrecht nach sich ziehen müssten, vergleicht diese Erkenntnisse mit der Situation der Opfer von 1915 und erörtert Möglichkeiten, die berechtigten Ansprüche dieser Menschen und ihrer Nachkommen noch heute durchzusetzen.

Online-Bestellung: http://www.amazon.de/Ansprüche-Opfer-Völkermordes-Armeniern-1915/dp…

The Theatre of Genocide: Four Plays about Mass Murder in Rwanda, Bosnia, Cambodia, and Armenia.

Edited and with an introduction by Robert Skloot. Madison/Wisconsin: The University of Wisconsin Press, 2008. 232 S. ISBN-10: 0299224740 ISBN-13: 978-0299224745

Darin: Robert Skloot: Introduction: “The Light of Dead Stars”. S. 3/ Lorne Shirinian: Exile in the Cradle. S. 29/ Catherine Filloux: Silence of God. S. 74/ Kitty Felde: A Patch of Earth. S. 126/ Maria Kizito: Erik Ehn. S. 178/ Other Plays about Genocide in English. S. 221/ Contributors. S. 222

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Nurcan Kaya: Forgotten or Assimilated?: Minorities in the Education System of Turkey.

Nurcan Kaya: Forgotten or Assimilated?: Minorities in the Education System of Turkey.

(London): Minority Rights Group International, 2009. 40 S. ISBN-10: 1904584845 ISBN-13: 978-1904584841 – £5.95

Der Bericht der britischen Minderheitenschutzorganisation MRG beruht auf zahlreichen Interviews mit Lehrern oder Mitarbeitern von ethnischen und religiösen Minderheitenorganisationen in der Türkei. In der Schlussfolgerung (S. 27) heißt es: „Die Türkei ist weit davon entfernt, internationalen Standards gerecht zu werden und ihre Minderheiten vor Diskriminierung, Bedrückung und Erniedrigung zu schützen. Die Diskriminierung ist durchgehend, und falls auch nicht vollständig systematisch, so sind doch manche Schullehrbücher immer noch diskriminierend. Kinder und Lehrer mit Minderheitenhintergrund fürchten Diskriminierung und verbergen deshalb ihre ethnische oder religiöse Zugehörigkeit. Es sind keine wirksamen Mechanismen für Diskriminierungsopfer vorgesehen, um Rechtsmittel einlegen zu können.

Das Erziehungswesen widerspiegelt deutlich die Staatspolitik gegenüber Minderheiten. Es unterstützt nicht die Vielfalt, sondern nur eine Identität, eine Sprache. Während das Gesetz die türkische Sprache und Kultur unterstützt, sind Minderheitensprachen verboten oder werden ignoriert. Obwohl das Erziehungswesen als ein wirksames Instrument verwendet werden könnte, um Toleranz, Multikulturalismus sowie Frieden zu fördern, verstärkt es die Ängste und den Hass in seiner gegenwärtigen Form. Es besteht eine eindeutige Notwendigkeit, um die gesetzlichen Standards mit internationalen in Übereinstimmung zu bringen. Zu diesem Zweck wäre ein umfassendes Anti-Diskriminierungsgesetz notwendig, das wirksame Rechtsmittel vorsieht. Es sollten sowohl gesetzliche, als auch behördliche Mittel vorhandeln sein, um diskriminierendes Verhalten zu verhindern und jene vor Gericht zu stellen, die Diskriminierung praktizieren. Der Lehrplan müsste vollkommen umgestaltet werden, um nationalistische Formulierungen zu entfernen und Informationen über Minderheiten einzuschließen, mit dem Ziel der Toleranz- und Friedenserziehung. Dies sollte in Abstimmung mit den Minderheiten geschehen und in Anwendung des internat9onalen Rechts sowie der Erfahrungen anderer Länder.“

Die Autorin N. Kaya ist eine auf Minderheitenrechte spezialisierte Anwältin und seit 2006 Türkei-Koordinatorin bei MRG.

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Grigoris Balakian: Armenian Golgatha: A Memoir of the Armenian Genocide, 1915-1918.

Grigoris Balakian: Armenian Golgatha: A Memoir of the Armenian Genocide, 1915-1918.

Translated by Peter Balakian with Aris Sevag. New York: Alfred A. Knopf, 2009. 510 S. 5 Ktn., 16 S. Abb. ISBN-10: 030726288X ISBN-13: 978-0307262882

„Ich sah mich einer schmerzlichen und doch wichtigen Verantwortung gegenüber: Diese Geschichte aufzuschreiben bedeutete, jene schwarzen Tage, deren Erinnerung mich mit Entsetzen erfüllte, täglich aufs Neue zu durchleben. Obwohl ich mich körperlich gesund fühlte, war ich geistig krank. Doch ich besaß die heilige Pflicht, für künftige Generationen diese bittere Geschichte niederzuschreiben.“ (Grigoris Balakian)

Grigoris Balakian (Palakjan) war einer der führenden Intellektuellen seiner Generation. 1901 zum Archimandriten geweiht, studierte er Theologie in Berlin und stieg später zum armenisch-apostolischen Bischof für Südfrankreich auf. Nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges kehrte Balakian als osmanischer Staatsangehöriger in seine Heimatstadt Konstantinopel zurück. Dort wurde er mit zahlreichen anderen namhaften Armeniern am 7. Mai 1915 (24. April alter Kalenderrechnung) festgenommen und deportiert. Er gehörte zu den wenigen, die diese gezielte Enthauptung der armenischen Elite überlebten, denn er entkam nicht zuletzt mit Hilfe deutscher Angestellter der Bagdadbahn. Am 4.Januar 1919 schiffte er sich aus Konstantinopel aus und kehrte nie mehr in seine Heimat zurück, wohl aber nach Berlin: Beim so genannten „Prozess Talaat Pascha“ (2./3. Juni 1921) trat er als Zeuge der Verteidigung auf. Zu seinen Buchveröffentlichungen zählen unter anderem seinen zweibändigen Erinnerungen „Das Armenische Golgatha“ (Wien: Mechitaristendruckerei 1922; Paris: Imprimerie Araxes, 1959), die jetzt erstmals in einer Gesamtübersetzung in eine europäische Sprache vorliegen. Damit ist einer der wichtigsten und ausführlichsten Überlebenden- und Augenzeugenberichte zum Völkermord an den Armeniern einem breiteren Publikum zugänglich gemacht worden. – Der in USA lebende Übersetzer und Herausgeber Peter Balakian ist der Großneffe des Autors.

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Rezension: Rezension Grigoris Balakian ( 2,1 MB)

Fethiye Çetin: My Grandmother

Fethiye Çetin: My Grandmother

Translated by Maureen Freely. London: Verso, 26. Mai 2008. ISBN: 9781844671694. 144 S. £12.99

Nach Übersetzungen ins Ost- und Westarmenische, Französische sowie Italienische erscheint „Anneannem“ (2004; „Meine Großmutter“) nun in englischer Übersetzung, die von der bekannten Übersetzerin Orhan Pamuks stammt. Die Verfasserin und Rechtsanwältin Fethiye Çetin schildert posthum den Lebensweg ihrer Großmutter, die als Muslim und Türkin aufwuchs, jedoch von armenischen Deportierten abstammte. Als Anwältin hat F. Çetin unter anderem den 2007 ermordeten armenischen Journalisten und Zeitungsverleger Hrant Dink vertreten.

Wilfried Eggers: Paragraf 301: Roman.

Wilfried Eggers: Paragraf 301: Roman. Grafit Verlag GmbH. 2008, 448 Seiten. 19,90 EUR • ISBN-10: 3894256583 • ISBN-13: 978-3894256586

In seinem dritten Roman behandelt der Autor den Völkermord in Dersim und die Lage der alevitischen Gemeinschaft in und aus der Türkei.

Kurzbeschreibung des Verlags:
Heyder Cengi, ein Türke alevitischen Glaubens, hält sich illegal in Deutschland auf und übernimmt Hilfsarbeiten auf dem Bau. Als eines Tages ein Kontrolleur vom Arbeitsamt erscheint, kommt es zu einem Handgemenge. Der deutsche Beamte stürzt vom Gerüst und stirbt. Währenddessen bittet der Dönerbudenbesitzer Kemal Kaya den Rechtsanwalt Peter Schlüter, die Auslieferung seines Neffen Emin Gül an die türkische Justiz zu verhindern. Gül ist dort zu zwanzig Jahren Haft verurteilt worden, weil er an einem Brandanschlag auf ein Hotel in Sivas beteiligt gewesen sein soll, bei dem 37 Menschen zu Tode kamen. Ein Fehlurteil, sagt Kaya. Mit ein wenig Bauchgrimmen – hat er doch so gar keine Ahnung von der Türkei – übernimmt Schlüter das Mandat. Er versucht, sich den dort geltenden Gesetzen, der Kultur und den Menschen zu nähern, doch als er auch mit dem Fall Heyder Cengi konfrontiert wird, gerät er in einen Gewissenskonflikt. Ein vor Jahrzehnten begangener Völkermord wirkt bis heute und sogar bis ins tiefe norddeutsche Moor nach …

Über den Autor
Wilfried Eggers, geboren 1951, Studium der Rechtswissenschaften und skandinavischer Sprachen in Kiel. Verheiratet, drei Kinder. Seit Ende der Siebzigerjahre selbstständiger Rechtsanwalt und Notar auf dem Dorfe im feuchten Weser-Elbe-Dreieck. Überzeugter Moorbewohner. Bauernsohn, nach einigen hundert Jahren Tradition jetzt degeneriert zum Hobbygärtner. Nachdem seine Kinder aus dem Haus sind, ist er wieder mehr auf Reisen; eine hat ihn nach Tunceli (Dersim) in der Türkei geführt, einem Ort im gebirgigen Osten Anatoliens, an dem Fürchterliches passiert ist …

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Hrant Dink: Von der Saat der Worte. Hrsg. und übers. von Günter Seufert. Berlin: Schiler Verlag, 2008. 183 S. 24 EUR• ISBN-10: 3899302222 • ISBN-13: 978-3899302226

Rezension:
Freitag, 03. Oktober 2008
Von Aufrichtigkeit, Fleiß und Heldenmut
Eine Textsammlung des ermordeten türkisch-armenischen Publizisten Hrant Dink
Thomas Schmid
Die Demonstration war ein Novum in der Geschichte der Türkei. Im Januar des vergangenen Jahres versammelten sich weit über hunderttausend Personen in Istanbul. Viele trugen ein Plakat, auf dem stand: „Wir sind alle Armenier“ – und dies im Land, in dem vor bald hundert Jahren über eine Million Armenier umgebracht wurden, in dem Regierung wie Opposition diesen Völkermord bis heute leugnen und in dem die Nachkommen der überlebenden Armenier ein Schattendasein führen.

Was war passiert? Am Vorabend der Demonstration war Hrant Dink, ein armenischer Journalist, einem Attentat zum Opfer gefallen. Die Schüsse hatte ein 17-jähriger Türke abgegeben. Die Drahtzieher des Mordes – daran bestehen kaum noch Zweifel – sind im „tiefen Staat“ zu suchen. Damit bezeichnet man in der Türkei das konspirative Geflecht von rechtsradikalen Nationalisten und Teilen des Geheimdienstes und der Armee, die sich der Demokratisierung des autoritär verfassten Staats notfalls terroristisch widersetzen. Und eben deshalb, weil sie intuitiv spürten, dass die tödlichen Schüsse nicht nur dem armenischen Publizisten galten, sondern der demokratischen Öffnung schlechthin, waren über hunderttausend Menschen auf die Straße gegangen. Ihr Slogan „Wir sind alle Armenier“ drückte die Solidarität mit dem Opfer aus und war gleichzeitig eine radikale Kampfansage an den Kemalismus (die Elite in Militär, Justiz und Bürokratie, die sich auf den Staatsgründer Kemal Atatürk beruft) und seine Ideologie des Türkentums.

Wer aber war Hrant Dink? Vor seiner Ermordung war er nur wenigen Türkeispezialisten bekannt. Nun ist unter dem Titel „Von der Saat der Worte“ eine Auswahl seiner Texte zum ersten Mal auf Deutsch erschienen, zusammengestellt und übersetzt von Günter Seufert, der seit Jahren auch für die „Berliner Zeitung“ aus Istanbul berichtet.

Über zehn Jahre lang hat Dink die von ihm gegründete türkisch-armenische Zeitung „Agos“ herausgegeben. „Agos“ ist – bei den Türken wie bei den Armeniern Anatoliens – das Wort für Ackerfurche. Wo andere Samen fallen lassen, säte Dink Worte. Sein großes Anliegen war die Verständigung zwischen den Armeniern und den Türken, die Entkrampfung des Verhältnisses zwischen den verschiedenen Völkern auf dem Boden der Türkei überhaupt. Für die Kemalisten, die schon die Prämisse dieses Anliegens – dass es verschiedene Völker auf türkischem Boden gibt – infragestellen, war Dink ein rotes Tuch.

Es gibt heute etwa 60 000 Armenier in der Türkei. Fast alle leben sie in Istanbul, wo es 18 armenische Schulen und 35 armenische Kirchen gibt. Viele Armenier sind damit zufrieden, haben sich eingerichtet, zumal sie ihr Armeniertum anders als früher nicht mehr zu verstecken brauchen. Dink aber will sich mit dem Status quo nicht abfinden. Die armenischen Schulen stehen nur armenischen Kindern offen. Der streitbare Journalist selbst hätte gerne auch türkische Kinder in armenischen Schulden gesehen und seine eigenen Sprösslinge in eine kurdische Schule geschickt, damit sie die Sprache der Nachbarn lernen. Der Nationalismus war ihm ein Graus. Auch die armenischen Kinder müssen die türkische Nationalhymne singen, in der von einer „Rose für meine heldenhafte Rasse“ die Rede ist. Vor fünf Jahren hat das Erziehungsministerium per Erlass alle Schulen, auch die armenischen, aufgefordert, Aufsatzwettbewerbe zum Thema „Die unbegründeten Behauptungen über einen Völkermord an den Armeniern“ auszuschreiben.

Und auch in den armenischen Schulen müssen die ABC-Schützen jede Woche schwören: „Ich bin Türke, ich bin aufrichtig und fleißig.“ „Ich bin zwar aufrichtig und fleißig“, schreibt Dink, „aber ein Türke bin ich nicht. Ich bin Armenier der Türkei“.

Als Vertreter der armenischen Minderheit erkennt der türkische Staat ausschließlich das Patriarchat der armenisch-apostolischen Kirche (dem sich die Minderheiten der katholischen und der reformierten Armenier nicht unterstellen) an und nicht etwa eine Vertretung der armenischen Zivilgesellschaft. Und für Kontakte mit den nichtmuslimischen Minderheiten im Land ist das Außenministerium zuständig, als ob die Armenier, die Griechen und die Juden Ausländer wären. Dink besteht offensiv darauf, „Armenier der Türkei“ und gleichzeitig „Bürger der Türkei“ zu sein.

Damit aber betritt er in der Türkei vermintes Terrain. Die Einheit der Nation – nicht ihre Vielfalt oder gar die Existenz anderer Nationen im Staat – ist ein Topos der Kemalisten. Wer ihn infragestellt, wird als „Türkenfeind“ ausgegrenzt. Das hinderte Dink nicht, im Jahr 2004 einen Artikel mit dem Titel „Das Geheimnis der Frau Sabiha“ zu verfassen. Er behauptet darin, dass Sabiha Göcken, Adoptivtochter von Atatürk und erste Kampfpilotin der Türkei, aus einem armenischen Waisenhaus gestammt habe. Da schaltete sich der türkische Generalstabschef ein. In seiner Stellungnahme heißt es: „Egal mit welcher Absicht es geschieht, eine Diskussion über ein solches Symbol zu führen, ist es ein Verbrechen gegen die nationale Einheit und den gesellschaftlichen Frieden.“

Nachdem Hrant Dink – in einer anderen Angelegenheit – wegen „Erniedrigung des Türkentums“ unschuldig, aber rechtskräftig zu sechs Monaten Haft verurteilt wurde, schrieb er an seinem Todestag: „Jene, die alles darauf setzten, mich zu schwächen und zu isolieren, haben ihr Ziel erreicht. Trotz alledem habe ich noch eine Sicherheit, auch dann, wenn ich furchtsam wie eine Taube bin. Ich weiß, in diesem Land tut man Tauben nichts. Hier leben Tauben mitten in der Stadt und mitten unter Leuten – immer ein bisschen ängstlich, doch dafür immer auch ein bisschen frei.“ Es war ein Irrtum, für den er mit seinem Leben bezahlt hat.

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Müjgan Arpat: The Giaor Neighborhood: Those who REMAIN – those who CAME; Gâvur Mahallesi: Kalanlar – Gelenler.

Müjgan Arpat: The Giaor Neighborhood: Those who REMAIN – those who CAME; Gâvur Mahallesi: Kalanlar – Gelenler.

Istanbul: Evrensel Basim Yayinm, 2008. 152 S. ISBN 978-975-6106-88-4. 23,64 EUR

Bildband über das einst mehrheitlich von Armeniern, Aramäern und anderen Christen bewohnte Viertel Xancepek in Diyarbekir, das von der heute mehrheitlich kurdischen Bevölkerung als Viertel der „Ungläubigen“ bezeichnet wird. Der Abschnitt über „diejenigen, die blieben“, zeigt die Spuren christlicher Präsenz und das Leben der letzten Armenier und Aramäer. An die Stelle der Vernichteten und Vertriebenen sind in großer Armut lebende Kurden getreten. Viele von ihnen sind Opfer eines seit über 30 Jahren geführten Krieges. Ihre Heimatdörfer wurden zerstört und niedergebrannt. Jetzt suchen die Entwurzelten im Viertel der „Ungläubigen“ eine neue Heimat. – Der Bildband entstand als Katalog einer engagierten Fotoausstellung.

Corry Guttstadt: Die Türkei, die Juden und der Holocaust.

Corry Guttstadt: Die Türkei, die Juden und der Holocaust.

Berlin: Association A, 2008. 520 S. ISBN 978-3-935936-49-1 26.00 €

Verlagsankündigung: Die erste Generation türkischer Migranten in Westeuropa war mehrheitlich jüdisch. 20 bis 30.000 Juden türkischer Herkunft lebten während der Zwischenkriegszeit in verschiedenen europäischen Ländern, wo sie eigene sephardische Gemeinden gründeten. Obwohl viele von ihnen Opfer der Schoah wurden, wurden sie in der internationalen Holocaustforschung bislang kaum berücksichtigt.

Die Autorin untersucht die wechselvolle Geschichte der Juden der Türkei. Noch gegen Ende des 19. Jahrhunderts hatten die etwa 400.000 Juden des Osmanischen Reiches weltweit eine der größten und blühendsten Gemeinden gestellt. Die Kriege zu Beginn des 20. Jahrhunderts sowie der forcierte Nationalismus der neu entstehenden Nationalstaaten trieb viele von ihnen in die Emigration. In zahlreichen europäischen Metropolen entstanden türkisch-jüdische Gemeinden, die ihre eigenen kulturellen und sozialen Strukturen hervorbrachten. Während des Nationalsozialismus wurden viele ihrer Mitglieder Opfer der Judenverfolgung, obwohl sie als Angehörige eines neutralen Staates speziellen Bedingungen unterlagen.

Das Buch geht dem Schicksal türkischer Juden in verschiedenen europäischen Staaten unter der NS-Herrschaft nach. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf der widersprüchlichen Politik der Türkei, die zwar einerseits verfolgten deutsch-jüdischen Wissenschaftlern und Künstlern Exil gewährte, andererseits jedoch wenig unternahm, um ihre im NS-Machtbereich befindlichen jüdischen Staatsbürger zu retten. Auch innerhalb der Türkei wurden Juden durch eine Sondersteuer faktisch ihres Besitzes beraubt, sodass die Mehrheit der verbliebenen Juden der Türkei nach Gründung des Staates Israel dorthin emigrierte.

Das Buch schließt nicht nur eine wichtige Forschungslücke, sondern erhält vor dem Hintergrund eines erstarkten Antisemitismus in der Türkei sowie der Diskussion um das Holocaustgedenken in der Migrationsgesellschaft eine besondere Aktualität.

„Nach unserer Kenntnis ist dies die wichtigste Arbeit über die sephardischen Juden türkischen Ursprungs, die Opfer des Holocaust wurden“ (Michael Halévy).

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Recep Marasli: Ermeni Ulusal Demokratik Hareketi ve 1915 Soykirimi. Arastirma / Tarih. Istanbul: Pêrî Yayinlari, 2008.

Recep Marasli: Ermeni Ulusal Demokratik Hareketi ve 1915 Soykirimi. Arastirma / Tarih. Istanbul: Pêrî Yayinlari, 2008. ISBN 978-975-9010-68

“Bu çalismanin I.Bölümünü “Ortak Bir Tarih Denemesi” olusturuyor. Ermeni tarihi bilinmeden Kürt tarihinin, Yunan tarihi bilinmeden Önasya’nin ve bütün bunlar bilinmeden de Türk egemenligi tarihinin anlasilamayacagini düsünüyorum.

II. Bölüm “Ermeni Ulusal Demokratik Hareketi” basligini tasiyor. Ermeni ulusal hareketinin olusumu, Türk, Yunan, Kürt, Asur ve Balkan toplumlariyla iliski ve etkilesimleri içinde ele alinmaya çalisiliyor.

“Jenosit 1915” basligi tasiyan III. Bölüm, tümüyle soykirim olgusunun, olus ve sonuçlarina odaklaniyor. Tehcir kanunu ve uygulanisi, Soykirim’daki siyasi, toplumsal ve kurumsal sorumluluklar; Ittihat ve Terakki, Teskilat-i Mahsusa, Hamidiye Alaylari, Alman Askeri varligi, bu bölümün tartistigi basliklar.

Bu bölümde Üç ayri örnek olay üzerinde ayrintili olarak durulmakta: “Bediüzzaman’nin Teskilat-i Mahsusa ile iliskisi”, “Haci Musa Bey prototipi” ve “Sabiha Gökçen örnek olayi”…

IV. Bölüm’de “Kemalist Iktidar ve Bati Ermenistan’in Isgali” basligi altinda, Bolsevik Devrimi, I.Dünya Savasinin sona ermesi, Sevr ve Lozan Baris görüsmeleri ile gelisen süreçlerde Kemalist hareketin gelismesi, Bolseviklerin iliskileri, Kürt-Ermeni ittifak arayislari, Kürt ulusal baskaldirilarinin baslamasi gibi olgular yer aliyor

Cumhuriyet’in Etnik Yok etme ve Yayilma Politikalari” basligi altinda V. Bölüm’de Nasturilerin Hakkari’den çikarilmasi; “Mübadele” ile Ön Asya’daki Rum varliginin silinmesi; Antakya’in [Hatay] ilhak edilmesi; Kürt direnislerinin “tedip ve tenkil”li, “Mecburi iskan” ve asimilasyon politikalari; “Varlik Vergisi”, “Struma olayi”, Türkiye’nin “Kristal Gece”si 6-7 Eylül Olaylari”, Kibris’in Kuzeyinin isgal edilmesi gibi konu basliklari yer aliyor.

VI. Bölümde “SONUÇ” olarak “Soykirim ve Etnik Yok etme Politikalarinin Tartisilmasi” yer almakta. Ulus devlet, Uluslarin kendi kaderini tayin hakki, çok uluslu, çok kültürlü yasam, mülteci uluslar ve etnik melez kimlikler gibi bagli konularda teorik bir çerçeve olusturma çabasi bulunuyor.

Kitabin sonundaki “Ismi Degistirilen Yerlesim Yerlerinin Etimolojik Kökenleri” basligi tasiyan “EK” bölümde, isimleri Türkçelestirilmeye çalisilan yerlesim yerleri isimlerinin asillari,: Ermenice, Kürtçe, Yunanca, Süryanice, Arapça, Farsça öz anlamlari verilmeye çalisilmaktadir.”

Representations on the Margins of Europe: Politics and Identities in the Baltic and South Caucasian States.

Representations on the Margins of Europe: Politics and Identities in the Baltic and South Caucasian States.

Frankfurt/Main: Tsypylma Darieva and Wolfgang Kaschuba (eds.): Campus (Chicago University Press), 2007, 356 pages, paperback ISBN 978-3-593-38241-8 Since the Baltic nations joined the European Union, debates about reorganizing national representations in the post-Soviet republics have grown increasingly heated. Significant issues include the fate of the Bronze Soldier of Tallinn, the Armenian Genocide Memorial in Yerevan and the Lenin statue in the divided city of Narva/Ivangorod. Through a close study of such examples Representations on the Margins of Europe explores the complexities of change in the post-socialist era, dramatically experienced in the context of an increasing presence of „Europe“ in this region. How are citizens in the South Caucasian and Baltic states coping with EU expansion and the feeling of belonging simultaneously „inside“ and „outside“ Europe? Based on ethnographies and archival work, the chapters of this volume offer new insights into shifts in the national identity, cultural geography, and symbolic boundaries. This exploration of local responses to Europe´s new hegemony will appeal to anyone interested in anthropology, history, and politics.

Contributors: Abrahamian Levon, Jörg Baberowski, Hrach Bayadyan, Olga Brednikova, Karsten Brüggemann, Tsypylma Darieva, Dace Dzenovska, David Feest, Wolfgang Kaschuba, Maike Lehmann, Harutyun Marutyan, Artur Mkrtychian, Florian Muehlfried, Asta Vonderau, Ashot Voskanian.

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CONTENTS

List of Figures
Acknowledgments

Introduction. Politics and Identities on the Margins of Europe
Tsypylma Darieva and Wolfgang Kaschuba

Old and New Europe. Representations, Imaginations, Stagings
Kaschuba, Wolfgang

PART I. ICONS

„Windows“ Project ad Marginem or the Divided History in Divided Cities? A Case of Russian-Estonian Borderland
Brednikova, Olga

From Silenced to Voiced. Changing Politics of Memory of Loss in Armenia
Darieva, Tsypylma

Iconography of Historical Memory and Armenian National Identity at the End of 1980s
Marutyan, Harutyun

Neoliberal Imaginations, Subject Formation, and Other National Things in Latvia, the Land that Sings
Dzenovska, Dace

PART II. NARRATIVES

Estonia and her Escape from the East: The Relevance of the Past in Russian-Estonian Relations
Brüggemann, Karsten

Bargaining Armenianness. National Politics of Identity in the Soviet Union after 1945
Lehmann, Maike

Armenian Stateness and European Integration in Armenian School Books
Mkrtichyan, Artur

Soviet Identity and Cultural Representations in Armenia
Bayadian, Hrach

„Yet Another Europe?“ Constructing and Representing Identities in Lithuania. Two years after the EU Vonderau, Asta

Histories of Violence. National Identity and Memories of Occupation and Terror in Estonia
Feest, David

PART III. RITES

Troubles and Hopes in Armenian Family, Home and Nation
Abrahamian, Levon

Celebrating Identities in Post-Soviet Georgia
Mühlfried, Florian

Barth, „Yeraz“ and Post-Soviet Azerbaijan. Inventing a New Sub-Group Identity?
Sidikov, Bahodir

Folkorization of Political Discourses in Armenia
Voskanian, Ashot

Afterword. Representations of National in the Fringes of Europe
Baberowski, Jörg

Notes on the Contributors
Index of geographical and political names

Johannes Lepsius: Die Wiedergeburt des Orients – Texte zur Mission.

Johannes Lepsius: Die Wiedergeburt des Orients – Texte zur Mission.

Andreas Baumann (Hg.). Serie Evangelium und Islam Bd. 7, Nürnberg: Verlag für Theologie und Religionswissenschaft 2008. 330 S., 25,95 €.

Anlässlich des 150. Geburtstages von Dr. Johannes Lepsius im Jahre 2008 ist dieser Sammelband mit wichtigen Texten aus der Feder von Johannes Lepsius erschienen. Mit einer ausführlichen Einleitung versehen, lädt das Lesebuch dazu ein, Johannes Lepsius und das was ihn bewegte, aus seinen eigenen Veröffentlichungen heraus näher kennen zu lernen. Inspirierende Texte zum Thema Theologie, Mission und Armenierhilfe, die auch heute eine Auseinandersetzung wert sind.

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Brigitte Troeger: Brennende Augen – Johannes Lepsius: Ein Leben für die Armenier. Sein Kampf gegen den Völkermord. Gießen

Brigitte Troeger: Brennende Augen – Johannes Lepsius: Ein Leben für die Armenier. Sein Kampf gegen den Völkermord. Gießen: Brunnen-Verlag, Juli 2008. 208 S. ca. 12,95 €.

Spannende biographische Erzählung, die auf ergreifende Art und Weise die persönliche Verbindung Johannes Lepsius mit dem Schicksal des armenischen Volkes verdeutlicht. Mit zahlreichen interessanten Details aus der Lepsius-Familie und reich illustriert mit Originalfotographien und informativen Anhängen. Mit einem einleitenden Vorwort des württembergischen Landesbischofs Frank O. July.

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Andreas Baumann: Der Orient für Christus: Johannes Lepsius – Biographie und Missiologie.

Andreas Baumann: Der Orient für Christus: Johannes Lepsius – Biographie und Missiologie.

Gießen: TVG Brunnen 2007. 566 S., 39,95 €.

Die erste Doktoraldissertation, die sich ausschließlich mit Leben und Werk von Johannes Lepsius beschäftigt. Neben einem biographischen Teil gilt das besondere Interesse dieser wissenschaftlichen Forschungsarbeit der Aufarbeitung der inneren Beweggründe, die dem vielseitigen Schaffen Johannes Lepsius’ zugrunde lagen. Dabei kommen vor allem theologische und missiologische Grundlagen seines Lebenswerkes zur Sprache.

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Victor Gandon: Le Vanetsi, une enfance arménienne.

Victor Gandon: Le Vanetsi, une enfance arménienne.

(Paris:) Stock, 2008. ISBN 2234061261 Der aus Van stammende Armenier Victor Gandon (Vahram Gakavian ; 1903-1979) hinterließ vier Bände an Erinnerungen, von denen seine Enkelin Christine Gandon drei übersetzt hat. Der vorliegende Band enthält die Erinnerungen an die Kindheit des Völkermord-Überlebenden, an die Kriegszeit und die Flucht über Igdir nach Tbilissi (Georgien). Eine Einführung der Übersetzerin zum Völkermord an den Armeniern und ein Vorwort des armenischen Malers Jean-Marie Carzou ergänzen den Band.

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Commemorating Genocide: Images, Perspectives, Research.

“The Armenian Weekly”, April 26, 2008, 56 S.

Inhalt: Nothing but Ambiguous: The Killing of Hrant Dink in Turkish Discourse—By Seyhan Bayrakdar. S. 6/ A Society Crippled by Forgetting—By Ayse Hür. S. 11/ A Glimpse into the Armenian Patriarchate Censuses of 1906/7 and 1913/4—By George Aghjayan. S. 14/ A Deportation that Did Not Occur—By Hilmar Kaiser. S. 17/ Scandinavia and the Armenian Genocide— By Matthias Bjornlund. S. 19/ Organizing Oblivion in the Aftermath of Mass Violence. By Ugur Ungor. S. 23/ Armenia and Genocide: The Growing Engagement of Azerbaijan. By Ara Sanjian. S. 28/ Linked Histories: The Armenian Genocide and the Holocaust—By Eric Weitz. S. 34/ Searching for Alternative Approaches to Reconciliation: A Plea for Armenian-Kurdish Dialogue—By Bilgin Ayata. S. 38/ Thoughts on Armenian-Turkish Relations. By Dennis Papazian. S. 43/ Turkish-Armenian Relations: The Civil Society Dimension. By Asbed Kotchikian. S. 45/ Thoughts from Xancepek (and Beyond)—By Ayse Günaysu. S. 47/ From Past Genocide to Present Perpetrator Victim Group Relations: A Philosophical Critique—By Henry C. Theriault. S. 49

Montgomery, Lane H.: Never Again, Again, Again...: Genocide: Armenia to Darfur: Genocide - Armenia to Dafur.

Montgomery, Lane H.: Never Again, Again, Again…: Genocide: Armenia to Darfur: Genocide – Armenia to Dafur.

Ruder Finn Pr Inc, 2008. 200 S. ISBN-10: 1932646329

Fotobildband (Leinenbindung) mit Essays über die Genozide an den Armeniern (verfasst von Prof. Richard G. Hovannisian, University of California, Los Angeles; S. 14-33), den Juden Europas, Kambodscha, Ruanda, Bosnien und Herzegowina sowie Darfur.

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Gespräche zur Filmkunst, Vergangenheit und Gegenwart Armeniens

Gespräche zur Filmkunst, Vergangenheit und Gegenwart Armeniens

karot: Hg. Von Erika Richter und Fred Kelemen. (Berlin): Ars Combat International, 2007. 168 S. 19,90 EUR ISBN-10: 3000235566

Über das Buch: Dokumentation der Retrospektive armenischer Filme, die unter dem Titel „Karot (Sehnsucht)“ im Mai 2007 in Berlin lief. Der Sammelband enthält die Transkriptionen von vier Podiumsgesprächen zu den Themen »Die Geschichte der armenischen Kinematographie und die Spuren des Genozids«, »Der Genozid an den Armeniern und die deutsche Mitverantwortung«, »Der Genozid und seine Spuren der Gewalt bis in die Gegenwart« und »Film und Exil und die Melancholie des kinematographischen Blicks«, die die Retrospektive des armenischen Films begleiteten. An vier verschiedenen Abenden diskutierten FilmregisseurInnen, Historiker, SchauspielerInnen, SoziologInnen, PublizistiInnen, FilmhistorikerInnen und ein Theologe aus Armenien, Kanada, der Türkei und Deutschland – teilweise sehr kontrovers und heftig. Außerdem u. a. enthalten: der Essay »Geronnenes Leben – Die Fiktion der Wirklichkeit« von Fred Kelemen sowie zwei weitere Essays von Hermann Goltz und Hilmar Kaiser.

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Künzler, Jakob:In the Land of Blood and Tears: Experiences in Mesopotamian during the World War (1914-1918)

Arlington, MA Armenian Cultural Foundation, 2007. Soft cover ISBN 10: 0-9674621-8-5

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Nach der schweizerischen Neuauflage erschien 2007 nun die amerikanische Übersetzung des Augenzeugenberichts des Deutsch-Schweizers Jakob Künzler über Urfa.

Nathalie Tocci, Burcu Gültekin-Punsmann, Licínia Simão, Nicolas Tavitian:The Case for Opening the Turkish-Armenian Border

Study for the Foreign Affairs Committee of the European Parliament made under the framework contract with the Trans European Policy Studies Association (TEPSA). Brussels: European Parliament, Director General, External Policies of the Union, 24 July 2007. 38 Seiten.

Summary:

In April 1993 Turkey sealed its border with Armenia by closing the Dogu Kapi/Akhourian crossing and halting direct land communications between the two countries. The closure and the ensuing refusal to establish diplomatic relations with Armenia took place in view of the escalating conflict in Nagorno Karabakh between Armenia and Azerbaijan, and Armenia’s ambivalence over the recognition of its common border with Turkey. The gravity of this ambivalence is magnified by the dispute over the recognition of the Armenian genocide, which Turkey fears could feed Armenian territorial claims over eastern Turkey.

The closure has generated grave costs to Armenia. Landlocked, with its western (Turkish) and eastern (Azerbaijan) borders closed and connected to distant markets via expensive routes through Georgia and Iran, Armenia’s development is heavily handicapped. A re-opening of the border would benefit greatly Armenia’s economy and society, even if some economic sectors may suffer from external competition. The opening would also favourably impact Armenia’s political development and open the way to the county’s full integration into the region.

Turkey also loses significantly from the closure, while having much to gain from a policy reversal. In terms of economics, Armenia could become a critical economic partner and market for Eastern Anatolia, by far the least developed region of Turkey. In particular the opening would yield significant benefits for the underdeveloped province of Kars, as well as raise the competitiveness of the port of Trabzon. More widely, the opening would enhance Turkey’s role as a transport hub, transforming Anatolia into a crossroad of north-south and east-west trade. On a geopolitical level, Turkey’s closed-door policy has failed to yield concrete results in Azerbaijan’s favour in the Karabakh conflict. On the contrary, Turkey’s isolation of Armenia has alienated Yerevan further, disqualified Ankara’s role in mediation efforts over Karabakh, and more complicated and imperiled Turkey’s ties with Russia and the EU.

A reopening of the border would also have beneficial effects on the wider region, including the South Caucasus, Russia, the Black Sea, Iran and Central Asia. The major gains would be in terms of economic efficiency, achieved by integration, reducing transit fees and opening new markets. Greater energy security and diversification of routes would also be possible and mutually beneficial. Finally, the opening would greatly contribute to fostering an environment in which the de-escalation of ethnic pressures and the gradual demilitarization of the region would be feasible, contributing to long-term peace and stability in the wider region.

The case for opening the border is strong, when viewed from all perspectives. How could this win-win situation be brought about in the face of interlocking and highly sensitive political problems? A first step would require Turkey’s unilateral opening of the border. Precisely because of the importance attributed by Ankara to the stability and security of its eastern frontiers, the opening of the border would single-handedly contribute to this end. As the history of Europe teaches, the most stable borders are precisely those which have disappeared as a result of intense cross-border interactions.

The opening would set the scene for the establishment of normal diplomatic relations between the two countries, in dire need precisely because of the legitimacy of Turkey’s claims concerning the recognition of its eastern frontiers. The establishment of diplomatic relations would tackle first and foremost Armenia’s official recognition of its common border with Turkey.

This would be accompanied by the official promotion of cooperation programmes involving universities, public authorities, professional or trade associations, such as student exchanges, academic cooperation, cultural initiatives, business contacts and twinning programmes.

Finally and most crucially, this process would set the scene to address the thorniest dimension of the dispute between Armenia and Turkey: that of history. The two governments should support a process of dialogue in which historians, as well as opinion leaders, journalists, political leaders and other civil society actors would share their views regarding what happened in 1915. At the same time it is of crucial importance that joint historical research avoids a narrow focus on the genocide question. Turks and Armenians share five centuries of common history. This common history must be rediscovered by uncovering new sources and providing new sources of information. The opening of a Turkish cultural centre in Armenia which would depict the Ottoman Empire and Turkey in a more realistic manner than the current ‘Genocide Museum’ would be an effective tool of cultural diplomacy.

The EU could contribute greatly to incentivize and support these successive steps by making an effective use of its accession process with Turkey and the inclusion of Armenia in the European Neighbourhood Policy. An EU contribution to the opening of the Turkish-Armenian border hinges on its credible commitment to Turkey’s accession process. Provided this is in place and given that good neighbourly relations are part of the Copenhagen criteria, the EU could specify explicitly in its Accession Partnership with Turkey its expectation that the border be reopened and a process of normalization be launched. Alongside this, the EU would have to insert relevant conditionalities in the ENP’s priorities for action with Armenia. This would require EU insistence that Armenia officially recognizes its common frontier with Turkey as a spelt-out priority in the context of the ENP. Beyond conditionality, the EU could also offer specific funding and assistance to foster reconciliation measures such as joint research projects, involving Turkish and Armenian institutions as well as projects researching the Turkish-Armenian common cultural heritage. EU pre-accession assistance to Turkey and the ENPI to Armenia could also focus on the rehabilitation of transport and tourist infrastructure in the Turkish-Armenian border area.

David Gaunt: Katliamlar, Direnis, Koruyucular: I. Dünya Savasinda Dogu Anadolu"da Müslüman-Hiristiyan Iliskileri. Istanbul: Belge Yayinlari, 2007.

David Gaunt: Katliamlar, Direnis, Koruyucular: I. Dünya Savasinda Dogu Anadolu“da Müslüman-Hiristiyan Iliskileri. Istanbul: Belge Yayinlari, 2007.

Ithal Kagit, 699 sayfa, 13,5×21 cm, Karton Kapak, ISBN:9753443870

bahnbrechender Abhandlung des Völkermordes an aramäischsprachigen Christen im Osmanischen Reich sowie im Iran enthält in Kapitel 7 zusätzliche Informationen über die Ereignisse in der Stadt Midyat. Mitglieder der Safar-Familie machten dem schwedischen Genozidforscher D. Gaunt bisher unveröffentlichte Privataufzeichnungen zugänglich, ferner das arabischsprachige Manuskript „Sayfo Rabo: Majzarat Midyad wa Nakabat Turabdin“ (Das Große Jahr des Schwertes: das Massaker von Midyat und die Heimsuchungen des Tur Abdin). „Das bedeutet, dass die Rolle der sehr komplexen Rivalität unter den verschiedenen christlichen Gruppen in jener Stadt mehr erhellt und erörtert werden kann” (David Gaunt).

bahnbrechender Abhandlung des Völkermordes an aramäischsprachigen Christen im Osmanischen Reich sowie im Iran enthält in Kapitel 7 zusätzliche Informationen über die Ereignisse in der Stadt Midyat. Mitglieder der Safar-Familie machten dem schwedischen Genozidforscher D. Gaunt bisher unveröffentlichte Privataufzeichnungen zugänglich, ferner das arabischsprachige Manuskript „Sayfo Rabo: Majzarat Midyad wa Nakabat Turcabdin“ (Das Große Jahr des Schwertes: das Massaker von Midyat und die Heimsuchungen des Tur Abdin). „Das bedeutet, dass die Rolle der sehr komplexen Rivalität unter den verschiedenen christlichen Gruppen in jener Stadt mehr erhellt und erörtert werden kann” (David Gaunt).

Elinizdeki kitap, I. Dünya Savasi sirasinda, Ermeniler“le ayni kaderi paylasmis Asur, Kildani ve Süryani Hiristiyan azinliklara iliskin ilk tarihsel arastirmalardan biridir. Kuzey Mezopotomya ve Osmanli isgali altindaki Iran“in bazi bölümlerinde etnik temizlik ve büyük çapli katliamlar yasanmistir. Resmi Rus, Türk ve Bati Avrupa arsivlerindeki temel kaynaklarin yani sira simdiye dek hiç kullanilmamisel yazisi kaynaklari ve ilk kez burada yayimlanmissözlü tarihi temel alan bu kitap 1915 olaylarinin tam resmini vermeye çalisiyor.

Märtyrer 2007: Das Jahrbuch zur Christenverfolgung heute.

Herausgegeben für die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte von Max Klingberg und für den Arbeitskreis für Religionsfreiheit der Deutschen und Österreichischen Evangelischen Allianz und die Arbeitsgemeinschaft Religionsfreiheit der Schweizerischen Evangelischen Allianz von Thomas Schirrmacher und Ron Kubsch im Auftrag von idea. (idea-Dokumentation 10/2007). (Bonn: Verlag für Kultur und Wissenschaft, 2007). 232 S. ISBN 978-3-938116-35-7 ISSN 1618-7865

Zum Inhalt des Jahrbuches:
Das Jahrbuch dokumentiert unter anderem den Beschluss des Bundestages, der die Bundesregierung auffordert, sich weltweit gegen Christenverfolgung und Verfolgung anderer Religionen einzusetzen, so wie die Rede der menschenrechtspolitischen Sprecherin der Unionsfraktion Erika Steinbach in der dazugehörenden Bundestagsdebatte. Fachleute, wie Dr. Tessa Hofmann vom Osteuropa-Institut der Freien Universität Berlin, liefern geschichtliche und aktuelle Länderberichte zu Indonesien (S. 112-132) und der Türkei (S. 156-183). Thomas Schirrmacher legt seinen Vortrag zugunsten eines Ethik-Codes der Weltweiten Evangelischen Allianz gemeinsam mit Vatikan und Weltkirchenrat vor. Die Gesellschaft für bedrohte Völker warnt vor dem Ende der christlichen Minderheit im Irak (S. 132-155). Open Doors dokumentiert die Lage weltweit sowie Übergriffe gegen Christen in Indien. Dazu gibt es weitere Dokumente und Informationen, so eine Darstellung des wegweisenden Asyl-Urteils des Verwaltungsgerichts Stuttgart zugunsten einer zum Christentum konvertierten Iranerin und Hintergrundinformationen zur Ermordung von drei Christen in Malatya (Türkei; S. 185-193).

Quelle: http://www.igfm.de/index.php?id=384&tx_ttnews[tt_new…

Zu beziehen über:
Hänssler Verlag / IC-Medienhaus
D-71087 Holzgerlingen, Tel. 07031/7414-177 Fax -119
http://www.haenssler.de / http://www.icmedienhaus.de

Sabine Thüne: Ernst Jakob Christoffel. Ein Leben im Dienst Jesu.

Sabine Thüne: Ernst Jakob Christoffel. Ein Leben im Dienst Jesu.

Mit einem Vorwort von Christof Sauer. (Nürnberg): VTR, 2007. (Evangelium und Islam.3.) 452 S.; Abb.; Literaturverzeichnis, Personenregister, Zeittafel • ISBN-10: 3937965394 • ISBN-13: 978-3937965390

Im Umschlagtext heißt es: Ernst Jakob Christoffel (1876-1955) war nicht nur Gründer der bis heute bestehenden Christoffel-Blindenmission. Er war auch ein Pionier christlicher Mission unter Blinden, anders Behinderten und Straßenkindern im Osmanischen Reich sowie in Persien. Er baute Blindenheime in Malatya, Täbris und Isfahan auf sowie das Heim für mehrfachversehrte deutsche Kriegsblinde in Nürnbrecht bei Köln. Die Missionsstation in Malatya, damals unter Leitung von Christoffels Schwager Bauern

Die Autorin, eine Diplomtheologin und 1983 bis 2002 Mitarbeiterin bei der Christoffel-Blindenmission (Bensheim) hat im Auftrag der Blindenmission mit dieser Arbeit neben einem biographischen Abriss eine umfangreiche Quellensammlung vorgelegt, in der unveröffentlichte Briefe und Texte des Missionars, Auszüge aus gedruckten Publikationen der Blindenmission, aber auch zahlreiche Dokumente aus anderen Archiven zu finden sind.

So bietet die dokumentarische Erschließung von Leben und Werk Christoffels eine gute Grundlage dafür, die Geschichte evangelischer Missionen unter Muslimen weiter fortzuschreiben.

Dem ist hinzuzufügen: Christoffel und seine Mitarbeiter wurden zu wichtigen Augen- und Zeitzeugen der Christenverfolgungen im Osmanischen Reich. Das 1915 in Malatya geführte Tagebuch von Christoffels Schwager Hans Bauernfeind haben wir in Auszügen und mit Kommentaren auf unserer Webseite veröffentlicht. So empfehlen wir unseren Lesern nun zur Ergänzung die Lektüre der Archivalien aus dem Bestand der Christoffel Blindenmission, insbesondere die beiden ersten Kapitel bzw. 131 Seiten.

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Huberta von Voss (Ed.): Portraits of Hope: Armenians in the Contemporary World

Huberta von Voss (Ed.): Portraits of Hope: Armenians in the Contemporary World

(Gebundene Ausgabe). Berghahn Books, 2007). 400 Seiten. ISBN-10: 1845452577, ISBN-13: 978-1845452575. EUR 32,90

Es handelt sich um die aktualisierte und überarbeitete englischsprachige Ausgabe der 2004 erschienenen Ausgabe, die nun einem internationalen Leserkreis erschlossen werden kann.

Buchbesprechungen:
A0714-small_version_release.pdf ( 1,4 MB)
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Esmahan Aykol: Goodbye Istanbul.

Esmahan Aykol: Goodbye Istanbul.

Übersetzt aus dem Türkischen von Antje Bauer. (Gebundene Ausgabe). Diogenes, 2007. 355 Seiten. ISBN-10: 3257065698, ISBN-13: 978-3257065695. EUR 19,90

Astrid Schwarz: Die vergessene Erinnerung

Mit London will Ece einen Teil ihrer Vergangenheit auslöschen. Istanbul lässt sie hinter sich, in der Hoffnung ihre unglückliche Liebe zu vergessen, und muss sich der Frage stellen, wieviel Erinnerung für das Vergessen notwendig ist. Denn die Geschichte und Geschichten ihres Großvaters, als dessen Tochter sie sich eigentlich fühlt, will sie um keinen Preis verlieren.

Esmahan Aykol widmet ihren ersten „Nicht-Krimi“ (ihre ersten beiden Krimis: „Hotel Bosporus“ und „Bakschisch“) dem Thema Migration und der Verfolgung der Armenier. Ece, die junge, unselbständige Türkin, entscheidet sich nach London zu gehen und sich aus der familiären Umklammerung zu befreien. Obwohl sie ihrem einarmigen, tyrannischen Vater, ihrer leidenden Mutter und der obergescheiten Schwester entkommt, muss Ece in London bald feststellen, dass das Leben als nichtenglischsprachige Türkin alles andere als einfach ist. Sie teilt mit ihrer Cousine Aylin, die sie weder besonders gut kennt noch mag, eine überteuerte Einzimmerwohnung, wäscht Teller für einen Hungerlohn und versucht nebenbei Englisch zu lernen. Eigentlich müsste sie gar nicht arbeiten, denn von ihrem Großvater hat sie soviel Geld geerbt, dass sie sich „sieben einfache Mercedes“ kaufen könnte. Um ihrem Traum, doch noch Biologie zu studieren, was in Istanbul unmöglich war, näher zu kommen, kündigt sie, um schneller Englisch zu lernen. Zwischen Bruchbuden am Rande der Londoner Gesellschaft erzählt Aykol eine Geschichte über die Erinnerung und die Liebe, das Vergessen und das Fußfassen in einer verheißungsvollen Stadt. Die Liebe zu ihrem Großvater gibt Ece den Halt, den sie braucht, um ihre leidenschaftliche Liebe zu Tamer zu vergessen. Ihrer Cousine erzählt sie Geschichten vom gemeinsamen Großvater, dem armenischen Silberschmied. Zwar kommen sich die beiden Frauen dadurch kein Stückchen näher, aber zumindest lebt diese Liebe weiter und Ece kann durch die neue Sprache ihre Erinnerungen in all ihrer Dramatik mit mehr Abstand betrachten und sie als einen Teil von ihr akzeptieren.

Wie ihre Romanheldin Ece ist auch Esmahan Aykol der Liebe wegen aus Istanbul weggegangen. Doch die Autorin ging nicht fort, um die Liebe zu vergessen, sondern um sie in Berlin zu leben. Drei Jahre hat sie an „Goodbye Istanbul“ in der Berliner Isolation geschrieben und ihre eigenen Erlebnisse in London, als sie für Recherchezwecke in London gekellnert und gelebt hat, verarbeitet. Die geschichtliche Aufarbeitung des armenischen Völkermords hat ihr schlaflose Nächte bereitet, denn das lernt man in der Türkei nicht in der Schule, erzählt sie im Interview. Mit erzählerischem Feingefühl verwebt Akyol die märchenhaften Anekdoten aus dem osmanischen Reich der grellbeleuchteten Welt der MigrantInnen und kontrapunktiert sie mit historischen, manchmal ein wenig belehrend anmutenden Geschichten. Der Roman liest sich wie eine Mischung aus Erlebnisbericht an eine gute Freundin, Märchen aus 1000 und einer Nacht und Geschichtsbuch. Der Brückenschlag zwischen den Strängen ist Esmahan Aykol geglückt. Unanstrengend und charmant und nicht gerade seicht ist ihr der erste Roman gelungen. Zwei weitere Projekte sind bereits in Planung.

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British Reports on Ethnic Cleansing in Anatolia, 1919-1922: The Armenian-Greek Section”. Compiled by Vartkes Yeghiayan.

British Reports on Ethnic Cleansing in Anatolia, 1919-1922: The Armenian-Greek Section”. Compiled by Vartkes Yeghiayan.

May 2007, Published by Centre for Armenian Remembrance (CAR), 296 S., $20, ISBN #978-0-9777153-2-9

87 ausgesuchte Berichte des britischen Hochkommissariats zu Konstantinopel (1919-22), die für das britische Außenministerium angefertigt worden waren, belegen die an der christlichen Bevölkerung Kleinasiens während der so genannten Befreiungskriege von türkisch-nationalistischen (kemalistischen) Einheiten begangenen Verbrechen: Massaker an wehrlosen Zivilisten, Plünderungen und Aneignungen armenischer und griechischer Kathedralen, Klöster, Kirchen, Fabriken, Einrichtungen … im Angesicht der indolenten alliierten Sieger des Ersten Weltkrieges.

Zehn Tage nach Unterzeichnung der osmanischen Kapitulationserklärung in Mudros bildeten die siegreichen Briten in Konstantinopel die “Armenisch-Griechische Abteilung”, die sich mit dringenden und außergewöhnlichen Angelegenheiten der beiden christlichen Nationen befassen sollte. Sie überredeten den Sultan zur Auflösung des osmanischen Parlaments. In seiner Erklärung vom 6. Dezember 1918 äußerte Sultan Mohammed VI.: “Meine tiefe Sorge gilt meinen durch bestimmte politische Komitees, die unter meiner Regierung agieren, misshandelten armenischen Untertanen.”

Die Berichte sind ein weiterer Beweis dafür, dass der Genozid an den Armeniern und Griechen nicht mit der Kriegskapitulation der Jungtürken endete, sondern von den Nationalisten unter der Führung Mustafa Kemals fortgesetzt wurde. Das erste Treffen der „Armenisch-Griechischen Abteilung“ mit amerikanischen, griechischen und armenischen Vertretern fand am 5. März 1919 statt, unter Beteiligung von Dr. Tavitian und Herr Tschakirian als Vertreter des armenischen Patriarchats, sowie Dr. Theotokas vom Ökumenischen Patriarchat. Hier zwei Beispiele aus den Protokollen der „Armenisch-Griechischen Sektion“:

“Dr. Tavitian stated that he had received news from Boghazlian, Yozgat and Caesarea to the affect that repatriated Armenians were now being accused of having murdered Turks and so were obliged to leave again.”

“At Yozgat a secret anti-Christian movement had been started, and as a result of a telegraphic order received from Mustafa Kemal Pasha, many volunteers had been enrolled.”

“Dr. Tavitian reported that the same state existed everywhere, at Everek ( Caesarea ) boycottage of Christians was being carried on, and the Mufti was preaching in the Mosque ordering his people not to sell to Christian. From Sivas and Samsoun many reports of outrages, cruelty and brigandage had been received, thus confirming the reports of Relief Officer in those districts.”

“Information from Sivas showed that a number of the more notorious malefactors of the time of the massacres were re-appearing; for instance, Rassim Bey, an ex-Deputy, has offered himself for election”

“The Kemalists have requisitioned the Armenian Cathedral and are using it as a prison. (They have also taken over) the Armenian Church of St. Saviour; the Convent of St. Nishan; the Armenian College; the Archbishop’s residence; the Armenian Protestant Church; the Greek Church; the Jesuit School and the School and Residence of the Sisters. The Authorities have also requisitioned about 2500 kilos of brass Church ornaments.”

Colonel Graves, der Leiter der Griechisch-Armenischen Abteilung, äußerte, dass “die Gegend, aus der solche Störungen berichtet werden, exakt die selbe war, in der zurückgekehrte Armenier es bis zu einem gewissen Grad geschafft hatten, sich wieder anzusiedeln; man könnte sagen, dass seit November (1918) die Türken versuchten, auch diese wenigen Armenier los zu werden.”

The book is part of the Genocide Remembrance series published by CAR, the Center for Armenian Remembrance.

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Elif Shafak: Bastard von Istanbul: Roman. Aus dem Türk. übers. von Julian Gräbener-Müller.

Elif Shafak: Bastard von Istanbul: Roman. Aus dem Türk. übers. von Julian Gräbener-Müller.

(Gebundene Ausgabe) Frankfurt/Main: Eichborn-Verlag, 2007. 464 S. 22,90 EUR, ISBN-10: 3821857994, ISBN-13: 978-3821857992

Rezensionen:
Jede Geschichte hat einen Beginn, und dieser ist das Resultat früherer Geschichten. Der neue Roman der türkischen Autorin Elif Shafak beginnt damit, dass Zeliha, eine 19-jährige, mit allen Wassern gewaschene Istanbulerin, an einem Freitag im Juli einen Termin beim Gynäkologen hat. Der Grund: eine Abtreibung. Der Vater: unbekannt. “In Istanbul war ein vaterloses Kind nur ein weiterer Bastard und ein Bastard nur ein weiterer faulender Zahn im Kiefer der Stadt, der jederzeit ausfallen konnte.” Doch Zeliha treibt nicht ab, sie gebiert Asya, ein schwarzlockiges Mädchen, das seine Mutter später “Tante” nennen, Post-Punk hören und dabei philosophische Werke lesen wird. Zeitgleich dazu in Tucson, Arizona: Hier lebt Rose, eine geschiedene Vorzeigeamerikanerin, mit ihrer Tochter Armanoush, die sie selbst “Amy” nennt, um ihren armenischen Ex-Mann und dessen lästige Großfamilie zu vergessen. Rose lernt in einem Supermarkt den Türken Mustafa kennen, Zelihas Bruder. Zunächst ist es ein dreister Versuch, die armenischen Verwandten zu schockieren, später werden die beiden ein Paar. Während die Verwandten über die Rettung des “unschuldigen Lamms” sinnieren, wächst Armanoush zwischen den Stühlen auf. Bücher sind ihre Freunde, im armenischen Internetforum ist sie “Madame Meine-Seele-im-Exil”. Schließlich fährt Armanoush nach Istanbul, um das Haus ihrer Großmutter – und damit auch ihre eigene Geschichte – zu finden und kommt als Gast bei Mustafas Familie unter. Asya und Armanoush erkunden eine Stadt, für die das Kommen und Gehen ihrer Bewohner zur selbstverständlichen Routine geworden ist. Dies sei keine Stadt, erklärt ein Koch, sondern ein “Stadtschiff”: “Wir sind alle Passagiere, wir kommen und gehen in Gruppen, Juden gehen, Russen kommen, das Viertel, in dem mein Bruder wohnt, ist voller Moldawier … Wenn die morgen gehen, kommen wieder andere.” “Für die Türken ist die Vergangenheit ein anderes Land”, befindet Armanoush. Während die Türken die osmanische Vergangenheit von der türkischen Republik abgespalten haben, ist sie für Armanoush allgegenwärtig. Sie spürt sie auf, stellt Asyas Familie und Freunde wegen des Völkermords an den Armeniern zur Rede. Und schließlich entdecken die Beteiligten, dass sie stärker miteinander verbunden sind, als sie es je gedacht hätten. “Der Bastard von Istanbul” ironisiert die Selbst- und Fremdsicht von Nationen und Gemeinschaften. Es ist ein kluges Buch über die Geschichte, erzählt in einer Vielzahl von Geschichten. Armanoush und Asya sind Teil einer vertrackten Welt, die sie sich nicht selbst ausgesucht haben. Doch in der Verstrickung zwischen Gegenwart und Vergangenheit ist es möglich, so legt Shafak nahe, sich einen Weg zu bahnen.

Link zum Download Elif_Shafak.pdf

Wilhelm Baum: Die christlichen Minderheiten der Türkei in den Pariser Friedensverhandlungen (1919-1923)

Wilhelm Baum: Die christlichen Minderheiten der Türkei in den Pariser Friedensverhandlungen (1919-1923)

Klagenfurt: Kitab, 2007 (Broschiert); 250 S.; Abb. (s/w). 10,- EUR ISBN-10: 3902005971, ISBN-13: 978-3902005977

Nach dem Sieg Englands und Frankreichs über das mit Deutschland verbündete Osmanische Reich sahen sich die Siegermächte bei den Pariser Friedensverhandlungen durch frühere Geheimverträge z. B. zugunsten Russlands und Italiens mit dem Problem konfrontiert, dass die umstrittene Verteilung der Gebiete kaum mit dem vom amerikanischen Präsidenten Wilson proklamierten Selbstbestimmungsrecht der Völker vereinbar war. Als ehrlicher Makler versuchte Wilson nach der Ermordung von 1,5 Millionen Armeniern durch die Türken die Unabhängigkeit Armeniens auf dem Gebiet des ehemals russischen Armenien (der heutigen Republik) und den türkischen Provinzen, die vorwiegend von Armeniern besiedelt waren, durchzusetzen. Dies scheiterte jedoch daran, dass der amerikanische Senat nicht bereit war, ein Völkerbundsmandat zu übernehmen, wozu man nach Ansicht des französischen Marschalls Foch 27 Divisionen zum Schutz der Armenier gebraucht hätte. Der Frieden von Sèvres (1920) wurde zwar von der offiziellen türkischen Regierung unterzeichnet, nicht aber von der Nationalbewegung Mustafa Kemal Paschas. Der griechische Ministerpräsident Venizelos kämpfte im Bund mit dem englischen Premier Lloyd George um den Anschluss der mehrheitlich griechischen Gebiete in Thrakien und um Smyrna (Izmir) in Westkleinasien. Der Streit zwischen Venizelos und König Konstantin I. mitten im Krieg zwischen Griechenland und den türkischen Kemalisten führte letztlich zur Vernichtung der griechischen Minderheiten in Kleinasien und zur Zerstörung von Smyrna (1922); Kemal Atatürk führte dabei die ethnischen Säuberungen der Jungtürken fort. Im Frieden von Lausanne (1923 wurden die Bestimmungen des Friedens von Sèvres zugunsten der Türkei revidiert: Armenien wurde nicht selbständig und blieb zwischen Sowjet-Russland (das Atatürk unterstützt hatte) geteilt; die christlichen Minderheiten wurden massakriert oder zwangsausgesiedelt, mit Ausnahme der Griechen von Istanbul, wo sich bis heute das Ökumenische Patriarchat befindet.

Richard Albrecht: Völkermord(en): Genozidpolitik im 20. Jahrhundert

Richard Albrecht: Völkermord(en): Genozidpolitik im 20. Jahrhundert

Aachen: Shaker Verlag, 2006. 184 S., ISBN:978-3-8322-5055-3; 24,80 EUR Armenozid: Genozidpolitik im 20. Jahrhundert. Band 2. Aachen: Shaker Verlag, 2006; 116 S. ISBN:978-3-8322-5738-5 18,80 €

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Hofmann, Tessa / Bezelgues, Sarkis: Genozid"anerkennung" und Pönalisierung von Genozidleugnung ["Recognition" of genocide and penalization of genocide denial].

Hofmann, Tessa / Bezelgues, Sarkis: Genozid“anerkennung“ und Pönalisierung von Genozidleugnung [„Recognition“ of genocide and penalization of genocide denial].

Genozid“anerkennung“ und Pönalisierung von Genozidleugnung [„Recognition“ of genocide and penalization of genocide denial]. „Orient: Deutsche Zeitschrift für Politik und Wirtschaft des Orients“. Hamburg: GIGA, 2006/2, S. 236-259

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Hans-Lukas Kieser, Elmar Plozza (Hg.): Der Völkermord an den Armeniern, die Türkei und Europa - The Armenian Genocide, Turkey and Europe (Gebundene Ausgabe).

Hans-Lukas Kieser, Elmar Plozza (Hg.): Der Völkermord an den Armeniern, die Türkei und Europa – The Armenian Genocide, Turkey and Europe (Gebundene Ausgabe).

Zürich: Gva-Vertriebsgemeinschaft, 2006; Beiträge in Deutsch und Englisch; 200 S. ISBN-10: 3034007892; ISBN-13: 978-3034007894. EUR 24,80

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David Gaunt: Massacres, Resistance, Protectors: Muslim-Christian Relations in Eastern Anatolia during World War I .

David Gaunt: Massacres, Resistance, Protectors: Muslim-Christian Relations in Eastern Anatolia during World War I .

Gorgias Press LLC. ISBN: 1-59333-301-3. 48 U.S. Dollar

Dieses Werk des schwedischen Sozialwissenschaftlers der Universität Södertalje bietet die erste Gesamtschau des an aramäischsprachigen Minderheiten (Assyrer, Chaldäer, Syro-Aramäer) während des Ersten Weltkrieges und an wechselnden Orten Urmia, Hakkari, osmanische Provinz Diyarbekir) begangenen Genozids. Der Autor stützt sich auf Primärquellen aus offiziellen russischen, türkischen und westeuropäischen Archiven sowie auf bisher unveröffentlichte Manuskripte und mündliche Augenzeugenberichte.

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Raymond Kévorkian:: Le Génocide des Arméniens

Raymond Kévorkian:: Le Génocide des Arméniens

Raymond Kévorkian: The Armenian Genocide („Le Génocide des Arméniens“). Paris : Odile Jacob, 2006

Among the countless acts of violence perpetrated during World War I, the extermination of the Armenian population constitutes the bloodiest episode involving civilians. From 1915 to 1916, more than 1,500,000 people were killed. Wartime conditions, by creating a situation favourable to the unleashing of extreme violence, helped legitimise measures that would have been inconceivable in peacetime. But, argues Raymond Kévorkian, those crimes were merely the logical outcome of a process that had begun several decades earlier, when the Turkish nation-State had conceived the physical elimination of a part of its own population as a prerequisite for its construction. The book is divided into three sections: — the first examines the creation and development of the ideology of the Young Turks, up to the moment when the decision to exterminate the Armenians was taken; — the second part is a region-by-region examination of the geography of genocide, and allows the author to observe the different forms of treatment reserved for the civilian population and for Armenian conscripts; — the third and final part concerns the trials held for war crimes following the Armistice of Mudros, and the attempts by the Allied powers to establish a higher international tribunal. In September 2006 France will begin to commemorate the Year of Armenia, with numerous public events, including a major exhibition at the Louvre Museum. Raymond Kévorkian, a historian, teaches at the Institut Français de Géopolitique, at the University of Paris-VIII-Saint-Denis. He is the director of the Bibliothèque Nubar, the Armenian library in Paris, and the author of numerous works on the history of modern and contemporary Armenia and Armenians.

ISBN 2-7381-1830-5, septembre 2006, 155 x 240, 1008 pages. (39.90 €)

Akçam, Taner:: A Shameful Act: The Armenian Genocide and the Question of Turkish Responsibility.

Akçam, Taner:: A Shameful Act: The Armenian Genocide and the Question of Turkish Responsibility.

Akçam, Taner: A Shameful Act: The Armenian Genocide and the Question of Turkish Responsibility.

Buchbesprechung von Elizabeth Kolbert: Dead Reckoning: The Armenian genocide and the politics of silence. „The New Yorker“, 6 November 2006

Metropolitan Books, 2006. 496 S. ISBN: 0805079327

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Völkermord oder Umsiedlung? Das Schicksal der Armenier im Osmanischen Reich - Darstellung und Dokumente (Broschiert).

Völkermord oder Umsiedlung? Das Schicksal der Armenier im Osmanischen Reich – Darstellung und Dokumente (Broschiert).

Jörg Berlin; Adrian Klenner:

Völkermord oder Umsiedlung? Das Schicksal der Armenier im Osmanischen Reich – Darstellung und Dokumente (Broschiert).

Inhalt: Das Schicksal der Armenier im Osmanischen Reich  ( 83kb)

Books on Demand
ISBN 978-3-7322-4406-5

Direktbestellung bei: http://www.bod.de (Books on Demand)

Wenn man die Armenierfrage diskutiert...

Wenn man die Armenierfrage diskutiert…

Istanbul: Türkeivertretung der Heinrich Böll Stiftung e.V., März 2006. 126 S. Deutsch und Türkisch. ISBN 975-009654-0-5

Inhalt:
Ulrike Dufner: Vorwort. S. 5/ Alexander Iskandarian: Armenien und die Türkei: Geographisch eng verbunden – durch die Geschichte getrennt. S. 7/ Hrant Dink: Türken und Armenier: zwei nahe Völker. Türkei und Armenien: zwei entfernte Nachbarn. S., 20/ Ferhat Kentel: Türkentum, Armeniertum und Vorurteile: Die Gesellschaft in der Türkei und Armenien. S. 69/ Stefan Hibbeler: Wege des Verständnisses: Die Armenier-Diskussion in der Türkei 2005. S. 93/ Osman Köker: Sireli Jeghpajrs (Mein lieber Bruder) – Die Erfahrung einer Ausstellung. S. 109/ Talip Atalay: Die Stadtzeitung in Diyarbekir und die Armenier: eine lokale Geschichtsquelle. S. 114./

Garabed Hatscherian: Smyrna 1922: Das Tagebuch des Arztes Garabed Hatscherian.

Garabed Hatscherian:
Smyrna 1922: Das Tagebuch des Arztes Garabed Hatscherian.

Hrsg. u. aus dem Armenischen übersetzt von Dora Sakayan. Mit einer Einleitung von Tessa Hofmann.
Klagenfurt: KITAB, Juni 2006. Ca. 160 S. ISBN: 3902005874

Die Einnahme der kurz zuvor von griechischen Streitkräften geräumten ionischen Hauptstadt Smyrna (türk. Izmir) durch türkisch-nationalistische Truppen im September 1922 beendete die dreitausendjährige griechische Präsenz in der Region. Die Eroberer plünderten die wehrlose, überwiegend von Christen bevölkerte Stadt und setzten das Armenierviertel in Brand. Zahlreiche Griechen und Armenier starben zwischen „Feuer, Schwert und Wasser“.

Als Zeitdokument überdauerte das Tagebuch eines armenischen Arztes und Einwohners von Smyrna, Garabed Hatscherian (Karapet Chatscherjan). Die Enkelin des Verfassers, die Philologin Dr. Dora Sakayan, hat es aus dem Armenischen übersetzt und in zahlreichen Editionen (Englisch, Französisch, Spanisch, Russisch, Türkisch, Griechisch) herausgegeben.

Über den Verfasser G. Hatscherian schreibt der Verleger der deutschsprachigen Ausgabe, Dr. Wilhelm Baum, im Biographisch-Bibliographischen Kirchenlexikon:
http://www.bautz.de/bbkl/h/hatscherian_g.shtml

Rezension von Dr. Richard Albrecht:
http://www.grin.com/de/fulltext/ged/26885.html

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"STIMMEN AUS DEUTSCHLAND": ZUM 90. GEDENKJAHR DES VÖLKERMORDES AN DEN ARMENIERN

„STIMMEN AUS DEUTSCHLAND“:
ZUM 90. GEDENKJAHR DES VÖLKERMORDES AN DEN ARMENIERN

Antworten, Artikel, Aufsätze, Reden, Augenzeugenberichte. Hrsg. und eingeleitet von Ischchan Tschiftdschjan, mit einem Vorwort seiner Heiligkeit Aram I. Antelias 2005: Katholikat von Kilikien, 418 S. In deutscher Sprache.

Dieser Sammelband enthält Beiträge von 53 deutschen und schweizerischen Autor/Innen, darunter Antworten von 37 Wissenschaftlern und Publizisten auf jeweils sechs Fragen, die ihnen der Herausgeber zum Völkermord an den Armeniern gestellt hatte. Forschungsbeiträge, Reden sowie einen Dokumentenanhang ergänzen diese Essays.

Weitere Informationen zum Inhalt und den Autoren der Beiträge (auf englisch):
http://www.azad-hye.net/news/viewnews.asp?newd=129

Bestellung über:
Ischchan Tschiftdschjan
Sommerfelder Str. 20
PF 12/3
04299 Leipzig
E-Mail: ischchan@hotmail.com

Tessa Hofmann: Annäherung an Armenien – Geschichte und Gegenwart.

2., aktualisierte u. überarb. Aufl. München: C.H. Beck, 2006. 243 S. – ISBN: 3406420230 (Beck’sche Reihe 1223)

Darin u. a.: Der lange Kampf um Freiheit (III): Zwischen Reform, Revolution und Reaktion. S. 79/ Der Völkermord: 1915 und 1916. S. 94/ Schuld, Sühne, Vergeltung, Verleugnung: Vergangenheitsbewältigung. S.107-117

Annette Schaefgen: Schwieriges Erinnern – Der Völkermord an den Armeniern.

Annette Schaefgen: Schwieriges Erinnern – Der Völkermord an den Armeniern.

Berlin: Metropol Verlag. 2006. – 200 Seiten. ISBN: 393869016X

Aus einer Rezension von Wolfgang G. Schwanitz („Tagesspiegel“, 17.03.06): „Engagiert stellt die Autorin dar, wie Deutsche den Völkermord aufgenommen haben, von seinem Beginn am 24. April 1915, über das Buchverbot von Johannes Lepsius’ „Der Todesgang des armenischen Volkes“ im Folgejahr bis zum Mord am ehemaligen türkischen Innenminister in Berlin 1921. Dann kam die große Stille, gegen die Literaten wie Franz Werfel angingen. In der Bonner Republik erhielten die Beziehungen zum NATO-Mitglied Türkei Vorrang. Ähnlich verhielt es sich mit der Sowjetunion und ihrer Sowjetrepublik Armenien.“

Sébastien de Courtois: The Forgotten Genocide: Eastern Christians; The Last Arameans.

Sébastien de Courtois: The Forgotten Genocide: Eastern Christians; The Last Arameans.

Transl. by Vincent Aurora. Piscataway, New Jersey: Gorgias Press, 2004. XIII, 373 S. Abb. (s/w), Personen-, Orts- und Sachregister.

Kommentar:

Es handelt sich um die englischsprachige Ausgabe der Dissertation des französischen Wissenschaftlers Dr. S. de Courtois, die derzeit die ausführlichste Darstellung des Genozids an der aramäischsprachigen christlichen Bevölkerung des Osmanischen Reiches im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert enthält. Insbesondere das Schicksal der Westsyrer (Syrisch-Orthodoxen) wird ausführlich dargestellt, gestützt auf die Archive des französischen Verteidigungsministeriums, der Dominikanermission zu Mossul (Nordirak), auf schriftliche Augenzeigenberichte sowie auf mündliche Interviews mit Überlebenden dieses Genozids. Der syrisch-orthodoxe Erzbischof Mor Cyril Aphrem Karim schrieb über dieses Buch: „Dies ist vielleicht die erste akademische Abhandlung eines fast vergessenen Ereignisses, das das Schicksal und Ethos des syrischen Volkes für immer verändert hat.“

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Wilhelm Baum: Die Türkei und ihre christlichen Minderheiten: Geschichte - Völkermord - Gegenwart

Wilhelm Baum: Die Türkei und ihre christlichen Minderheiten: Geschichte – Völkermord – Gegenwart

Ein Beitrag zur EU-Erweiterungs-Debatte.
Klagenfurt-Wien: Kitab Verlag, 2005. 208 S. Zahlr. Abb. (s/w, farb.), Ktn.-Skizze. Literaturverzeichnis, Glossar, Namensregister
ISBN-Nr. 3-902005-56-4

Aus dem Inhalt:
Die muslimischen Eroberungen Kleinasiens. S. 7./ Das Dhimmi-System und der Dschihad. S. 11./ 3. Die Türken. S. 14./ Die letzten Phase des byzantinischen Reiches. S. 20./ Die Christen im türkischen Millet-System. S. 23./ Die Christen in den Reisebeschreibungen des 17. und 18. Jahrhunderts. S. 39./ Die Situation der Christen in der Tanzimat-Ära ab 1839. S. 42./ Die Massaker an den Christen im Ersten Weltkrieg. S. 74./ Die Reaktion der westlichen Welt. S. 112/ Die Deportationen der Griechen bis zum Kriegsende. S. 126/ Die Lage der Christen in der Türkei am Ende des Ersten Weltkrieges (1917-1918). S. 134/ Der Friedensvertrag von Sèvres (1920). S 149./ Der Sieg der Kemalisten (1920-1922). Die Situation der Christen in der Türkei bis zum Zypernkrieg (1923-1974). S. 174./ Vom Zypern-Konflikt bis zur Situation der Christen in der Türkei heute. S. 183.

Aus dem Vorwort des Autors:
„(…) In diesem Buch geht es um eine kritische Betrachtung einer bisher unaufgearbeiteten blutigen Geschichte von Kampf, Versklavung, Menschenraub und Deportation. Auch in der europäischen Geschichte hat es religiöse Verfolgungen, Unterdrückungen, Massaker und den Holocaust gegeben. In Europa wurden und werden diese Belastungen der Vergangenheit jedoch von vielen Institutionen und einer kritischen Geschichtsschreibung reflektiert. Hier fehlte es auch nicht an Neubewertungen, wie sie etwa die katholische Kirche im 2. Vatikanischen Konzil und die Christen im – immer noch unzureichenden – ökumenischen Dialog vorgenommen haben oder wie sie in Deklarationen gegenüber dem Judentum von verschiedenen Seiten zum Ausdruck gekommen sind.

Dieses Buch ist keine umfassende Geschichte des Christentums in der Türkei; viele Quellen gingen verloren, sind der Forschung nicht zugänglich oder nicht in westliche Sprachen übersetzt. Es war daher nicht möglich, die leidvollen Beziehungen der Vergangenheit vollständig darzustellen; es muss genügen, einen Einblick in die unbearbeiteten Kapitel von Verfolgung und Völkermord zu gewinnen, die allen Beteiligten am europäischen Einigungsprozess bewusst gemacht werden sollen. Es soll zur Reflexion verleiten, wie in einem Europa der Zukunft mit der Vergangenheit umgegangen werden soll und welche Bereiche noch unaufgearbeitet sind.

Die Vernichtung des kleinasiatischen Christentums durch die Türken war auch deshalb möglich, weil die Christen untereinander zerstritten waren und Katholiken, Orthodoxe, Armenier und syrische Christen je eigene Interessen verfolgten und bei Gelegenheit auch bereit waren, mit Muslimen gegen die anderen Christen zusammen zu arbeiten. (…)“

Der Autor, Dr. Wilhelm Baum, ist Historiker und Theologe; er verfasste mehrere Bücher zur Geschichte des christlichen Orients.

Die Verfolgung und Vernichtung der Syro-Aramäer im Tur Abdin 1915.

Die Verfolgung und Vernichtung der Syro-Aramäer im Tur Abdin 1915.

Gesammelt vom Erzpriester Sleman Henno aus Arkah, Tur Abdin. Erste Auflage 1987. Übersetzt aus dem Syro-Aramäischen ins Deutsche von Amill Gorgis und Georg Toro. Mit einer Einleitung von Erzbischof Julius Jeschu Çiçek, einem Vorw. des Herausgebers Amill Gorgis und einem Beitrag von Tessa Hofmann.

(Glane/Losser, Niederlande): Bar Hebräus Verlag, 2005. 191, XLVIII S. Farb. Abb., Kt. ISBN 90-5047-025-4

Zu beziehen über:
Bar Hebräus Verlag, Glane/Losser
Glanerbrugstr. 33
NL 7585 PK Glane/Losser
Tel.: 0031 5346 14 764
Fax : 0031 5346 15 879

Kommentar:
Der in Syrien lebende Syrisch-Orthodoxe Geistliche Sleman Henno sammelte unter überlebenden Glaubensgenossen Berichte und Informationen über die Vernichtung im Jahr 1915 im Tur Abdin-Gebiet. Dort kamen innerhalb weniger Monate 90.000 syrisch-orthodoxe (aramäischsprachige) Christen bei Massakern kurdischer Stämme um, die von der Provinzregierung organisiert und von der türkischen Zentralregierung gebilligt wurden. Arkahs genaue, Dorf für Dorf berücksichtigende Darlegung bildet eine wichtige Quelle und Regionalstudie zur Verfolgungs- und Leidensgeschichte der aramäischsprachigen Christen (Aramäer/Assyrer), die nach mehreren Editionen in der Originalsprache (1977, 1987) nun erstmals in deutscher Übersetzung vorliegt.

Sleman d-Beth Henno genaue, Dorf für Dorf berücksichtigende Darlegung bildet eine wichtige Quelle und Regionalstudie zur Verfolgungs- und Leidensgeschichte der Syro-Aramäer, die nach mehreren Editionen in der Originalsprache (1977, 1987) nun erstmals in deutscher Übersetzung vorliegt.

Völkermorde und staatliche Gewaltverbrechen im 20. Jahrhunderten als Thema schulischen Unterrichts

Hrsg. vom Landesinstitut für Schule und Medien Brandenburg (LISUM Bbg.). Ludwigsfelde-Struveshof, Juli 2005. 103 S. + CD-ROM

Zu beziehen über:

LISUM Bbg., 14974 Ludwigsfelde-Struveshof, oder per Email: poststelle@lisum.brandenburg.de

Es handelt sich um die zu Jahresbeginn 2005 politisch umstrittene und langerwartete „Handreichung“ für den schulischen Geschichtsunterricht (9. und 10. Klasse), die derzeit im Bundesland Brandenburg eingesetzt wird, möglicherweise aber auch in anderen Bundesländern übernommen werden wird.

Die Handreichung wurde von Christian Lange (Teil I) sowie Dr. Mihran Dabag (Teil II) verfasst und enthält zusätzliche Texte von Prof. Dr. Martin Sabrow, Prof. Dr. Holm Sundhaussen sowie Albrecht Wiesener. Sie wurde fachlich unter anderem von Prof. Dr. Hermann Goltz begutachtet. Die Autoren unterscheiden, methodisch und juristisch nicht ganz nachvollziehbar, zwischen „Völkermord“ und „staatlichen Gewaltverbrechen“. Teil II schildert drei Fallbeispiele für Völkermord: die Vernichtung der Herero 1904 bis 1907 in der damaligen Kolonie Deutsch-Südwestafrika (S. 31-40), an den Armeniern 1915/16 im Osmanischen Reich (S. 41-58) sowie in Ruanda (1994); ein Abschnitt (S. 55) ist der „Ermordung der aramäischen Christen“ gewidmet. Als „staatliche Gewaltverbrechen“ werden der sonst auch als Völkermord bezeichnete Massenmord der Roten Khmer in Kambodscha (1975), die Gewaltverbrechen unter Stalin in der Sowjetunion bis 1953 sowie die „postjugoslawischen Kriege“ dargestellt.

Crimes against Humanity and Civilization: The Genocide of the Armenians

Crimes against Humanity and Civilization: The Genocide of the Armenians

Facing History and Ourselves Resource Book
Brookline, Massachusetts: Facing History and Ourselves National Foundation, Inc., 2004.

ISBN 0-9754125-0-7

oder online zum Herunterladen unter:

http://www.facinghistorycampus.org/

Sprache: englisch

Inhaltsbeschreibung der Herausgeber:

Verbrechen gegen die Menschheit und die Zivilisation: Der armenische Genozid

Das Lehrbuch von Facing History – Verbrechen gegen die Menschlichkeit und die Zivilisation: Der armenische Genozid – verbindet neueste wissenschaftlichen Erkenntnisse über den armenischen Genozid mit einem interdisziplinären Geschichtsansatz, der sowohl Schüler als auch Lehrer dabei unterstützt, zentrale Verbindungen zwischen Geschichte und ihrem eigenen Leben zu entdecken. Indem sich der Leser darauf konzentriert, die Entscheidungen, welche Individuen, Gruppen und Nationen vor, während und nach dem Genozid trafen zu untersuchen, erhält er die Gelegenheit, über das aktuelle Dilemma zu reflektieren, mit dem sich die internationale Gemeinschaft angesichts massiver Menschenrechtsverletzungen konfrontiert sieht.

Indem es den armenischen Genozid während des Ersten Weltkrieges beleuchtet, betrachtet und behandelt das Buch viele seiner anhaltenden „Hinterlassenschaften“, wie etwa die türkische Leugnung der Verbrechen und den Kampf um Anerkennung des Genozids als ein „Verbrechen gegen die Menschheit“. Das Buch kann im Unterricht bei der Behandlung von Genoziden oder im Zusammenhang mit der Unterrichtung von Menschenrechten im Allgemeinen einbezogen werden, ferner im Geschichtsunterricht, der das späte 19. Jahrhundert, den Ersten Weltkrieg sowie die internationalen Beziehungen der USA abdeckt.

Inhaltsverzeichnis:
Einleitung
Kapital 1: Identität und Geschichte
Kapitel 2: Wir und die Anderen
Kapitel 3: Die Jungtürken an der Macht
Kapitel 4: Genozid
Kapitel 5: Entscheidungsmöglichkeiten
Kapitel 6: Wer erinnert sich an die Armenier?

INAMO

INAMO

Die orientalistische Fachzeitschrift INAMO des Informationsprojekts Naher und Mittlerer Osten widmet in Heft 43 (Herbst 2005) einen Schwerpunkt „Armenien: Der verdrängte Genozid“ mit 22 DIN-A-4 Seiten dem Jahresgedenken an den Völkermord der armenischen Bürger des Osmanischen Reiches 1915/16.

Autoren (in alphabetischer Reihe): Katrin Adolph und Karin Pütt, Corry Görgü, George Hintlian, Ahmad Hissou, Tessa Hofmann, Hans-Lukas Kieser, Toros Sakarian

http://www.inamo.org:8080/inamo/inamo43/ INAMO – Berichte und Analysen, Jg. 11, Herbst 2005, Heft 43 kann für 5,50 EUR (inkl. Versand) bestellt werden bei:
INAMO e.V.
Postfach 310727
10637 Berlin
Email: redaktion@inamo.de
Tel.: 030/8642184

Berliner Landesbehörde für Integration und Migration veröffentlicht Armenier-Heft

Berliner Landesbehörde für Integration und Migration veröffentlicht Armenier-Heft

Am 13. Juni 2005 veröffentlichte der Berliner Beauftragte für Integration und Migration, Günter Piening, in der von dieser Behörde herausgegebenen Reihe über die Minderheiten Berlins ein der armenischen Gemeinschaft gewidmetes Heft. Es trägt den Titel „Armenier in Berlin – Berlin und Armenien“.

In seinem Vorwort schreibt der Herausgeber:

„Die Geschichte der Armenier wird bis heute sehr stark von den Diasporagemeinden weltweit, vor allem natürlich in den Vereinigten Staaten und auch in Frankreich mitbestimmt. Eine Diaspora, die sich in erster Linie auf Verfolgung, Vertreibung und Ausrottungspolitik in den einstigen armenischen Siedlungsgebieten gründet, das zentrale historische Trauma der Armenier, das bis heute international nur unzureichend aufgearbeitet wird. Schmerzlich ist dabei nicht nur für die Armenier, dass ihre Geschichte bis heute in Geschichtsbüchern oft nur am Rande gestreift wird und nach wie vor auf diplomatischem Parkett gestritten wird, ob der Völkermord an den Armeniern auch als solcher bezeichnet werden darf.“

Aus dem Inhalt:

Stichworte zu drei Jahrtausenden armenischer Geschichte: Ursprung im frühgeschichtlichen Vorderasien / Geteiltes Land: Zerrissenheit zwischen stärkeren Nachbarn / Verlust und Wiedergewinnung der Staatlichkeit. / Identitätsbewahrung dank Christianisierung. / Kasten: Mesrop Maschtoz und sein Werk./ Kasten: Global und ökumenisch: Die Armenisch-Apostolische Kirche. / Armenien und seine Diaspora. / Vernichtung und Überleben./ Kasten: Abschiedsbrief eines Berliner Armeniers an Dr. Johannes Lepsius. Wie ein Vogel aus der Asche? Postsowjetische Wachstumsprobleme./ Berlin schreibt armenische Geschichte: Der Berliner Kongress 1878, die Internationalisierung der Armenischen Frage sowie Löffel aus Papier und Eisen. / Ferne Stimmen: Armenierfreunde und Armeniergegner an der Spree: Johannes Lepsius: Helfer und Ankläger. / Turkophile Gegenstimmen: Hans Barth und Ernst Jäckh. / Propagandisten des liberalen Imperialismus: Friedrich Naumann und Paul Rohrbach. / Im Namen der Menschenrechte, des Antiimperialismus und des Friedens: sozialistische und pazifistische Standpunkte./ „Über die armenische Frage wird am besten geschwiegen“: Deutschland und die Armeniervernichtung im Ersten Weltkrieg./ Kasten: Augenzeuge und Fürbitter – der Schriftsteller Armin T. Wegner./ Kasten: Eine jüdische Stimme zum Völkermord an den Armeniern – Edgar Hilsenrath und seine Vorgänger. / Berlin als Tatort: Armenische Vergeltungsmorde. / Kasten: Doğan Akhanlı: Reisewege und Alpträume./ Armenisches Berlin: Selbstporträts: Die Armenische Gemeinde zu Berlin e.V./ Die Gemeinde der Armenisch-Apostolischen Kirche zu Berlin e.V./ Umfrage unter armenischen Berlinern. / Die Deutsch-Armenische Gesellschaft./ Berlin als Studienort./ Berlin als Zufluchtsort./ Kasten: Yelda: Der Mörder starb nicht in San Francesco, sondern in Berlin./ Kasten: Das armenische Jahr: Die wichtigsten Gedenk- und Feiertage./ Entdeckungsreise durch das Armenische Berlin./ Kasten: Retterin von Zwangsarbeitern: Nektar Wischneski (geb. Wardanjan)./ Berlin als Zentrum der Armenistik und Armenologie: Armenistische und armenologische Sammlungen./ Anmerkungen. / Weiterführende Literatur: Eine Auswahl./ Bildnachweis./ Adressen. / Autorenverzeichnis. Buchinformation:

Tessa Hofmann:
Armenier in Berlin – Berlin und Armenien
Mit Beiträgen von Doğan Akhanlı und Yelda
104 S. Zahlr. Abb., Ktn.
ISBN: 3-938352-05-1

Zu beziehen bei:
Beauftragter des Senats für Integration und Migration
Potsdamer Straße 65
10785 Berlin
E-Mail: Integrationsbeauftragter@intmig.verwalt-berlin.de

Preis: 3,00 € (zzgl. Portokosten bei Versand)

Pressemitteilung des Beauftragten für Integration und Migration vom 13. Juni 2005

Donald Bloxham: The Great Game of Genocide

Donald Bloxham: The Great Game of Genocide

Imperialism, Nationalism, and the Destruction of the Ottoman Armenians. Oxford: Oxford University Press, 2005. 290 S.

ISBN 0199273561
Ab EUR 32,67
Bestellung über: http://www.amazon.de/…/…

Zusammenfassung des Verlages:
The Great Game of Genocide addresses the origins, development and aftermath of the Armenian genocide in a wide-ranging reappraisal based on primary and secondary sources from all the major parties involved. Rejecting the determinism of many influential studies, and discarding polemics on all sides, it founds its interpretation of the genocide in the interaction between the Ottoman empire in its decades of terminal decline, the self-interested policies of the European imperial powers, and the agenda of some Armenian nationalists in and beyond Ottoman territory. Particular attention is paid to the international context of the process of ethnic polarization that culminated in the massive destruction of 1912-23, and especially the obliteration of the Armenian community in 1915-16. The opening chapters of the book examine the relationship between the great power politics of the „eastern question“ from 1774, the narrower politics of the „Armenian question“ from the mid-nineteenth century, and the internal Ottoman questions of reforming the complex social and ethnic order under intense external pressure. Later chapters include detailed case studies of the role of Imperial Germany during the First World War (reaching conclusions markedly different to the prevailing orthodoxy of German complicity in the genocide); the wartime Entente and then the uncomfortable post-war Anglo-French axis; and American political interest in the Middle East in the interwar period which led to a policy of refusing to recognize the genocide. The book concludes by explaining the ongoing international denial of the genocide as an extension of the historical „Armenian question“, with many of the same considerations governing modern European-American-Turkish interaction as existed prior to the First World War.

Unser Kommentar:
Für alle, die sich eingehender mit der Rolle europäischer Staaten bei der Vernichtung der Armenier und anderer christlicher Ethnien an der Wende vom Osmanischen Reich zur Republik Türkei auseinandersetzen und insbesondere für jene, die der Umfang und die Bedeutung der deutschen Mitverantwortung interessiert, ein wichtiger Beitrag. Im Unterschied zur Mehrheitsmeinung bisheriger Publizisten kommt der britische Genozidforscher D. Bloxham zu ähnlichen Ergebnissen wie vor ihm der deutsch-kanadische Forscher U. Trumpener.

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