Die Gesellschaft für bedrohte Völker appelliert an die Bundeskanzlerin, sich verstärkt für bedrängte Christen einzusetzen und nennt als Beispiele für die besonders in Afrika und Asien bedrohten Anhänger der weltweit größten Religionsgemeinschaft die Staaten Syrien, Süd-Sudan, Indien, Indonesien und Pakistan.


GESELLSCHAFT FÜR BEDROHTE VÖLKER

PRESSEMITTEILUNG

Göttingen, den 23. Dezember 2013

Christen in Not an Weihnachten 2013

Bundeskanzlerin soll sich mehr für bedrängte Christen einsetzen

Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) hat zum Weihnachtsfest an Bundeskanzlerin Angela Merkel appelliert, sich mehr für bedrängte Christen in aller Welt einzusetzen. So sollte Deutschland mehr Bürgerkriegsflüchtlinge aus Syrien aufnehmen. Es sei zwar erfreulich, dass Deutschland sich bereit erklärt habe, 10.000 Syrien-Flüchtlinge aufzunehmen. Doch dies sei nicht ausreichend angesichts der Verfolgung und Not in Syrien. Christen seien dort besonders bedroht, da sie zwischen den Fronten der Bürgerkriegsparteien stünden, erklärte die GfbV in einem Fax-Schreiben an Merkel. Auch rief die Menschenrechtsorganisation die Bundeskanzlerin dazu auf, sich mehr für bedrängte Christen in Indonesien und Pakistan zu engagieren. Während in Indonesien willkürlich Kirchen von den Behörden geschlossen und Christen an ihrer Glaubensausübung gehindert würden, stünden sie in Pakistan unter dem Generalverdacht der Blasphemie.

Auch erinnerte die Menschenrechtsorganisation zum Weihnachtsfest an das Leiden von Millionen Christen in Konfliktregionen in aller Welt. „In der Zentralafrikanischen Republik, im Südsudan sowie in den umkämpften Provinzen Süd-Kordofan und Blauer Nil im Sudan können Millionen Christen nicht in Frieden das Weihnachtsfest feiern“, erklärte der GfbV-Afrikareferent Ulrich Delius. „In Ägypten und Nord-Nigeria schrecken Christen aus Angst vor Terroranschlägen islamistischer Extremisten davor zurück, an heiligen Messen in der Weihnachtsnacht teilzunehmen.“ In Indien würden Millionen christliche Adivasi-Ureinwohner in der Auseinandersetzung zwischen Sicherheitskräften und maoistischen Rebellen von beiden Konfliktparteien bedrängt und gezwungen, sich am Kampf zu beteiligen. In Burma litten viele christliche Minderheiten noch immer unter willkürlichen Übergriffen von Soldaten und schweren Menschenrechtsverletzungen.

In Indonesien sind in den letzten vier Wochen erneut fünf Kirchen auf Anordnung der Behörden geschlossen worden. Zuletzt wurde am 4. Dezember im Pangkep Distrikt auf der Insel Süd-Sulawesi die protestantische „Christliche Kirche von Süd-Sulawesi (GKSS)“ niedergerissen. In dem bevölkerungsreichsten muslimischen Land der Erde mussten im Jahr 2012 mindestens 50 Kirchen auf Anweisung der Behörden ihre Türen für immer schließen. Viele der Kirchen wurden unter Protest der Gläubigen abgerissen. Die von islamistischen Bewegungen betriebenen Kirchen-Schließungen werden mit mangelnden Baugenehmigungen begründet. Die Nationale Menschenrechts-Kommission Indonesiens wies jedoch darauf hin, dass 85 Prozent aller Moscheen, Kirchen und Tempel ohne offizielle Genehmigung errichtet wurden. Moscheen wurden bislang aber nicht geschlossen oder abgerissen. „Indonesiens Behörden messen mit zweierlei Maß und verletzen damit das Recht auf freie Religionsausübung der christlichen Minderheit“, sagte Delius. Rund 5,7 Prozent der Bevölkerung sind Katholiken und 3 Prozent Protestanten.

Auch in Pakistan ist die Lage der christlichen Minderheit schwierig. Mehr als 135 Christen wurden dort seit 1986 wegen Blasphemie angeklagt. Zurzeit liegen mehrere Blasphemie-Verfahren gegen Christen an. So begab sich am 8. November Pastor Adnan Masih in Lahore in Schutzhaft, weil gegen ihn wegen Blasphemie ermittelt wird. Pakistans Föderales Sharia-Gericht bekräftigte jüngst, Blasphemie müsse mit der Todesstrafe geahndet werden.

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