Als Provinzgouverneur bzw. Koordinator der „Sonderorganisation“ (Teşkilat-ι Mahsusa) trugen Cemal Azmi und Bahaddin Şakir Hauptverantwortung für die Vernichtung von Armeniern und Pontosgriechen im Osmanischen Reich (1915-1918, vgl. auch unsere Seiten https://www.aga-online.org/aga-archiv/beitraege/taeterverehrung/dr-bahaddin-sakir/ und https://www.aga-online.org/aga-archiv/beitraege/taeterverehrung/mehmet-cemal-azmi-bey/).

Für ihre Verbrechen – unter anderem Massen- und Raubmord – wurden sie 1919 von osmanischen Kriegsgerichtshöfen in Abwesenheit zum Tode verurteilt und am 17. April 1922 von armenischen Attentätern in Berlin-Charlottenburg erschossen.

Denn werden die beiden in der Türkei und in türkisch-nationalistischen Kreisen Berlins bis heute als „nationale Märtyrer“ verehrt. Wir protestieren gegen diesen Kult an „administrativen“ Mördern wehrloser Frauen, Kinder und alter Menschen. Ebenso protestieren wir gegen den schleichenden Ausbau eines historischen islamischen Friedhofs bzw. Kriegsgräberstätte zu einem Kultort für nationalistisch motivierte Genozidmörder, wie er sich im Ausbau der Grabstätten Azmis und Şakirs 2011, dem Bau einer „Märtyrermoschee“ und jährlichen Gedenkfeiern ausdrückt.

Die Arbeitsgruppe Anerkennung ruft daher zur Mahnwache neben dem Haupteingang zur „Türkischen Märtyrermoschee zu Berlin“ (Berlin Türk Şehitlik Camii) am Columbiadamm 128, 10965 Berlin-Neukölln auf.

Verkehrsverbindung: Bus 104 (Haltestelle Friedhöfe Columbiadamm)

Links:

Türkei – Istanbul, 24. April 2012 :
Gedenkversammlung auf dem Istanbuler Taksim-Platz