Der Tiefenstaat lässt wieder die Muskeln spielen: Nachdem 2010 der in Köln ansässige deutsch-türkische Menschenrechtler und Romanschriftsteller Doğan Akhanli nach viermonatiger Untersuchungshaft im Dezember entlassen und außer Landes verwiesen wurde, ging das Verfahren gegen ihn vor dem 11. Istanbuler Strafgericht in seiner Abwesenheit weiter, trotz der bereits im Dezember 2010 gerichtlich gewürdigten Beweise für Akhanlis Unschuld.

Nach Aussage von Verteidiger Ercan Kanar fehlt dem Strafantrag jedoch rechtliche Beweiskraft. In der türkischen Rechtsgeschichte der letzten Jahre wäre dies nicht das erste Mal, dass ein Angeklagter mangels Beweisen haftentlassen werden muss, ohne dass es zu einer regulären Verfahrenseinstellung kommt.

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