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Odian, Yervant: Accursed Years: My Exile and Return from Der Zor, 1914-1919.
Translated from original Armenian by Ara Stepan Melkonian with an introduction by Krikor Beledian. (London): Gomidas Institute, 2009, xvi + 326 pp., foldout map, photos, index, pb., UK£18.00 / US$25.00 + Versandkosten
Jerwand Otjan (Westarmenisch: Jerwant Odjan; 1869-1926) gilt als einer der bedeutendsten armenischen Satiriker. Obwohl er der Massenfestnahme vom 24. April 1915 in Konstantinopel zunächst entging, wurde er später doch verhaftet und nach Der-es-Sor (Nordostsyrien) deportiert. Bei seiner Ankunft waren dort bereits Hunderttausende Armenier an Seuchen zugrunde gegangen, verhungert oder abgeschlachtet worden. Odjan überlebte nicht zuletzt dank seiner Deutsch- und Französischkenntnisse, denn er diente deutschen Beamten als Übersetzer. Nach der osmanischen Kriegskapitulation engagierte sich Otjan für armenische Waisen. Sein Bericht über die Jahre der Deportation und Verbannung ist sehr zeitnah, 1919, verfasst worden und zählt zu den wichtigsten Zeugnissen armenischer Völkermordüberlebender.
Direktbestellung: books@gomidas.org oder books@garodbooks.com
Rezension: Rezension Jerwand Otjan ( 2,2 MB)
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Gülçiçek Günel Tekin: Kara Kefen – Müslümanlastirilan Ermeni Kadinlarinin Drami
Schwarzes Leichentuch – Das Drama der islamisierten armenischen Frauen.
Istanbul (Belge Yayinlari) 2008, 154 S. ISBN: 975-344-412-5.
Rezension von Dr. Raffi Kantian: Rezension Kara Kefen ( 620 KB)
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Alan Greenblatt: Rewriting History: Can Nations come to terms with their own Legacies? “CQ Global Researcher – Exploring International Perspectives”
December 2009, Volume 3, Number 12, Seiten 311-336; http://www.globalresearcher.com
Die Mehrzahl der im 20. Jahrhundert begangenen Genozide wurden als “inländische” (domestic) Völkermorde an der eigenen Bevölkerung oder Teilen davon begangen. Im Umgang mit dieser kriminellen Vergangenheit haben die meisten verantwortlichen Staaten oder ihre Nachfolger eben solche Probleme, wie die individuellen Nachfolger der Täter. Ihre Weigerung, der Sichtweise der Oper zu folgen und die Dimension des Verbrechens wahrzunehmen, erweist sich als eines der größten Hindernisse für dauerhafte Aussöhnung.
In seinem Aufsatz schildert A. Greenblatt vergleichend wissenswerte Einzelheiten und stellt die wichtige Frage, ob – vor dem Hintergrund wachsenden Geschichtsbewusstseins in zahlreichen Gesellschaften - Rechenschaftspflicht und Verantwortungsübernahme ein Menschenrecht darstellen, obwohl sie noch nicht zu den verbrieften Menschenrechten gehören.
Wünschen würden wir es uns angesichts der anhaltenden Leugnungen von Völkermord an den Christen des osmanischen Reiches durch die Türkei, des Holodomor durch Russland, der von Japan begangenen Verbrechen etc. etc. Andere Staaten dagegen haben sich frühere Verbrechen bei den Opfern und ihren Nachfahren entschuldigt.
http://www.globalresearcher.com
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Michael Bobelian: A Forgotten Genocide and the Century-long Struggle for Justice. New York, London, Toronto, Sydney: Simon & Schuster, 2009. 320 S. Index. ISBN-10: 1416557253, ISBN-13: 978-1416557258
Anhand von Einzelschicksalen – die Rächer Gurgen Yanikian und Soromon Tehlirian, der Anwalt Vartkes Yeghiayan sowie Prof. Van Krikorian – zeichnet der Autor die beiden Hauptwege der persönlichen Aufarbeitung des Genozid-Traumas durch armenische Überlebende und ihre Erben nach: Vergeltung oder Engagement für die Durchsetzung von Anerkennungs- und Wiedergutmachungsansprüchen. Der Autor, den die Frage nach den Auswirkungen der „beispiellosen Verzögerung von Gerechtigkeit“ zu seinem Buch motivierte, bezeichnet den Kampf der Armenier als fast einzigartiges Phänomen: „Kaum ein anderes Volk war an einem weltweiten Feldzug für die Gerechtigkeit beteiligt, der sich über Jahrzehnte erstreckte.“
Online-Bestellung: http://www.amazon.de/Children-Armenia-Forgotten-Genocide-Century-long/...
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Erzählte Lebenserinnerungen: Edgar Hilsenrath – „Deutsch war nicht die Sprache der Nazis. Es war meine Sprache.“ Wiesbaden: Aktives Museum Spiegelgasse für Deutsch-Jüdische Geschichte in Wiesbaden e.V., 2009. 2 CD-Roms, 19,50 EUR (Edition Zeugen einer Zeit)
In der von Gabriele Diedrich konzipierten "Edition Zeugen einer Zeit" ist nun auch eine Doppel-CD mit den Erinnerungen des in Berlin lebenden deutsch-jüdischen Romanschriftstellers Edgar Hilsenrath erschienen. Auf CD 1 berichtet E. Hilsenrath unter anderem über die Entstehung des Romans „Märchen vom letzten Gedanken“ über den Völkermord an den Armeniern. CD 2 enthält Lesungen von Ulrich Matthes aus Hilsenraths Werk, darunter auch aus dem „Märchen“.
Erhältlich im Buchhandel oder bei der Geschäftsstelle des Aktiven Museums Spiegelgasse für Deutsch-Jüdische Geschichte in Wiesbaden e.V., Spiegelgasse 9, 65183 Wiesbaden, Tel.: 0611/305221, http://www.am-spiegelgasse.de/
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Wolfgang Weeber: Ansprüche der Opfer des Völkermordes an den Armeniern 1915: Eine völkerrechtliche Analyse des Völkermords an den Armeniern, die daraus (nicht) gezogenen Konsequenzen und Vorschläge zur Wiedergutmachung. Südwestdeutscher Verlag für Hochschulschriften, 2009. 336 S. 98 EUR. - ISBN-10: 3838101359; - ISBN-13: 978-3838101354
Nach den Historikern äußern sich die Juristen! Über die Dissertation des österreichischen Juristen W. Weeber schreibt der Verlag in seiner Ankündigung:
Im Zuge des Ersten Weltkriegs wurden rund 1,5 Millionen Armenier im Osmanischen Reich systematisch verfolgt und ermordet. Bis auf wenige Ausnahmen wurden die Verantwortlichen für diese Verbrechen nie zur Verantwortung gezogen. Dieser Umstand hat dazu beigetragen, dass den Opfern und ihren Nachkommen bis heute keinerlei Wiedergutmachung geleistet wurde. Ankara weist den Vorwurf des Völkermordes bis heute entschieden zurück, die bloße Erwähnung des Wortes Völkermord im Zusammenhang mit den Ereignissen von 1915 ist in der Türkei gerichtlich strafbar. Der Autor weist nach, dass diese Ereignisse aus völkerrechtlicher Sicht zweifelsfrei als Völkermord im Sinne der UN-Völkermordkonvention
zu qualifizieren sind. Anhand vergleichbarer Fälle wird analysiert, welche rechtlichen Konsequenzen Völkermorde und andere völkerrechtliche Verbrechen nach geltendem
Völkerrecht nach sich ziehen müssten, vergleicht diese Erkenntnisse mit der Situation der
Opfer von 1915 und erörtert Möglichkeiten, die berechtigten Ansprüche dieser Menschen und ihrer Nachkommen noch heute durchzusetzen.
Online-Bestellung: http://www.amazon.de/Ansprüche-Opfer-Völkermordes-Armeniern-1915/dp...
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The Theatre of Genocide: Four Plays about Mass Murder in Rwanda, Bosnia, Cambodia, and Armenia. Edited and with an introduction by Robert Skloot. Madison/Wisconsin: The University of Wisconsin Press, 2008. 232 S. ISBN-10: 0299224740 ISBN-13: 978-0299224745
Darin: Robert Skloot: Introduction: “The Light of Dead Stars”. S. 3/ Lorne Shirinian: Exile in the Cradle. S. 29/ Catherine Filloux: Silence of God. S. 74/ Kitty Felde: A Patch of Earth. S. 126/ Maria Kizito: Erik Ehn. S. 178/ Other Plays about Genocide in English. S. 221/ Contributors. S. 222
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Nurcan Kaya: Forgotten or Assimilated?: Minorities in the Education System of Turkey. (London): Minority Rights Group International, 2009. 40 S. ISBN-10: 1904584845 ISBN-13: 978-1904584841 - £5.95
Der Bericht der britischen Minderheitenschutzorganisation MRG beruht auf zahlreichen Interviews mit Lehrern oder Mitarbeitern von ethnischen und religiösen Minderheitenorganisationen in der Türkei. In der Schlussfolgerung (S. 27) heißt es: „Die Türkei ist weit davon entfernt, internationalen Standards gerecht zu werden und ihre Minderheiten vor Diskriminierung, Bedrückung und Erniedrigung zu schützen. Die Diskriminierung ist durchgehend, und falls auch nicht vollständig systematisch, so sind doch manche Schullehrbücher immer noch diskriminierend. Kinder und Lehrer mit Minderheitenhintergrund fürchten Diskriminierung und verbergen deshalb ihre ethnische oder religiöse Zugehörigkeit. Es sind keine wirksamen Mechanismen für Diskriminierungsopfer vorgesehen, um Rechtsmittel einlegen zu können.
Das Erziehungswesen widerspiegelt deutlich die Staatspolitik gegenüber Minderheiten. Es unterstützt nicht die Vielfalt, sondern nur eine Identität, eine Sprache. Während das Gesetz die türkische Sprache und Kultur unterstützt, sind Minderheitensprachen verboten oder werden ignoriert. Obwohl das Erziehungswesen als ein wirksames Instrument verwendet werden könnte, um Toleranz, Multikulturalismus sowie Frieden zu fördern, verstärkt es die Ängste und den Hass in seiner gegenwärtigen Form. Es besteht eine eindeutige Notwendigkeit, um die gesetzlichen Standards mit internationalen in Übereinstimmung zu bringen. Zu diesem Zweck wäre ein umfassendes Anti-Diskriminierungsgesetz notwendig, das wirksame Rechtsmittel vorsieht. Es sollten sowohl gesetzliche, als auch behördliche Mittel vorhandeln sein, um diskriminierendes Verhalten zu verhindern und jene vor Gericht zu stellen, die Diskriminierung praktizieren. Der Lehrplan müsste vollkommen umgestaltet werden, um nationalistische Formulierungen zu entfernen und Informationen über Minderheiten einzuschließen, mit dem Ziel der Toleranz- und Friedenserziehung. Dies sollte in Abstimmung mit den Minderheiten geschehen und in Anwendung des internat9onalen Rechts sowie der Erfahrungen anderer Länder.“
Die Autorin N. Kaya ist eine auf Minderheitenrechte spezialisierte Anwältin und seit 2006 Türkei-Koordinatorin bei MRG.
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Grigoris Balakian: Armenian Golgatha: A Memoir of the Armenian Genocide, 1915-1918. Translated by Peter Balakian with Aris Sevag. New York: Alfred A. Knopf, 2009. 510 S. 5 Ktn., 16 S. Abb. ISBN-10: 030726288X ISBN-13: 978-0307262882
„Ich sah mich einer schmerzlichen und doch wichtigen Verantwortung gegenüber: Diese Geschichte aufzuschreiben bedeutete, jene schwarzen Tage, deren Erinnerung mich mit Entsetzen erfüllte, täglich aufs Neue zu durchleben. Obwohl ich mich körperlich gesund fühlte, war ich geistig krank. Doch ich besaß die heilige Pflicht, für künftige Generationen diese bittere Geschichte niederzuschreiben.“ (Grigoris Balakian)
Grigoris Balakian (Palakjan) war einer der führenden Intellektuellen seiner Generation. 1901 zum Archimandriten geweiht, studierte er Theologie in Berlin und stieg später zum armenisch-apostolischen Bischof für Südfrankreich auf. Nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges kehrte Balakian als osmanischer Staatsangehöriger in seine Heimatstadt Konstantinopel zurück. Dort wurde er mit zahlreichen anderen namhaften Armeniern am 7. Mai 1915 (24. April alter Kalenderrechnung) festgenommen und deportiert. Er gehörte zu den wenigen, die diese gezielte Enthauptung der armenischen Elite überlebten, denn er entkam nicht zuletzt mit Hilfe deutscher Angestellter der Bagdadbahn. Am 4.Januar 1919 schiffte er sich aus Konstantinopel aus und kehrte nie mehr in seine Heimat zurück, wohl aber nach Berlin: Beim so genannten „Prozess Talaat Pascha“ (2./3. Juni 1921) trat er als Zeuge der Verteidigung auf. Zu seinen Buchveröffentlichungen zählen unter anderem seinen zweibändigen Erinnerungen „Das Armenische Golgatha“ (Wien: Mechitaristendruckerei 1922; Paris: Imprimerie Araxes, 1959), die jetzt erstmals in einer Gesamtübersetzung in eine europäische Sprache vorliegen. Damit ist einer der wichtigsten und ausführlichsten Überlebenden- und Augenzeugenberichte zum Völkermord an den Armeniern einem breiteren Publikum zugänglich gemacht worden. – Der in USA lebende Übersetzer und Herausgeber Peter Balakian ist der Großneffe des Autors.
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Rezension: Rezension Grigoris Balakian ( 2,1 MB)
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Fethiye Çetin: My Grandmother
Translated by Maureen Freely. London: Verso, 26. Mai 2008. ISBN: 9781844671694. 144 S. £12.99
Nach Übersetzungen ins Ost- und Westarmenische, Französische sowie Italienische erscheint „Anneannem“ (2004; „Meine Großmutter“) nun in englischer Übersetzung, die von der bekannten Übersetzerin Orhan Pamuks stammt. Die Verfasserin und Rechtsanwältin Fethiye Çetin schildert posthum den Lebensweg ihrer Großmutter, die als Muslim und Türkin aufwuchs, jedoch von armenischen Deportierten abstammte. Als Anwältin hat F. Çetin unter anderem den 2007 ermordeten armenischen Journalisten und Zeitungsverleger Hrant Dink vertreten.
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Wilfried Eggers: Paragraf 301: Roman. Grafit Verlag GmbH. 2008, 448 Seiten. 19,90 EUR • ISBN-10: 3894256583 • ISBN-13: 978-3894256586

In seinem dritten Roman behandelt der Autor den Völkermord in Dersim und die Lage der alevitischen Gemeinschaft in und aus der Türkei.
Kurzbeschreibung des Verlags:
Heyder Cengi, ein Türke alevitischen Glaubens, hält sich illegal in Deutschland auf und übernimmt Hilfsarbeiten auf dem Bau. Als eines Tages ein Kontrolleur vom Arbeitsamt erscheint, kommt es zu einem Handgemenge. Der deutsche Beamte stürzt vom Gerüst und stirbt.
Währenddessen bittet der Dönerbudenbesitzer Kemal Kaya den Rechtsanwalt Peter Schlüter, die Auslieferung seines Neffen Emin Gül an die türkische Justiz zu verhindern. Gül ist dort zu zwanzig Jahren Haft verurteilt worden, weil er an einem Brandanschlag auf ein Hotel in Sivas beteiligt gewesen sein soll, bei dem 37 Menschen zu Tode kamen. Ein Fehlurteil, sagt Kaya.
Mit ein wenig Bauchgrimmen - hat er doch so gar keine Ahnung von der Türkei - übernimmt Schlüter das Mandat. Er versucht, sich den dort geltenden Gesetzen, der Kultur und den Menschen zu nähern, doch als er auch mit dem Fall Heyder Cengi konfrontiert wird, gerät er in einen Gewissenskonflikt. Ein vor Jahrzehnten begangener Völkermord wirkt bis heute und sogar bis ins tiefe norddeutsche Moor nach ...
Über den Autor
Wilfried Eggers, geboren 1951, Studium der Rechtswissenschaften und skandinavischer Sprachen in Kiel. Verheiratet, drei Kinder. Seit Ende der Siebzigerjahre selbstständiger Rechtsanwalt und Notar auf dem Dorfe im feuchten Weser-Elbe-Dreieck. Überzeugter Moorbewohner. Bauernsohn, nach einigen hundert Jahren Tradition jetzt degeneriert zum Hobbygärtner. Nachdem seine Kinder aus dem Haus sind, ist er wieder mehr auf Reisen; eine hat ihn nach Tunceli (Dersim) in der Türkei geführt, einem Ort im gebirgigen Osten Anatoliens, an dem Fürchterliches passiert ist ...
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Hrant Dink: Von der Saat der Worte. Hrsg. und übers. von Günter Seufert. Berlin: Schiler Verlag, 2008. 183 S. 24 EUR• ISBN-10: 3899302222 • ISBN-13: 978-3899302226

Rezension:
http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/spezial...
Freitag, 03. Oktober 2008
Von Aufrichtigkeit, Fleiß und Heldenmut
Eine Textsammlung des ermordeten türkisch-armenischen Publizisten Hrant Dink
Thomas Schmid
Die Demonstration war ein Novum in der Geschichte der Türkei. Im Januar des vergangenen Jahres versammelten sich weit über hunderttausend Personen in Istanbul. Viele trugen ein Plakat, auf dem stand: "Wir sind alle Armenier" - und dies im Land, in dem vor bald hundert Jahren über eine Million Armenier umgebracht wurden, in dem Regierung wie Opposition diesen Völkermord bis heute leugnen und in dem die Nachkommen der überlebenden Armenier ein Schattendasein führen.
Was war passiert? Am Vorabend der Demonstration war Hrant Dink, ein armenischer Journalist, einem Attentat zum Opfer gefallen. Die Schüsse hatte ein 17-jähriger Türke abgegeben. Die Drahtzieher des Mordes - daran bestehen kaum noch Zweifel - sind im "tiefen Staat" zu suchen. Damit bezeichnet man in der Türkei das konspirative Geflecht von rechtsradikalen Nationalisten und Teilen des Geheimdienstes und der Armee, die sich der Demokratisierung des autoritär verfassten Staats notfalls terroristisch widersetzen. Und eben deshalb, weil sie intuitiv spürten, dass die tödlichen Schüsse nicht nur dem armenischen Publizisten galten, sondern der demokratischen Öffnung schlechthin, waren über hunderttausend Menschen auf die Straße gegangen. Ihr Slogan "Wir sind alle Armenier" drückte die Solidarität mit dem Opfer aus und war gleichzeitig eine radikale Kampfansage an den Kemalismus (die Elite in Militär, Justiz und Bürokratie, die sich auf den Staatsgründer Kemal Atatürk beruft) und seine Ideologie des Türkentums.
Wer aber war Hrant Dink? Vor seiner Ermordung war er nur wenigen Türkeispezialisten bekannt. Nun ist unter dem Titel "Von der Saat der Worte" eine Auswahl seiner Texte zum ersten Mal auf Deutsch erschienen, zusammengestellt und übersetzt von Günter Seufert, der seit Jahren auch für die "Berliner Zeitung" aus Istanbul berichtet.
Über zehn Jahre lang hat Dink die von ihm gegründete türkisch-armenische Zeitung "Agos" herausgegeben. "Agos" ist - bei den Türken wie bei den Armeniern Anatoliens - das Wort für Ackerfurche. Wo andere Samen fallen lassen, säte Dink Worte. Sein großes Anliegen war die Verständigung zwischen den Armeniern und den Türken, die Entkrampfung des Verhältnisses zwischen den verschiedenen Völkern auf dem Boden der Türkei überhaupt. Für die Kemalisten, die schon die Prämisse dieses Anliegens - dass es verschiedene Völker auf türkischem Boden gibt - infragestellen, war Dink ein rotes Tuch.
Es gibt heute etwa 60 000 Armenier in der Türkei. Fast alle leben sie in Istanbul, wo es 18 armenische Schulen und 35 armenische Kirchen gibt. Viele Armenier sind damit zufrieden, haben sich eingerichtet, zumal sie ihr Armeniertum anders als früher nicht mehr zu verstecken brauchen. Dink aber will sich mit dem Status quo nicht abfinden. Die armenischen Schulen stehen nur armenischen Kindern offen. Der streitbare Journalist selbst hätte gerne auch türkische Kinder in armenischen Schulden gesehen und seine eigenen Sprösslinge in eine kurdische Schule geschickt, damit sie die Sprache der Nachbarn lernen. Der Nationalismus war ihm ein Graus. Auch die armenischen Kinder müssen die türkische Nationalhymne singen, in der von einer "Rose für meine heldenhafte Rasse" die Rede ist. Vor fünf Jahren hat das Erziehungsministerium per Erlass alle Schulen, auch die armenischen, aufgefordert, Aufsatzwettbewerbe zum Thema "Die unbegründeten Behauptungen über einen Völkermord an den Armeniern" auszuschreiben.
Und auch in den armenischen Schulen müssen die ABC-Schützen jede Woche schwören: "Ich bin Türke, ich bin aufrichtig und fleißig." "Ich bin zwar aufrichtig und fleißig", schreibt Dink, "aber ein Türke bin ich nicht. Ich bin Armenier der Türkei".
Als Vertreter der armenischen Minderheit erkennt der türkische Staat ausschließlich das Patriarchat der armenisch-apostolischen Kirche (dem sich die Minderheiten der katholischen und der reformierten Armenier nicht unterstellen) an und nicht etwa eine Vertretung der armenischen Zivilgesellschaft. Und für Kontakte mit den nichtmuslimischen Minderheiten im Land ist das Außenministerium zuständig, als ob die Armenier, die Griechen und die Juden Ausländer wären. Dink besteht offensiv darauf, "Armenier der Türkei" und gleichzeitig "Bürger der Türkei" zu sein.
Damit aber betritt er in der Türkei vermintes Terrain. Die Einheit der Nation – nicht ihre Vielfalt oder gar die Existenz anderer Nationen im Staat - ist ein Topos der Kemalisten. Wer ihn infragestellt, wird als "Türkenfeind" ausgegrenzt. Das hinderte Dink nicht, im Jahr 2004 einen Artikel mit dem Titel "Das Geheimnis der Frau Sabiha" zu verfassen. Er behauptet darin, dass Sabiha Göcken, Adoptivtochter von Atatürk und erste Kampfpilotin der Türkei, aus einem armenischen Waisenhaus gestammt habe. Da schaltete sich der türkische Generalstabschef ein. In seiner Stellungnahme heißt es: "Egal mit welcher Absicht es geschieht, eine Diskussion über ein solches Symbol zu führen, ist es ein Verbrechen gegen die nationale Einheit und den gesellschaftlichen Frieden."
Nachdem Hrant Dink - in einer anderen Angelegenheit - wegen "Erniedrigung des Türkentums" unschuldig, aber rechtskräftig zu sechs Monaten Haft verurteilt wurde, schrieb er an seinem Todestag: "Jene, die alles darauf setzten, mich zu schwächen und zu isolieren, haben ihr Ziel erreicht. Trotz alledem habe ich noch eine Sicherheit, auch dann, wenn ich furchtsam wie eine Taube bin. Ich weiß, in diesem Land tut man Tauben nichts. Hier leben Tauben mitten in der Stadt und mitten unter Leuten - immer ein bisschen ängstlich, doch dafür immer auch ein bisschen frei." Es war ein Irrtum, für den er mit seinem Leben bezahlt hat.
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Müjgan Arpat: The Giaor Neighborhood: Those who REMAIN – those who CAME; Gâvur Mahallesi: Kalanlar – Gelenler. Istanbul: Evrensel Basim Yayinm, 2008. 152 S. ISBN 978-975-6106-88-4. 23,64 EUR

Bildband über das einst mehrheitlich von Armeniern, Aramäern und anderen Christen bewohnte Viertel Xancepek in Diyarbekir, das von der heute mehrheitlich kurdischen Bevölkerung als Viertel der „Ungläubigen“ bezeichnet wird. Der Abschnitt über „diejenigen, die blieben“, zeigt die Spuren christlicher Präsenz und das Leben der letzten Armenier und Aramäer. An die Stelle der Vernichteten und Vertriebenen sind in großer Armut lebende Kurden getreten. Viele von ihnen sind Opfer eines seit über 30 Jahren geführten Krieges. Ihre Heimatdörfer wurden zerstört und niedergebrannt. Jetzt suchen die Entwurzelten im Viertel der „Ungläubigen“ eine neue Heimat. – Der Bildband entstand als Katalog einer engagierten Fotoausstellung.
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Corry Guttstadt: Die Türkei, die Juden und der Holocaust. Berlin: Association A, 2008. 520 S. ISBN 978-3-935936-49-1 26.00 €

Verlagsankündigung: Die erste Generation türkischer Migranten in Westeuropa war mehrheitlich jüdisch. 20 bis 30.000 Juden türkischer Herkunft lebten während der Zwischenkriegszeit in verschiedenen europäischen Ländern, wo sie eigene sephardische Gemeinden gründeten. Obwohl viele von ihnen Opfer der Schoah wurden, wurden sie in der internationalen Holocaustforschung bislang kaum berücksichtigt.
Die Autorin untersucht die wechselvolle Geschichte der Juden der Türkei. Noch gegen Ende des 19. Jahrhunderts hatten die etwa 400.000 Juden des Osmanischen Reiches weltweit eine der größten und blühendsten Gemeinden gestellt. Die Kriege zu Beginn des 20. Jahrhunderts sowie der forcierte Nationalismus der neu entstehenden Nationalstaaten trieb viele von ihnen in die Emigration. In zahlreichen europäischen Metropolen entstanden türkisch-jüdische Gemeinden, die ihre eigenen kulturellen und sozialen Strukturen hervorbrachten. Während des Nationalsozialismus wurden viele ihrer Mitglieder Opfer der Judenverfolgung, obwohl sie als Angehörige eines neutralen Staates speziellen Bedingungen unterlagen.
Das Buch geht dem Schicksal türkischer Juden in verschiedenen europäischen Staaten unter der NS-Herrschaft nach. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf der widersprüchlichen Politik der Türkei, die zwar einerseits verfolgten deutsch-jüdischen Wissenschaftlern und Künstlern Exil gewährte, andererseits jedoch wenig unternahm, um ihre im NS-Machtbereich befindlichen jüdischen Staatsbürger zu retten. Auch innerhalb der Türkei wurden Juden durch eine Sondersteuer faktisch ihres Besitzes beraubt, sodass die Mehrheit der verbliebenen Juden der Türkei nach Gründung des Staates Israel dorthin emigrierte.
Das Buch schließt nicht nur eine wichtige Forschungslücke, sondern erhält vor dem Hintergrund eines erstarkten Antisemitismus in der Türkei sowie der Diskussion um das Holocaustgedenken in der Migrationsgesellschaft eine besondere Aktualität.
„Nach unserer Kenntnis ist dies die wichtigste Arbeit über die sephardischen Juden türkischen Ursprungs, die Opfer des Holocaust wurden“ (Michael Halévy).
Direktbestellung: http://www.assoziation-a.de/buchbestellung/87
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Recep Marasli: Ermeni Ulusal Demokratik Hareketi ve 1915 Soykirimi. Arastirma / Tarih. Istanbul: Pêrî Yayinlari, 2008. ISBN 978-975-9010-68-?

“Bu çalismanin I.Bölümünü “Ortak Bir Tarih Denemesi” olusturuyor. Ermeni tarihi bilinmeden Kürt tarihinin, Yunan tarihi bilinmeden Önasya’nin ve bütün bunlar bilinmeden de Türk egemenligi tarihinin anlasilamayacagini düsünüyorum.
II. Bölüm “Ermeni Ulusal Demokratik Hareketi” basligini tasiyor. Ermeni ulusal hareketinin olusumu, Türk, Yunan, Kürt, Asur ve Balkan toplumlariyla iliski ve etkilesimleri içinde ele alinmaya çalisiliyor.
“Jenosit 1915” basligi tasiyan III. Bölüm, tümüyle soykirim olgusunun, olus ve sonuçlarina odaklaniyor. Tehcir kanunu ve uygulanisi, Soykirim’daki siyasi, toplumsal ve kurumsal sorumluluklar; Ittihat ve Terakki, Teskilat-i Mahsusa, Hamidiye Alaylari, Alman Askeri varligi, bu bölümün tartistigi basliklar.
Bu bölümde Üç ayri örnek olay üzerinde ayrintili olarak durulmakta: “Bediüzzaman’nin Teskilat-i Mahsusa ile iliskisi”, “Haci Musa Bey prototipi” ve “Sabiha Gökçen örnek olayi”...
IV. Bölüm’de “Kemalist Iktidar ve Bati Ermenistan’in Isgali” basligi altinda, Bolsevik Devrimi, I.Dünya Savasinin sona ermesi, Sevr ve Lozan Baris görüsmeleri ile gelisen süreçlerde Kemalist hareketin gelismesi, Bolseviklerin iliskileri, Kürt-Ermeni ittifak arayislari, Kürt ulusal baskaldirilarinin baslamasi gibi olgular yer aliyor
Cumhuriyet’in Etnik Yok etme ve Yayilma Politikalari” basligi altinda V. Bölüm’de Nasturilerin Hakkari’den çikarilmasi; “Mübadele” ile Ön Asya’daki Rum varliginin silinmesi; Antakya’in [Hatay] ilhak edilmesi; Kürt direnislerinin “tedip ve tenkil”li, “Mecburi iskan” ve asimilasyon politikalari; “Varlik Vergisi”, “Struma olayi”, Türkiye’nin “Kristal Gece”si 6-7 Eylül Olaylari”, Kibris’in Kuzeyinin isgal edilmesi gibi konu basliklari yer aliyor.
VI. Bölümde “SONUÇ” olarak “Soykirim ve Etnik Yok etme Politikalarinin Tartisilmasi” yer almakta. Ulus devlet, Uluslarin kendi kaderini tayin hakki, çok uluslu, çok kültürlü yasam, mülteci uluslar ve etnik melez kimlikler gibi bagli konularda teorik bir çerçeve olusturma çabasi bulunuyor.
Kitabin sonundaki “Ismi Degistirilen Yerlesim Yerlerinin Etimolojik Kökenleri” basligi tasiyan “EK” bölümde, isimleri Türkçelestirilmeye çalisilan yerlesim yerleri isimlerinin asillari,: Ermenice, Kürtçe, Yunanca, Süryanice, Arapça, Farsça öz anlamlari verilmeye çalisilmaktadir.”
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Tsypylma Darieva and Wolfgang Kaschuba (eds.):
Representations on the Margins of Europe: Politics and Identities in the Baltic and South Caucasian States. Frankfurt/Main:
Campus (Chicago University Press), 2007, 356 pages, paperback ISBN 978-3-593-38241-8
Since the Baltic nations joined the European Union, debates about reorganizing national representations in the post-Soviet republics have
grown increasingly heated. Significant issues include the fate of the Bronze Soldier of Tallinn, the Armenian Genocide Memorial in Yerevan and the Lenin statue in the divided city of Narva/Ivangorod. Through a close study of such examples Representations on the Margins of Europe explores the complexities of change in the post-socialist era, dramatically experienced in the context of an increasing presence of "Europe" in this region. How are citizens in the South Caucasian and Baltic states coping with EU expansion and the feeling of belonging simultaneously "inside" and "outside" Europe? Based on ethnographies and archival work, the chapters of this volume offer new insights into shifts in the national identity,
cultural geography, and symbolic boundaries. This exploration of local responses to Europe´s new hegemony will appeal to anyone interested in anthropology, history, and politics.
Contributors: Abrahamian Levon, Jörg Baberowski, Hrach Bayadyan, Olga Brednikova, Karsten Brüggemann, Tsypylma Darieva, Dace Dzenovska, David Feest, Wolfgang Kaschuba, Maike Lehmann, Harutyun Marutyan, Artur Mkrtychian, Florian Muehlfried, Asta Vonderau, Ashot Voskanian.
Bestellung über:
http://www.amazon.de/Representations-Margins-Europe-Identities-Caucasian/...
CONTENTS
List of Figures
Acknowledgments
Introduction. Politics and Identities on the Margins of Europe
Tsypylma Darieva and Wolfgang Kaschuba
Old and New Europe. Representations, Imaginations, Stagings
Kaschuba, Wolfgang
PART I. ICONS
'Windows' Project ad Marginem or the Divided History in Divided Cities? A Case of Russian-Estonian Borderland
Brednikova, Olga
From Silenced to Voiced. Changing Politics of Memory of Loss in Armenia
Darieva, Tsypylma
Iconography of Historical Memory and Armenian National Identity at the End of 1980s
Marutyan, Harutyun
Neoliberal Imaginations, Subject Formation, and Other National Things in Latvia, the Land that Sings
Dzenovska, Dace
PART II. NARRATIVES
Estonia and her Escape from the East: The Relevance of the Past in Russian-Estonian Relations
Brüggemann, Karsten
Bargaining Armenianness. National Politics of Identity in the Soviet Union after 1945
Lehmann, Maike
Armenian Stateness and European Integration in Armenian School Books
Mkrtichyan, Artur
Soviet Identity and Cultural Representations in Armenia
Bayadian, Hrach
"Yet Another Europe?" Constructing and Representing Identities in Lithuania. Two years after the EU Vonderau, Asta
Histories of Violence. National Identity and Memories of Occupation and Terror in Estonia
Feest, David
PART III. RITES
Troubles and Hopes in Armenian Family, Home and Nation
Abrahamian, Levon
Celebrating Identities in Post-Soviet Georgia
Mühlfried, Florian
Barth, "Yeraz" and Post-Soviet Azerbaijan. Inventing a New Sub-Group Identity?
Sidikov, Bahodir
Folkorization of Political Discourses in Armenia
Voskanian, Ashot
Afterword. Representations of National in the Fringes of Europe
Baberowski, Jörg
Notes on the Contributors
Index of geographical and political names
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Johannes Lepsius: Die Wiedergeburt des Orients – Texte zur Mission. Andreas Baumann (Hg.). Serie Evangelium und Islam Bd. 7, Nürnberg: Verlag für Theologie und Religionswissenschaft 2008. 330 S., 25,95 €.
Anlässlich des 150. Geburtstages von Dr. Johannes Lepsius im Jahre 2008 ist dieser Sammelband mit wichtigen Texten aus der Feder von Johannes Lepsius erschienen. Mit einer ausführlichen Einleitung versehen, lädt das Lesebuch dazu ein, Johannes Lepsius und das was ihn bewegte, aus seinen eigenen Veröffentlichungen heraus näher kennen zu lernen. Inspirierende Texte zum Thema Theologie, Mission und Armenierhilfe, die auch heute eine Auseinandersetzung wert sind.
Bestellung über:
Dr. Andreas Baumann, c/o Christl. Hilfsbund im Orient e.V.
Friedberger Str. 101, 61350 Bad Homburg
Fax: 06172 / 898 7056, E-mail: Autor.Umkehr@gmx.de
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Brigitte Troeger: Brennende Augen – Johannes Lepsius: Ein Leben für die Armenier. Sein Kampf gegen den Völkermord. Gießen: Brunnen-Verlag, Juli 2008. 208 S. ca. 12,95 €.
Spannende biographische Erzählung, die auf ergreifende Art und Weise die persönliche Verbindung Johannes Lepsius mit dem Schicksal des armenischen Volkes verdeutlicht. Mit zahlreichen interessanten Details aus der Lepsius-Familie und reich illustriert mit Originalfotographien und informativen Anhängen. Mit einem einleitenden Vorwort des württembergischen Landesbischofs Frank O. July.
Bestellung über:
Dr. Andreas Baumann, c/o Christl. Hilfsbund im Orient e.V.
Friedberger Str. 101, 61350 Bad Homburg
Fax: 06172 / 898 7056,
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Andreas Baumann: Der Orient für Christus: Johannes Lepsius – Biographie und Missiologie. Gießen: TVG Brunnen 2007. 566 S., 39,95 €.
Die erste Doktoraldissertation, die sich ausschließlich mit Leben und Werk von Johannes Lepsius beschäftigt. Neben einem biographischen Teil gilt das besondere Interesse dieser wissenschaftlichen Forschungsarbeit der Aufarbeitung der inneren Beweggründe, die dem vielseitigen Schaffen Johannes Lepsius’ zugrunde lagen. Dabei kommen vor allem theologische und missiologische Grundlagen seines Lebenswerkes zur Sprache.
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Victor Gandon: Le Vanetsi, une enfance arménienne. (Paris:) Stock, 2008. ISBN 2234061261
Der aus Van stammende Armenier Victor Gandon (Vahram Gakavian ; 1903-1979) hinterließ vier Bände an Erinnerungen, von denen seine Enkelin Christine Gandon drei übersetzt hat. Der vorliegende Band enthält die Erinnerungen an die Kindheit des Völkermord-Überlebenden, an die Kriegszeit und die Flucht über Igdir nach Tbilissi (Georgien). Eine Einführung der Übersetzerin zum Völkermord an den Armeniern und ein Vorwort des armenischen Malers Jean-Marie Carzou ergänzen den Band.
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Commemorating Genocide: Images, Perspectives, Research. “The Armenian Weekly”, April 26, 2008, 56 S.
Inhalt:
Nothing but Ambiguous: The Killing of Hrant Dink in Turkish Discourse—By Seyhan Bayrakdar. S. 6/ A Society Crippled by Forgetting—By Ayse Hür. S. 11/ A Glimpse into the Armenian Patriarchate Censuses of 1906/7 and 1913/4—By George Aghjayan. S. 14/ A Deportation that Did Not Occur—By Hilmar Kaiser. S. 17/ Scandinavia and the Armenian Genocide— By Matthias Bjornlund. S. 19/ Organizing Oblivion in the Aftermath of Mass Violence. By Ugur Ungor. S. 23/ Armenia and Genocide: The Growing Engagement of Azerbaijan. By Ara Sanjian. S. 28/ Linked Histories: The Armenian Genocide and the Holocaust—By Eric Weitz. S. 34/ Searching for Alternative Approaches to Reconciliation: A Plea for Armenian-Kurdish Dialogue—By Bilgin Ayata. S. 38/ Thoughts on Armenian-Turkish Relations. By Dennis Papazian. S. 43/ Turkish-Armenian Relations: The Civil Society Dimension. By Asbed Kotchikian. S. 45/ Thoughts from Xancepek (and Beyond)—By Ayse Günaysu. S. 47/ From Past Genocide to Present Perpetrator Victim Group Relations: A Philosophical Critique—By Henry C. Theriault. S. 49
Online-Ausgabe (ohne Fotos): http://www.hairenik.com/armenianweekly/gin_041608_01.htm
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Montgomery, Lane H.: Never Again, Again, Again...: Genocide: Armenia to Darfur: Genocide - Armenia to Dafur.
Ruder Finn Pr Inc, 2008. 200 S. ISBN-10: 1932646329
Fotobildband (Leinenbindung) mit Essays über die Genozide an den Armeniern (verfasst von Prof. Richard G. Hovannisian, University of California, Los Angeles; S. 14-33), den Juden Europas, Kambodscha, Ruanda, Bosnien und Herzegowina sowie Darfur.
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karot:
Gespräche zur Filmkunst, Vergangenheit und Gegenwart Armeniens
Hg. Von Erika Richter und Fred Kelemen. (Berlin): Ars Combat International, 2007. 168 S. 19,90 EUR ISBN-10: 3000235566
Über das Buch:
Dokumentation der Retrospektive armenischer Filme, die unter dem Titel „Karot (Sehnsucht)“ im Mai 2007 in Berlin lief. Der Sammelband enthält die Transkriptionen von vier Podiumsgesprächen zu den Themen »Die Geschichte der armenischen Kinematographie und die Spuren des Genozids«, »Der Genozid an den Armeniern und die deutsche Mitverantwortung«, »Der Genozid und seine Spuren der Gewalt bis in die Gegenwart« und »Film und Exil und die Melancholie des kinematographischen Blicks«, die die Retrospektive des armenischen Films begleiteten. An vier verschiedenen Abenden diskutierten FilmregisseurInnen,
Historiker, SchauspielerInnen, SoziologInnen, PublizistiInnen, FilmhistorikerInnen und ein Theologe aus Armenien, Kanada, der Türkei und Deutschland – teilweise sehr kontrovers und heftig. Außerdem u. a. enthalten: der Essay »Geronnenes Leben – Die Fiktion der Wirklichkeit« von Fred Kelemen sowie zwei weitere Essays von Hermann Goltz und Hilmar Kaiser.
Bestellung: http://www.amazon.de/karot-Gespr...
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Künzler, Jakob:
In the Land of Blood and Tears: Experiences in Mesopotamian during the World War (1914-1918)
Arlington, MA Armenian Cultural Foundation, 2007. Soft cover ISBN 10: 0-9674621-8-5
Direktbestellung: http://www.armenianculturalfoundation.org/
Nach der schweizerischen Neuauflage erschien 2007 nun die amerikanische Übersetzung des Augenzeugenberichts des Deutsch-Schweizers Jakob Künzler über Urfa.
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Nathalie Tocci, Burcu Gültekin-Punsmann, Licínia Simão, Nicolas Tavitian:
The Case for Opening the Turkish-Armenian Border:
Study for the Foreign Affairs Committee of the European Parliament made under the framework contract with the Trans European Policy Studies Association (TEPSA).
Brussels: European Parliament, Director General, External Policies of the Union, 24 July 2007. 38 Seiten.
http://www.europarl.europa.eu/activities/expert/eStudies/download.do?file=18023
Summary:
In April 1993 Turkey sealed its border with Armenia by closing the Dogu Kapi/Akhourian crossing and halting direct land communications between the two countries. The closure and the ensuing refusal to establish diplomatic relations with Armenia took place in view of the escalating conflict in Nagorno Karabakh between Armenia and Azerbaijan, and Armenia’s ambivalence over the recognition of its common border with Turkey. The gravity of this ambivalence is magnified by the dispute over the recognition of the Armenian genocide, which Turkey fears could feed Armenian territorial claims over eastern Turkey.
The closure has generated grave costs to Armenia. Landlocked, with its western (Turkish) and eastern (Azerbaijan) borders closed and connected to distant markets via expensive routes through Georgia and Iran, Armenia’s development is heavily handicapped. A re-opening of the border would benefit greatly Armenia’s economy and society, even if some economic sectors may suffer from external competition. The opening would also favourably impact Armenia’s political development and open the way to the county’s full integration into the region.
Turkey also loses significantly from the closure, while having much to gain from a policy reversal. In terms of economics, Armenia could become a critical economic partner and market for Eastern Anatolia, by far the least developed region of Turkey. In particular the opening would yield significant benefits for the underdeveloped province of Kars, as well as raise the competitiveness of the port of Trabzon. More widely, the opening would enhance Turkey’s role as a transport hub, transforming Anatolia into a crossroad of north-south and east-west trade. On a geopolitical level, Turkey’s closed-door policy has failed to yield concrete results in Azerbaijan’s favour in the Karabakh conflict. On the contrary, Turkey’s isolation of Armenia has alienated Yerevan further, disqualified Ankara’s role in mediation efforts over Karabakh, and more complicated and imperiled Turkey’s ties with Russia and the EU.
A reopening of the border would also have beneficial effects on the wider region, including the South Caucasus, Russia, the Black Sea, Iran and Central Asia. The major gains would be in terms of economic efficiency, achieved by integration, reducing transit fees and opening new markets. Greater energy security and diversification of routes would also be possible and mutually beneficial. Finally, the opening would greatly contribute to fostering an environment in which the de-escalation of ethnic pressures and the gradual demilitarization of the region would be feasible, contributing to long-term peace and stability in the wider region.
The case for opening the border is strong, when viewed from all perspectives. How could this win-win situation be brought about in the face of interlocking and highly sensitive political problems?
A first step would require Turkey’s unilateral opening of the border. Precisely because of the importance attributed by Ankara to the stability and security of its eastern frontiers, the opening of the border would single-handedly contribute to this end. As the history of Europe teaches, the most stable borders are precisely those which have disappeared as a result of intense cross-border interactions.
The opening would set the scene for the establishment of normal diplomatic relations between the two countries, in dire need precisely because of the legitimacy of Turkey’s claims concerning the recognition of its eastern frontiers. The establishment of diplomatic relations would tackle first and foremost Armenia’s official recognition of its common border with Turkey.
This would be accompanied by the official promotion of cooperation programmes involving universities, public authorities, professional or trade associations, such as student exchanges, academic cooperation, cultural initiatives, business contacts and twinning programmes.
Finally and most crucially, this process would set the scene to address the thorniest dimension of the dispute between Armenia and Turkey: that of history. The two governments should support a process of dialogue in which historians, as well as opinion leaders, journalists, political leaders and other civil society actors would share their views regarding what happened in 1915. At the same time it is of crucial importance that joint historical research avoids a narrow focus on the genocide question. Turks and Armenians share five centuries of common history. This common history must be rediscovered by uncovering new sources and providing new sources of information. The opening of a Turkish cultural centre in Armenia which would depict the Ottoman Empire and Turkey in a more realistic manner than the current ‘Genocide Museum’ would be an effective tool of cultural diplomacy.
The EU could contribute greatly to incentivize and support these successive steps by making an effective use of its accession process with Turkey and the inclusion of Armenia in the European Neighbourhood Policy.
An EU contribution to the opening of the Turkish-Armenian border hinges on its credible commitment to Turkey’s accession process. Provided this is in place and given that good neighbourly relations are part of the Copenhagen criteria, the EU could specify explicitly in its Accession Partnership with Turkey its expectation that the border be reopened and a process of normalization be launched.
Alongside this, the EU would have to insert relevant conditionalities in the ENP’s priorities for action with Armenia. This would require EU insistence that Armenia officially recognizes its common frontier with Turkey as a spelt-out priority in the context of the ENP.
Beyond conditionality, the EU could also offer specific funding and assistance to foster reconciliation measures such as joint research projects, involving Turkish and Armenian institutions as well as projects researching the Turkish-Armenian common cultural heritage. EU pre-accession assistance to Turkey and the ENPI to Armenia could also focus on the rehabilitation of transport and tourist infrastructure in the Turkish-Armenian border area.
Die türkische Ausgabe von David Gaunts
bahnbrechender Abhandlung des Völkermordes an aramäischsprachigen Christen im Osmanischen Reich sowie im Iran enthält in Kapitel 7 zusätzliche Informationen über die Ereignisse in der Stadt Midyat. Mitglieder der Safar-Familie machten dem schwedischen Genozidforscher D. Gaunt bisher unveröffentlichte Privataufzeichnungen zugänglich, ferner das arabischsprachige Manuskript "Sayfo Rabo: Majzarat Midyad wa Nakabat Turabdin" (Das Große Jahr des Schwertes: das Massaker von Midyat und die Heimsuchungen des Tur Abdin). „Das bedeutet, dass die Rolle der sehr komplexen Rivalität unter den verschiedenen christlichen Gruppen in jener Stadt mehr erhellt und erörtert werden kann” (David Gaunt).
David Gaunt: Katliamlar, Direnis, Koruyucular: I. Dünya Savasinda Dogu Anadolu'da Müslüman-Hiristiyan Iliskileri. Istanbul: Belge Yayinlari, 2007.
Ithal Kagit, 699 sayfa, 13,5x21 cm, Karton Kapak, ISBN:9753443870
bahnbrechender Abhandlung des Völkermordes an aramäischsprachigen Christen im Osmanischen Reich sowie im Iran enthält in Kapitel 7 zusätzliche Informationen über die Ereignisse in der Stadt Midyat. Mitglieder der Safar-Familie machten dem schwedischen Genozidforscher D. Gaunt bisher unveröffentlichte Privataufzeichnungen zugänglich, ferner das arabischsprachige Manuskript "Sayfo Rabo: Majzarat Midyad wa Nakabat Turcabdin" (Das Große Jahr des Schwertes: das Massaker von Midyat und die Heimsuchungen des Tur Abdin). „Das bedeutet, dass die Rolle der sehr komplexen Rivalität unter den verschiedenen christlichen Gruppen in jener Stadt mehr erhellt und erörtert werden kann” (David Gaunt).
Elinizdeki kitap, I. Dünya Savasi sirasinda, Ermeniler'le ayni kaderi paylasmis Asur, Kildani ve Süryani Hiristiyan azinliklara iliskin ilk tarihsel arastirmalardan biridir. Kuzey Mezopotomya ve Osmanli isgali altindaki Iran'in bazi bölümlerinde etnik temizlik ve büyük çapli katliamlar yasanmistir. Resmi Rus, Türk ve Bati Avrupa arsivlerindeki temel kaynaklarin yani sira simdiye dek hiç kullanilmamisel yazisi kaynaklari ve ilk kez burada yayimlanmissözlü tarihi temel alan bu kitap 1915 olaylarinin tam resmini vermeye çalisiyor.
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Märtyrer 2007: Das Jahrbuch zur Christenverfolgung heute.
Herausgegeben für die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte von Max Klingberg und für den Arbeitskreis für Religionsfreiheit der Deutschen und Österreichischen Evangelischen Allianz und die Arbeitsgemeinschaft Religionsfreiheit der Schweizerischen Evangelischen Allianz von Thomas Schirrmacher und Ron Kubsch im Auftrag von idea. (idea-Dokumentation 10/2007). (Bonn: Verlag für Kultur und Wissenschaft, 2007). 232 S. ISBN 978-3-938116-35-7 ISSN 1618-7865
Zum Inhalt des Jahrbuches:
Das Jahrbuch dokumentiert unter anderem den Beschluss des Bundestages, der die Bundesregierung auffordert, sich weltweit gegen Christenverfolgung und Verfolgung anderer Religionen einzusetzen, so wie die Rede der menschenrechtspolitischen Sprecherin der Unionsfraktion Erika Steinbach in der dazugehörenden Bundestagsdebatte. Fachleute, wie Dr. Tessa Hofmann vom Osteuropa-Institut der Freien Universität Berlin, liefern geschichtliche und aktuelle Länderberichte zu Indonesien (S. 112-132) und der Türkei (S. 156-183). Thomas Schirrmacher legt seinen Vortrag zugunsten eines Ethik-Codes der Weltweiten Evangelischen Allianz gemeinsam mit Vatikan und Weltkirchenrat vor. Die Gesellschaft für bedrohte Völker warnt vor dem Ende der christlichen Minderheit im Irak (S. 132-155). Open Doors dokumentiert die Lage weltweit sowie Übergriffe gegen Christen in Indien. Dazu gibt es weitere Dokumente und Informationen, so eine Darstellung des wegweisenden Asyl-Urteils des Verwaltungsgerichts Stuttgart zugunsten einer zum Christentum konvertierten Iranerin und Hintergrundinformationen zur Ermordung von drei Christen in Malatya (Türkei; S. 185-193).
Quelle: http://www.igfm.de/index.php?id=384&tx_ttnews[tt_new...
Zu beziehen über:
Hänssler Verlag / IC-Medienhaus
D-71087 Holzgerlingen, Tel. 07031/7414-177 Fax -119
http://www.haenssler.de / http://www.icmedienhaus.de
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Sabine Thüne: Ernst Jakob Christoffel. Ein Leben im Dienst Jesu.
Mit einem Vorwort von Christof Sauer. (Nürnberg): VTR, 2007. (Evangelium und Islam.3.) 452 S.; Abb.; Literaturverzeichnis, Personenregister, Zeittafel • ISBN-10: 3937965394 • ISBN-13: 978-3937965390
Im Umschlagtext heißt es: Ernst Jakob Christoffel (1876-1955) war nicht nur Gründer der bis heute bestehenden Christoffel-Blindenmission. Er war auch ein Pionier christlicher Mission unter Blinden, anders Behinderten und Straßenkindern im Osmanischen Reich sowie in Persien. Er baute Blindenheime in Malatya, Täbris und Isfahan auf sowie das Heim für mehrfachversehrte deutsche Kriegsblinde in Nürnbrecht bei Köln. Die Missionsstation in Malatya, damals unter Leitung von Christoffels Schwager Bauern
Die Autorin, eine Diplomtheologin und 1983 bis 2002 Mitarbeiterin bei der Christoffel-Blindenmission (Bensheim) hat im Auftrag der Blindenmission mit dieser Arbeit neben einem biographischen Abriss eine umfangreiche Quellensammlung vorgelegt, in der unveröffentlichte Briefe und Texte des Missionars, Auszüge aus gedruckten Publikationen der Blindenmission, aber auch zahlreiche Dokumente aus anderen Archiven zu finden sind.
So bietet die dokumentarische Erschließung von Leben und Werk Christoffels eine gute Grundlage dafür, die Geschichte evangelischer Missionen unter Muslimen weiter fortzuschreiben.
Dem ist hinzuzufügen: Christoffel und seine Mitarbeiter wurden zu wichtigen Augen- und Zeitzeugen der Christenverfolgungen im Osmanischen Reich. Das 1915 in Malatya geführte Tagebuch von Christoffels Schwager Hans Bauernfeind haben wir in Auszügen und mit Kommentaren auf unserer Webseite veröffentlicht (http://www.aga-online.org/de/malatia/index.php). So empfehlen wir unseren Lesern nun zur Ergänzung die Lektüre der Archivalien aus dem Bestand der Christoffel Blindenmission, insbesondere die beiden ersten Kapitel bzw. 131 Seiten.
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Huberta von Voss (Ed.): Portraits of Hope: Armenians in the Contemporary World
(Gebundene Ausgabe). Berghahn Books, 2007). 400 Seiten. ISBN-10: 1845452577, ISBN-13: 978-1845452575. EUR 32,90
Esmahan Aykol: Goodbye Istanbul.
Übersetzt aus dem Türkischen von Antje Bauer. (Gebundene Ausgabe). Diogenes, 2007. 355 Seiten. ISBN-10: 3257065698, ISBN-13: 978-3257065695. EUR 19,90
Astrid Schwarz: Die vergessene Erinnerung
Mit London will Ece einen Teil ihrer Vergangenheit auslöschen. Istanbul lässt sie hinter sich, in der Hoffnung ihre unglückliche Liebe zu vergessen, und muss sich der Frage stellen, wieviel Erinnerung für das Vergessen notwendig ist. Denn die Geschichte und Geschichten ihres Großvaters, als dessen Tochter sie sich eigentlich fühlt, will sie um keinen Preis verlieren.
Esmahan Aykol widmet ihren ersten "Nicht-Krimi" (ihre ersten beiden Krimis: 'Hotel Bosporus' und 'Bakschisch') dem Thema Migration und der Verfolgung der Armenier. Ece, die junge, unselbständige Türkin, entscheidet sich nach London zu gehen und sich aus der familiären Umklammerung zu befreien. Obwohl sie ihrem einarmigen, tyrannischen Vater, ihrer leidenden Mutter und der obergescheiten Schwester entkommt, muss Ece in London bald feststellen, dass das Leben als nichtenglischsprachige Türkin alles andere als einfach ist. Sie teilt mit ihrer Cousine Aylin, die sie weder besonders gut kennt noch mag, eine überteuerte Einzimmerwohnung, wäscht Teller für einen Hungerlohn und versucht nebenbei Englisch zu lernen. Eigentlich müsste sie gar nicht arbeiten, denn von ihrem Großvater hat sie soviel Geld geerbt, dass sie sich "sieben einfache Mercedes" kaufen könnte. Um ihrem Traum, doch noch Biologie zu studieren, was in Istanbul unmöglich war, näher zu kommen, kündigt sie, um schneller Englisch zu lernen. Zwischen Bruchbuden am Rande der Londoner Gesellschaft erzählt Aykol eine Geschichte über die Erinnerung und die Liebe, das Vergessen und das Fußfassen in einer verheißungsvollen Stadt. Die Liebe zu ihrem Großvater gibt Ece den Halt, den sie braucht, um ihre leidenschaftliche Liebe zu Tamer zu vergessen. Ihrer Cousine erzählt sie Geschichten vom gemeinsamen Großvater, dem armenischen Silberschmied. Zwar kommen sich die beiden Frauen dadurch kein Stückchen näher, aber zumindest lebt diese Liebe weiter und Ece kann durch die neue Sprache ihre Erinnerungen in all ihrer Dramatik mit mehr Abstand betrachten und sie als einen Teil von ihr akzeptieren.
Wie ihre Romanheldin Ece ist auch Esmahan Aykol der Liebe wegen aus Istanbul weggegangen. Doch die Autorin ging nicht fort, um die Liebe zu vergessen, sondern um sie in Berlin zu leben. Drei Jahre hat sie an 'Goodbye Istanbul' in der Berliner Isolation geschrieben und ihre eigenen Erlebnisse in London, als sie für Recherchezwecke in London gekellnert und gelebt hat, verarbeitet. Die geschichtliche Aufarbeitung des armenischen Völkermords hat ihr schlaflose Nächte bereitet, denn das lernt man in der Türkei nicht in der Schule, erzählt sie im Interview. Mit erzählerischem Feingefühl verwebt Akyol die märchenhaften Anekdoten aus dem osmanischen Reich der grellbeleuchteten Welt der MigrantInnen und kontrapunktiert sie mit historischen, manchmal ein wenig belehrend anmutenden Geschichten. Der Roman liest sich wie eine Mischung aus Erlebnisbericht an eine gute Freundin, Märchen aus 1000 und einer Nacht und Geschichtsbuch. Der Brückenschlag zwischen den Strängen ist Esmahan Aykol geglückt. Unanstrengend und charmant und nicht gerade seicht ist ihr der erste Roman gelungen. Zwei weitere Projekte sind bereits in Planung.
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British Reports on Ethnic Cleansing in Anatolia, 1919-1922: The Armenian-Greek Section”. Compiled by Vartkes Yeghiayan.
May 2007, Published by Centre for Armenian Remembrance (CAR), 296 S., $20, ISBN #978-0-9777153-2-9
87 ausgesuchte Berichte des britischen Hochkommissariats zu Konstantinopel (1919-22), die für das britische Außenministerium angefertigt worden waren, belegen die an der christlichen Bevölkerung Kleinasiens während der so genannten Befreiungskriege von türkisch-nationalistischen (kemalistischen) Einheiten begangenen Verbrechen: Massaker an wehrlosen Zivilisten, Plünderungen und Aneignungen armenischer und griechischer Kathedralen, Klöster, Kirchen, Fabriken, Einrichtungen … im Angesicht der indolenten alliierten Sieger des Ersten Weltkrieges.
Zehn Tage nach Unterzeichnung der osmanischen Kapitulationserklärung in Mudros bildeten die siegreichen Briten in Konstantinopel die “Armenisch-Griechische Abteilung”, die sich mit dringenden und außergewöhnlichen Angelegenheiten der beiden christlichen Nationen befassen sollte. Sie überredeten den Sultan zur Auflösung des osmanischen Parlaments. In seiner Erklärung vom 6. Dezember 1918 äußerte Sultan Mohammed VI.: “Meine tiefe Sorge gilt meinen durch bestimmte politische Komitees, die unter meiner Regierung agieren, misshandelten armenischen Untertanen.”
Die Berichte sind ein weiterer Beweis dafür, dass der Genozid an den Armeniern und Griechen nicht mit der Kriegskapitulation der Jungtürken endete, sondern von den Nationalisten unter der Führung Mustafa Kemals fortgesetzt wurde. Das erste Treffen der „Armenisch-Griechischen Abteilung“ mit amerikanischen, griechischen und armenischen Vertretern fand am 5. März 1919 statt, unter Beteiligung von Dr. Tavitian und Herr Tschakirian als Vertreter des armenischen Patriarchats, sowie Dr. Theotokas vom Ökumenischen Patriarchat. Hier zwei Beispiele aus den Protokollen der „Armenisch-Griechischen Sektion“:
“Dr. Tavitian stated that he had received news from Boghazlian, Yozgat and Caesarea to the affect that repatriated Armenians were now being accused of having murdered Turks and so were obliged to leave again.”
“At Yozgat a secret anti-Christian movement had been started, and as a result of a telegraphic order received from Mustafa Kemal Pasha, many volunteers had been enrolled.”
“Dr. Tavitian reported that the same state existed everywhere, at Everek ( Caesarea ) boycottage of Christians was being carried on, and the Mufti was preaching in the Mosque ordering his people not to sell to Christian. From Sivas and Samsoun many reports of outrages, cruelty and brigandage had been received, thus confirming the reports of Relief Officer in those districts.”
“Information from Sivas showed that a number of the more notorious malefactors of the time of the massacres were re-appearing; for instance, Rassim Bey, an ex-Deputy, has offered himself for election”
“The Kemalists have requisitioned the Armenian Cathedral and are using it as a prison. (They have also taken over) the Armenian Church of St. Saviour; the Convent of St. Nishan; the Armenian College; the Archbishop’s residence; the Armenian Protestant Church; the Greek Church; the Jesuit School and the School and Residence of the Sisters. The Authorities have also requisitioned about 2500 kilos of brass Church ornaments.”
Colonel Graves, der Leiter der Griechisch-Armenischen Abteilung, äußerte, dass “die Gegend, aus der solche Störungen berichtet werden, exakt die selbe war, in der zurückgekehrte Armenier es bis zu einem gewissen Grad geschafft hatten, sich wieder anzusiedeln; man könnte sagen, dass seit November (1918) die Türken versuchten, auch diese wenigen Armenier los zu werden.”
The book is part of the Genocide Remembrance series published by CAR, the Center for Armenian Remembrance.
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Elif Shafak: Bastard von Istanbul: Roman. Aus dem Türk. übers. von Julian Gräbener-Müller. (Gebundene Ausgabe) Frankfurt/Main: Eichborn-Verlag, 2007. 464 S. 22,90 EUR, ISBN-10: 3821857994, ISBN-13: 978-3821857992
Rezensionen:
Jede Geschichte hat einen Beginn, und dieser ist das Resultat früherer Geschichten. Der neue Roman der türkischen Autorin Elif Shafak beginnt damit, dass Zeliha, eine 19-jährige, mit allen Wassern gewaschene Istanbulerin, an einem Freitag im Juli einen Termin beim Gynäkologen hat. Der Grund: eine Abtreibung. Der Vater: unbekannt. “In Istanbul war ein vaterloses Kind nur ein weiterer Bastard und ein Bastard nur ein weiterer faulender Zahn im Kiefer der Stadt, der jederzeit ausfallen konnte.” Doch Zeliha treibt nicht ab, sie gebiert Asya, ein schwarzlockiges Mädchen, das seine Mutter später “Tante” nennen, Post-Punk hören und dabei philosophische Werke lesen wird. Zeitgleich dazu in Tucson, Arizona: Hier lebt Rose, eine geschiedene Vorzeigeamerikanerin, mit ihrer Tochter Armanoush, die sie selbst “Amy” nennt, um ihren armenischen Ex-Mann und dessen lästige Großfamilie zu vergessen. Rose lernt in einem Supermarkt den Türken Mustafa kennen, Zelihas Bruder. Zunächst ist es ein dreister Versuch, die armenischen Verwandten zu schockieren, später werden die beiden ein Paar. Während die Verwandten über die Rettung des “unschuldigen Lamms” sinnieren, wächst Armanoush zwischen den Stühlen auf. Bücher sind ihre Freunde, im armenischen Internetforum ist sie “Madame Meine-Seele-im-Exil”. Schließlich fährt Armanoush nach Istanbul, um das Haus ihrer Großmutter – und damit auch ihre eigene Geschichte – zu finden und kommt als Gast bei Mustafas Familie unter. Asya und Armanoush erkunden eine Stadt, für die das Kommen und Gehen ihrer Bewohner zur selbstverständlichen Routine geworden ist. Dies sei keine Stadt, erklärt ein Koch, sondern ein “Stadtschiff”: “Wir sind alle Passagiere, wir kommen und gehen in Gruppen, Juden gehen, Russen kommen, das Viertel, in dem mein Bruder wohnt, ist voller Moldawier ... Wenn die morgen gehen, kommen wieder andere.” “Für die Türken ist die Vergangenheit ein anderes Land”, befindet Armanoush. Während die Türken die osmanische Vergangenheit von der türkischen Republik abgespalten haben, ist sie für Armanoush allgegenwärtig. Sie spürt sie auf, stellt Asyas Familie und Freunde wegen des Völkermords an den Armeniern zur Rede. Und schließlich entdecken die Beteiligten, dass sie stärker miteinander verbunden sind, als sie es je gedacht hätten. “Der Bastard von Istanbul” ironisiert die Selbst- und Fremdsicht von Nationen und Gemeinschaften. Es ist ein kluges Buch über die Geschichte, erzählt in einer Vielzahl von Geschichten. Armanoush und Asya sind Teil einer vertrackten Welt, die sie sich nicht selbst ausgesucht haben. Doch in der Verstrickung zwischen Gegenwart und Vergangenheit ist es möglich, so legt Shafak nahe, sich einen Weg zu bahnen.
Buchbesprechungen zu Elif Safak
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Dogan Akhanli: Die Richter des Jüngsten Gerichts: Roman. Übers. aus dem Türkischen von Hülya Engin. Mit einem Vorwort von Edgar Hilsenrath und einer Einführung von Tessa Hofmann. Klagenfurt: Kitab, 2007. 240 S. ISBN 978-3-902005-98-4; 22,- EUR
Die Türkei nach dem Putsch von 1981... Ein junger Mann, politisch verfolgt und tagtäglich mit der Gefahr von Verhaftung, Ermordung oder Verschwindenlassen konfrontiert, ist mit Frau und Kind untergetaucht... Ümit Bey, ein älterer Nachbar, erkennt die wahre Identität seines wortkargen Nachbarn. Immer deutlicher wird, dass Ümit Bey mehr ist als ein väterlicher Nachbar: Ein Weiser, ein Meddah (Märchen- und Geschichtenerzähler anatolischer Tradition), ein Begleiter durch Zeit und Raum, ein Lehrmeister ohne belehrenden Ton, ein Moralist ohne erhobenen Zeigefinger.
Nicht mit Daten, Zahlen und Fakten eines Historikers, vielmehr subtil und behutsam, mit einem winzigen Hinweis etwa, einem beiläufigen Wort, einer Andeutung, einem Schatten führt Ümit Bey seinen jungen Zuhörer in die Vergangenheit. Ein Gemälde an der Wand, ein Buch im Regal, ein aus einer Truhe hervorgeholter Gegenstand, ein Ring mit einem eingravierten „U“ sind Auslöser, die immer neue Stationen der Zeitreise einläuten. Mit Ümit Beys Zeitsprüngen, Identitätswechseln und visionären Zukunftsbildern wird der junge Mann hineingerissen in die Geschichte der Türkei, findet Antworten auf seine Fragen nach Identität und den Ursachen der staatlichen Gewalt, zu deren Opfern auch er selbst und seine Generation wurden. Der junge Mann begegnet dabei einer Schwangeren in Männerkleidung, die auf einem Pferd einem Massaker entflieht, wird Zeuge eines verheerenden Kriegs, verfolgt eine folgenschwere Konferenz im Kriegsministerium, findet sich im Schlafgemach eines soeben vermählten Paschas wieder, dann an einem abgeschiedenen, beinahe paradiesischen Ort namens „UVANIS“, in einer Gefängniszelle bei einer Zeugenvernehmung, in einem geheimnisvollen Kellerraum voller Porträts, und schließlich in einer visionären Zukunft, einer Zukunft ohne Leugnung, Lüge und Unrecht – aber auch ohne ihn selbst. Und all diese Mosaiksteine fügen sich allmählich zu einem Gesamtbild zusammen, das dem jungen Mann die schmerzliche, aber auch erhellende und befreiende Wahrheit vor Augen führt.
Dogan Akhanli (geb. 1957) lebt seit 1992 in Köln. Der Militärputsch von 1980 in der Türkei zwang ihn in den Untergrund, 1985-87 saß er als politischer Häftling im Militärgefängnis von Istanbul. 1998/99 erschien in türkischer Sprache seine Trilogie „Die verschwundenen Meere“. Die ersten beiden Bände heißen „Warten auf das Meer“ und „Das Mohnblumenfeld“; der letzte, „Die Richter des jüngsten Gerichts", thematisiert den Völkermord an den Armeniern. Die Trilogie bildet eine kritische Bestandsaufnahme der politischen Entwicklung der Türkei in den Jahren, die der Autor während seiner Jugend als Zeitzeuge und politisch Verfolgter erfahren hat. Der Roman „Der letzte Traum der Madonna“ (2005) erzählt über den Fall ‚Struma’, eines Schiffes mit jüdischen Flüchtlingen, welches 1942 im Schwarzen Meer versenkt wurde. Akhanli arbeitet beim „Kölner Appell gegen Rassismus“, wo er Veranstaltungen und Kulturprojekte zum Völkermord an den Armeniern initiiert.
Buchbesprechung zu Dogan Akhanli:
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Wilhelm Baum: Die christlichen Minderheiten der Türkei in den Pariser Friedensverhandlungen (1919-1923) . Klagenfurt: Kitab, 2007 (Broschiert); 250 S.; Abb. (s/w). 10,- EUR ISBN-10: 3902005971, ISBN-13: 978-3902005977
Nach dem Sieg Englands und Frankreichs über das mit Deutschland verbündete Osmanische Reich sahen sich die Siegermächte bei den Pariser Friedensverhandlungen durch frühere Geheimverträge z. B. zugunsten Russlands und Italiens mit dem Problem konfrontiert, dass die umstrittene Verteilung der Gebiete kaum mit dem vom amerikanischen Präsidenten Wilson proklamierten Selbstbestimmungsrecht der Völker vereinbar war. Als ehrlicher Makler versuchte Wilson nach der Ermordung von 1,5 Millionen Armeniern durch die Türken die Unabhängigkeit Armeniens auf dem Gebiet des ehemals russischen Armenien (der heutigen Republik) und den türkischen Provinzen, die vorwiegend von Armeniern besiedelt waren, durchzusetzen. Dies scheiterte jedoch daran, dass der amerikanische Senat nicht bereit war, ein Völkerbundsmandat zu übernehmen, wozu man nach Ansicht des französischen Marschalls Foch 27 Divisionen zum Schutz der Armenier gebraucht hätte. Der Frieden von Sèvres (1920) wurde zwar von der offiziellen türkischen Regierung unterzeichnet, nicht aber von der Nationalbewegung Mustafa Kemal Paschas. Der griechische Ministerpräsident Venizelos kämpfte im Bund mit dem englischen Premier Lloyd George um den Anschluss der mehrheitlich griechischen Gebiete in Thrakien und um Smyrna (Izmir) in Westkleinasien. Der
Streit zwischen Venizelos und König Konstantin I. mitten im Krieg zwischen Griechenland und den türkischen Kemalisten führte letztlich zur Vernichtung der griechischen Minderheiten in Kleinasien und zur Zerstörung von Smyrna (1922); Kemal Atatürk führte dabei die ethnischen Säuberungen der Jungtürken fort. Im Frieden von Lausanne (1923 wurden die Bestimmungen des Friedens von Sèvres zugunsten der Türkei revidiert: Armenien wurde nicht selbständig und blieb zwischen Sowjet-Russland (das Atatürk unterstützt hatte) geteilt; die christlichen Minderheiten wurden massakriert oder zwangsausgesiedelt, mit Ausnahme der Griechen von Istanbul, wo sich bis heute das Ökumenische Patriarchat befindet.
Bestellung:
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Richard Albrecht:
Völkermord(en): Genozidpolitik im 20. Jahrhundert: Aachen: Shaker Verlag, 2006. 184 S., ISBN:978-3-8322-5055-3; 24,80 EUR
Armenozid: Genozidpolitik im 20. Jahrhundert. Band 2. Aachen: Shaker Verlag, 2006; 116 S. ISBN:978-3-8322-5738-5 18,80 €
Hofmann, Tessa / Bezelgues, Sarkis:
Hans-Lukas Kieser, Elmar Plozza (Hg.):
David Gaunt: Massacres, Resistance, Protectors: Muslim-Christian Relations in Eastern Anatolia during World War I . Gorgias Press LLC. ISBN: 1-59333-301-3. 48 U.S. Dollar
Dieses Werk des schwedischen Sozialwissenschaftlers der Universität Södertalje bietet die erste Gesamtschau des an aramäischsprachigen Minderheiten (Assyrer, Chaldäer, Syro-Aramäer) während des Ersten Weltkrieges und an wechselnden Orten Urmia, Hakkari, osmanische Provinz Diyarbekir) begangenen Genozids. Der Autor stützt sich auf Primärquellen aus offiziellen russischen, türkischen und westeuropäischen Archiven sowie auf bisher unveröffentlichte Manuskripte und mündliche Augenzeugenberichte.
Vorbestellung unter:
http://www.gorgiaspress.com/bookshop/showproduct.aspx?isbn=1-59333-301-3
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Raymond Kévorkian:
Le Génocide des Arméniens
Raymond Kévorkian: The Armenian Genocide ("Le Génocide des Arméniens"). Paris : Odile Jacob, 2006
Among the countless acts of violence perpetrated during World War I, the extermination of the Armenian population constitutes the bloodiest episode involving civilians. From 1915 to 1916, more than 1,500,000 people were killed. Wartime conditions, by creating a situation favourable to the unleashing of extreme violence, helped legitimise measures that would have been inconceivable in peacetime. But, argues Raymond Kévorkian, those crimes were merely the logical outcome of a process that had begun several decades earlier, when the Turkish nation-State had conceived the physical elimination of a part of its own population as a prerequisite for its construction. The book is divided into three sections: — the first examines the creation and development of the ideology of the Young Turks, up to the moment when the decision to exterminate the Armenians was taken; — the second part is a region-by-region examination of the geography of genocide, and allows the author to observe the different forms of treatment reserved for the civilian population and for Armenian conscripts; — the third and final part concerns the trials held for war crimes following the Armistice of Mudros, and the attempts by the Allied powers to establish a higher international tribunal. In September 2006 France will begin to commemorate the Year of Armenia, with numerous public events, including a major exhibition at the Louvre Museum. Raymond Kévorkian, a historian, teaches at the Institut Français de Géopolitique, at the University of Paris-VIII-Saint-Denis. He is the director of the Bibliothèque Nubar, the Armenian library in Paris, and the author of numerous works on the history of modern and contemporary Armenia and Armenians.
ISBN 2-7381-1830-5, septembre 2006, 155 x 240, 1008 pages. (39.90 €)
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Akçam, Taner:
A Shameful Act: The Armenian Genocide and the Question of Turkish Responsibility.
Völkermord oder Umsiedlung? Das Schicksal der Armenier im Osmanischen Reich - Darstellung und Dokumente (Broschiert).
Jörg Berlin; Adrian Klenner:
Völkermord oder Umsiedlung? Das Schicksal der Armenier im Osmanischen Reich - Darstellung und Dokumente (Broschiert). PapyRossa Verlagsgesellschaft 2006. 410 S. ISBN: 3894383461, 24,90 EUR
Direktbestellung bei mail@papyrossa.de
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Wenn man die Armenierfrage diskutiert… Istanbul: Türkeivertretung der Heinrich Böll Stiftung e.V., März 2006. 126 S. Deutsch und Türkisch. ISBN 975-009654-0-5
Inhalt: Ulrike Dufner: Vorwort. S. 5/ Alexander Iskandarian: Armenien und die Türkei: Geographisch eng verbunden – durch die Geschichte getrennt. S. 7/ Hrant Dink: Türken und Armenier: zwei nahe Völker. Türkei und Armenien: zwei entfernte Nachbarn. S., 20/ Ferhat Kentel: Türkentum, Armeniertum und Vorurteile: Die Gesellschaft in der Türkei und Armenien. S. 69/ Stefan Hibbeler: Wege des Verständnisses: Die Armenier-Diskussion in der Türkei 2005. S. 93/ Osman Köker: Sireli Jeghpajrs (Mein lieber Bruder) – Die Erfahrung einer Ausstellung. S. 109/ Talip Atalay: Die Stadtzeitung in Diyarbekir und die Armenier: eine lokale Geschichtsquelle. S. 114./
Kommentar: So befremdlich es ist, dass die Heinrich-Böll-Stiftung neun Monate nach dem Bundestagsbeschluss vom 16. Juni 2005 den Völkermord des jungtürkischen Nationalistenregimes noch immer als „Armenierfrage“ umschreibt und damit distanzlos und unkritisch die offizielle türkische Terminologie übernimmt, so begrüßenswert ist andererseits der Versuch des Istanbuler Büros der Böll-Stiftung, einige armenische und türkische Autoren zu dieser wissenschaftlich und juristisch längst beantworteten „Frage“ zu Wort kommen zu lassen. Bei der Auswahl der Autoren hat sich die Herausgeberin („Koordinatorin“) U. Dufner offenbar vom Bekanntheitsgrad der Autoren in der Türkei leiten lassen: Der in Armenien lebende A. Iskandarian ist der einzige Autor, von dem die Herausgeberin meint, ihn den Lesern vorstellen zu müssen („…Politologe und Direktor des Kaukasischen Medieninstituts in Eriwan“), während bei den übrigen, in der Türkei lebenden Autoren davon ausgegangen wird, dass sie in der Türkei bekannt sind. Dass hierbei Osman Köker nicht fehlen darf, dessen (Wander-)Ausstellung die Böll-Stiftung nach Deutschland gebracht hat, versteht sich von selbst. Es ist bedauerlich, dass die Herausgeberin nicht den zu einseitigen und unvollständigen Literaturbericht A. Iskandarians zum Völkermord an den Armeniern um die in Deutschland publizierten Forschungsbeiträge ergänzt hat. Der Autor behauptet zwar mit Aplomb, dass es „zehntausende Arbeiten zum Genozid an den Armeniern“ gäbe, lässt dann aber nicht nur wegweisende Untersuchungen wie die Taner Akçams aus, sondern auch die nicht nur für die deutschsprachigen Leser relevanten Editionen von Wolfgang Gust (Politisches Archiv des Auswärtigen Amtes) oder Prof. Hermann Goltz zum Leben und Werk von J. Lepsius.
Hervorhebenswert erscheint uns der Beitrag des türkischen Soziologen Dr. Ferhat Kentel von der privaten Bilgi-Universität, die 2005 als erste türkische Universität und unter großen Schwierigkeiten eine internationale Konferenz zur Geschichte der türkisch-armenischen Beziehungen durchführte, bei der sich verschiedene Referate direkt auf den Genozid an den Armeniern bezogen. F. Kentel hat gemeinsam mit seinem armenischen Kollegen Dr. Geworg Porosjan (Poghosyan) zwischen Dezember 2002 und Januar 2003 in der Türkei bzw. in Armenien repräsentative Umfragen zum jeweiligen Bild des „anderen“ Landes und Volkes durchgeführt. Die Studie “Armenian and Turkish Citizens’ Mutual Percpetions and Dialogue Project”, deren Ergebnisse erst 2005 publiziert wurden und deren Abschlussbericht online unter http://www.tesev.org.tr/etkinlik/ARMENIA-TURKEYFINALREPORT.pdf erschien, wurden vom Center for Global Peace der American University, New York D.C., finanziert und türkischerseits von der Turkish Economoc and Social Studies Foundation (TESEV), armenischerseits vom Sociological and Marketing Research Center (HASA) durchgeführt. G. Porosjan ist Vorsitzender der Soziologischen Vereinigung seines Landes und Direktor des Instituts für Philosophie, Soziologie und Recht der Nationalen Akademie der Wissenschaften Armeniens. Die Zusammenarbeit türkischer und armenischer Gesellschaftswissenschaftler zu einem Bündel von Fragen, die in den Gesellschaften beider Länder als unbequem, schwierig oder sogar als Tabu betrachtet werden, stellt an sich schon eine wissenschaftlich-politische Sensation dar. Ihre Ergebnisse tragen, falls sie richtig gewürdigt werden, zur Versachlichung in den Beziehungen bei, selbst wenn das Set der Fragen offenbar nicht immer übereinstimmend war.
Bestellt werden kann der Sammelband online bei der Heinrich Böll-Stiftung:
http://www.boell-tr.org/de/publications.aspx?mid=0&lng=de
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Garabed Hatscherian: Smyrna 1922: Das Tagebuch des Arztes Garabed Hatscherian.
Hrsg. u. aus dem Armenischen übersetzt von Dora Sakayan. Mit einer Einleitung von Tessa Hofmann. Klagenfurt: KITAB, Juni 2006. Ca. 160 S. ISBN: 3902005874
Die Einnahme der kurz zuvor von griechischen Streitkräften geräumten ionischen Hauptstadt Smyrna (türk. Izmir) durch türkisch-nationalistische Truppen im September 1922 beendete die dreitausendjährige griechische Präsenz in der Region. Die Eroberer plünderten die wehrlose, überwiegend von Christen bevölkerte Stadt und setzten das Armenierviertel in Brand. Zahlreiche Griechen und Armenier starben zwischen „Feuer, Schwert und Wasser“.
Als Zeitdokument überdauerte das Tagebuch eines armenischen Arztes und Einwohners von Smyrna, Garabed Hatscherian (Karapet Chatscherjan). Die Enkelin des Verfassers, die Philologin Dr. Dora Sakayan, hat es aus dem Armenischen übersetzt und in zahlreichen Editionen (Englisch, Französisch, Spanisch, Russisch, Türkisch, Griechisch) herausgegeben.
Über den Verfasser G. Hatscherian schreibt der Verleger der deutschsprachigen Ausgabe, Dr. Wilhelm Baum, im Biographisch-Bibliographischen Kirchenlexikon:
http://www.bautz.de/bbkl/h/hatscherian_g.shtml
Rezension von Dr. Richard Albrecht:
http://www.grin.com/de/fulltext/ged/26885.html
Direktbestellungen beim KITAB-Verlag oder über amazon.de
http://www.kitab-verlag.com/orderform.htm
http://www.amazon.de/exec/obidos...
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"STIMMEN AUS DEUTSCHLAND": ZUM 90. GEDENKJAHR DES VÖLKERMORDES AN DEN ARMENIERN
Antworten, Artikel, Aufsätze, Reden, Augenzeugenberichte. Hrsg. und eingeleitet von Ischchan Tschiftdschjan, mit einem Vorwort seiner Heiligkeit Aram I. Antelias 2005: Katholikat von Kilikien, 418 S. In deutscher Sprache.
Dieser Sammelband enthält Beiträge von 53 deutschen und schweizerischen Autor/Innen, darunter Antworten von 37 Wissenschaftlern und Publizisten auf jeweils sechs Fragen, die ihnen der Herausgeber zum Völkermord an den Armeniern gestellt hatte. Forschungsbeiträge, Reden sowie einen Dokumentenanhang ergänzen diese Essays.
Weitere Informationen zum Inhalt und den Autoren der Beiträge (auf englisch):
http://www.azad-hye.net/news/viewnews.asp?newd=129
Bestellung über:
Ischchan Tschiftdschjan
Sommerfelder Str. 20
PF 12/3
04299 Leipzig
E-Mail: ischchan@hotmail.com
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Tessa Hofmann: Annäherung an Armenien – Geschichte und Gegenwart.
2., aktualisierte u. überarb. Aufl. München: C.H. Beck, 2006. 243 S. - ISBN: 3406420230 (Beck’sche Reihe 1223)
Darin u. a.: Der lange Kampf um Freiheit (III): Zwischen Reform, Revolution und Reaktion. S. 79/ Der Völkermord: 1915 und 1916. S. 94/ Schuld, Sühne, Vergeltung, Verleugnung: Vergangenheitsbewältigung. S.107-117
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Annette Schaefgen: Schwieriges Erinnern – Der Völkermord an den Armeniern.
Berlin: Metropol Verlag. 2006. – 200 Seiten. ISBN: 393869016X
Aus einer Rezension von Wolfgang G. Schwanitz („Tagesspiegel“, 17.03.06): „Engagiert stellt die Autorin dar, wie Deutsche den Völkermord aufgenommen haben, von seinem Beginn am 24. April 1915, über das Buchverbot von Johannes Lepsius’ „Der Todesgang des armenischen Volkes“ im Folgejahr bis zum Mord am ehemaligen türkischen Innenminister in Berlin 1921. Dann kam die große Stille, gegen die Literaten wie Franz Werfel angingen.
In der Bonner Republik erhielten die Beziehungen zum NATO-Mitglied Türkei Vorrang. Ähnlich verhielt es sich mit der Sowjetunion und ihrer Sowjetrepublik Armenien.“
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Sébastien de Courtois: The Forgotten Genocide: Eastern Christians; The Last Arameans.
Transl. by Vincent Aurora. Piscataway, New Jersey: Gorgias Press, 2004. XIII, 373 S. Abb. (s/w), Personen-, Orts- und Sachregister.
Kommentar:
Es handelt sich um die englischsprachige Ausgabe der Dissertation des französischen Wissenschaftlers Dr. S. de Courtois, die derzeit die ausführlichste Darstellung des Genozids an der aramäischsprachigen christlichen Bevölkerung des Osmanischen Reiches im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert enthält. Insbesondere das Schicksal der Westsyrer (Syrisch-Orthodoxen) wird ausführlich dargestellt, gestützt auf die Archive des französischen Verteidigungsministeriums, der Dominikanermission zu Mossul (Nordirak), auf schriftliche Augenzeigenberichte sowie auf mündliche Interviews mit Überlebenden dieses Genozids. Der syrisch-orthodoxe Erzbischof Mor Cyril Aphrem Karim schrieb über dieses Buch: "Dies ist vielleicht die erste akademische Abhandlung eines fast vergessenen Ereignisses, das das Schicksal und Ethos des syrischen Volkes für immer verändert hat."
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Wilhelm Baum: Die Türkei und ihre christlichen Minderheiten: Geschichte - Völkermord - Gegenwart
Ein Beitrag zur EU-Erweiterungs-Debatte.
Klagenfurt-Wien: Kitab Verlag, 2005. 208 S. Zahlr. Abb. (s/w, farb.), Ktn.-Skizze. Literaturverzeichnis, Glossar, Namensregister
ISBN-Nr. 3-902005-56-4
Aus dem Inhalt:
Die muslimischen Eroberungen Kleinasiens. S. 7./ Das Dhimmi-System und der Dschihad. S. 11./ 3. Die Türken. S. 14./ Die letzten Phase des byzantinischen Reiches. S. 20./ Die Christen im türkischen Millet-System. S. 23./ Die Christen in den Reisebeschreibungen des 17. und 18. Jahrhunderts. S. 39./ Die Situation der Christen in der Tanzimat-Ära ab 1839. S. 42./ Die Massaker an den Christen im Ersten Weltkrieg. S. 74./ Die Reaktion der westlichen Welt. S. 112/ Die Deportationen der Griechen bis zum Kriegsende. S. 126/ Die Lage der Christen in der Türkei am Ende des Ersten Weltkrieges (1917-1918). S. 134/ Der Friedensvertrag von Sèvres (1920). S 149./ Der Sieg der Kemalisten (1920-1922). Die Situation der Christen in der Türkei bis zum Zypernkrieg (1923-1974). S. 174./ Vom Zypern-Konflikt bis zur Situation der Christen in der Türkei heute. S. 183.
Aus dem Vorwort des Autors:
"(...) In diesem Buch geht es um eine kritische Betrachtung einer bisher unaufgearbeiteten blutigen Geschichte von Kampf, Versklavung, Menschenraub und Deportation. Auch in der europäischen Geschichte hat es religiöse Verfolgungen, Unterdrückungen, Massaker und den Holocaust gegeben. In Europa wurden und werden diese Belastungen der Vergangenheit jedoch von vielen Institutionen und einer kritischen Geschichtsschreibung reflektiert. Hier fehlte es auch nicht an Neubewertungen, wie sie etwa die katholische Kirche im 2. Vatikanischen Konzil und die Christen im - immer noch unzureichenden - ökumenischen Dialog vorgenommen haben oder wie sie in Deklarationen gegenüber dem Judentum von verschiedenen Seiten zum Ausdruck gekommen sind.
Dieses Buch ist keine umfassende Geschichte des Christentums in der Türkei; viele Quellen gingen verloren, sind der Forschung nicht zugänglich oder nicht in westliche Sprachen übersetzt. Es war daher nicht möglich, die leidvollen Beziehungen der Vergangenheit vollständig darzustellen; es muss genügen, einen Einblick in die unbearbeiteten Kapitel von Verfolgung und Völkermord zu gewinnen, die allen Beteiligten am europäischen Einigungsprozess bewusst gemacht werden sollen. Es soll zur Reflexion verleiten, wie in einem Europa der Zukunft mit der Vergangenheit umgegangen werden soll und welche Bereiche noch unaufgearbeitet sind.
Die Vernichtung des kleinasiatischen Christentums durch die Türken war auch deshalb möglich, weil die Christen untereinander zerstritten waren und Katholiken, Orthodoxe, Armenier und syrische Christen je eigene Interessen verfolgten und bei Gelegenheit auch bereit waren, mit Muslimen gegen die anderen Christen zusammen zu arbeiten. (...)"
Der Autor, Dr. Wilhelm Baum, ist Historiker und Theologe; er verfasste mehrere Bücher zur Geschichte des christlichen Orients.
Direkter Bezug über: http://www.kitab-verlag.com/Index/Onlineshop/pd1125246414.htm?categoryId=0
Die Verfolgung und Vernichtung der Syro-Aramäer im Tur Abdin 1915.
Gesammelt vom Erzpriester Sleman Henno aus Arkah, Tur Abdin. Erste Auflage 1987.
Übersetzt aus dem Syro-Aramäischen ins Deutsche von Amill Gorgis und Georg Toro.
Mit einer Einleitung von Erzbischof Julius Jeschu Çiçek, einem Vorw. des Herausgebers Amill Gorgis und einem Beitrag von Tessa Hofmann.
(Glane/Losser, Niederlande): Bar Hebräus Verlag, 2005. 191, XLVIII S. Farb. Abb., Kt. ISBN 90-5047-025-4
Zu beziehen über:
Bar Hebräus Verlag, Glane/Losser
Glanerbrugstr. 33
NL 7585 PK Glane/Losser
Tel.: 0031 5346 14 764
Fax : 0031 5346 15 879
Kommentar:
Der in Syrien lebende Syrisch-Orthodoxe Geistliche Sleman Henno sammelte unter überlebenden Glaubensgenossen Berichte und Informationen über die Vernichtung im Jahr 1915 im Tur Abdin-Gebiet. Dort kamen innerhalb weniger Monate 90.000 syrisch-orthodoxe (aramäischsprachige) Christen bei Massakern kurdischer Stämme um, die von der Provinzregierung organisiert und von der türkischen Zentralregierung gebilligt wurden.
Arkahs genaue, Dorf für Dorf berücksichtigende Darlegung bildet eine wichtige Quelle und Regionalstudie zur Verfolgungs- und Leidensgeschichte der aramäischsprachigen Christen (Aramäer/Assyrer), die nach mehreren Editionen in der Originalsprache (1977, 1987) nun erstmals in deutscher Übersetzung vorliegt.
Sleman d-Beth Henno genaue, Dorf für Dorf berücksichtigende Darlegung bildet eine wichtige Quelle und Regionalstudie zur Verfolgungs- und Leidensgeschichte der Syro-Aramäer, die nach mehreren Editionen in der Originalsprache (1977, 1987) nun erstmals in deutscher Übersetzung vorliegt.
Völkermorde und staatliche Gewaltverbrechen im 20. Jahrhunderten als Thema schulischen Unterrichts
Hrsg. vom Landesinstitut für Schule und Medien Brandenburg (LISUM Bbg.). Ludwigsfelde-Struveshof, Juli 2005. 103 S. + CD-ROM
Zu beziehen über:
LISUM Bbg., 14974 Ludwigsfelde-Struveshof, oder per Email: poststelle@lisum.brandenburg.de
Es handelt sich um die zu Jahresbeginn 2005 politisch umstrittene und langerwartete "Handreichung" für den schulischen Geschichtsunterricht (9. und 10. Klasse), die derzeit im Bundesland Brandenburg eingesetzt wird, möglicherweise aber auch in anderen Bundesländern übernommen werden wird.
Die Handreichung wurde von Christian Lange (Teil I) sowie Dr. Mihran Dabag (Teil II) verfasst und enthält zusätzliche Texte von Prof. Dr. Martin Sabrow, Prof. Dr. Holm Sundhaussen sowie Albrecht Wiesener. Sie wurde fachlich unter anderem von Prof. Dr. Hermann Goltz begutachtet. Die Autoren unterscheiden, methodisch und juristisch nicht ganz nachvollziehbar, zwischen "Völkermord" und "staatlichen Gewaltverbrechen". Teil II schildert drei Fallbeispiele für Völkermord: die Vernichtung der Herero 1904 bis 1907 in der damaligen Kolonie Deutsch-Südwestafrika (S. 31-40), an den Armeniern 1915/16 im Osmanischen Reich (S. 41-58) sowie in Ruanda (1994); ein Abschnitt (S. 55) ist der "Ermordung der aramäischen Christen" gewidmet. Als "staatliche Gewaltverbrechen" werden der sonst auch als Völkermord bezeichnete Massenmord der Roten Khmer in Kambodscha (1975), die Gewaltverbrechen unter Stalin in der Sowjetunion bis 1953 sowie die "postjugoslawischen Kriege" dargestellt.
Crimes against Humanity and Civilization: The Genocide of the Armenians
Facing History and Ourselves Resource Book
Brookline, Massachusetts: Facing History and Ourselves National Foundation, Inc., 2004.
ISBN 0-9754125-0-7
oder online zum Herunterladen unter:
http://www.facinghistorycampus.org/
Sprache: englisch
Inhaltsbeschreibung der Herausgeber:
Verbrechen gegen die Menschheit und die Zivilisation: Der armenische Genozid
Das Lehrbuch von Facing History - Verbrechen gegen die Menschlichkeit und die Zivilisation: Der armenische Genozid - verbindet neueste wissenschaftlichen Erkenntnisse über den armenischen Genozid mit einem interdisziplinären Geschichtsansatz, der sowohl Schüler als auch Lehrer dabei unterstützt, zentrale Verbindungen zwischen Geschichte und ihrem eigenen Leben zu entdecken. Indem sich der Leser darauf konzentriert, die Entscheidungen, welche Individuen, Gruppen und Nationen vor, während und nach dem Genozid trafen zu untersuchen, erhält er die Gelegenheit, über das aktuelle Dilemma zu reflektieren, mit dem sich die internationale Gemeinschaft angesichts massiver Menschenrechtsverletzungen konfrontiert sieht.
Indem es den armenischen Genozid während des Ersten Weltkrieges beleuchtet, betrachtet und behandelt das Buch viele seiner anhaltenden „Hinterlassenschaften“, wie etwa die türkische Leugnung der Verbrechen und den Kampf um Anerkennung des Genozids als ein „Verbrechen gegen die Menschheit“. Das Buch kann im Unterricht bei der Behandlung von Genoziden oder im Zusammenhang mit der Unterrichtung von Menschenrechten im Allgemeinen einbezogen werden, ferner im Geschichtsunterricht, der das späte 19. Jahrhundert, den Ersten Weltkrieg sowie die internationalen Beziehungen der USA abdeckt.
Inhaltsverzeichnis:
Einleitung
Kapital 1: Identität und Geschichte
Kapitel 2: Wir und die Anderen
Kapitel 3: Die Jungtürken an der Macht
Kapitel 4: Genozid
Kapitel 5: Entscheidungsmöglichkeiten
Kapitel 6: Wer erinnert sich an die Armenier?
Index
Die orientalistische Fachzeitschrift INAMO des Informationsprojekts Naher und Mittlerer Osten widmet in Heft 43 (Herbst 2005) einen Schwerpunkt "Armenien: Der verdrängte Genozid" mit 22 DIN-A-4 Seiten dem Jahresgedenken an den Völkermord der armenischen Bürger des Osmanischen Reiches 1915/16.
Autoren (in alphabetischer Reihe): Katrin Adolph und Karin Pütt, Corry Görgü, George Hintlian, Ahmad Hissou, Tessa Hofmann, Hans-Lukas Kieser, Toros Sakarian
http://www.inamo.org:8080/inamo/inamo43/
INAMO - Berichte und Analysen, Jg. 11, Herbst 2005, Heft 43 kann für 5,50 EUR (inkl. Versand) bestellt werden bei:
INAMO e.V.
Postfach 310727
10637 Berlin
Email: redaktion@inamo.de
Tel.: 030/8642184
Am 13. Juni 2005 veröffentlichte der Berliner Beauftragte für Integration und Migration, Günter Piening, in der von dieser Behörde herausgegebenen Reihe über die Minderheiten Berlins ein der armenischen Gemeinschaft gewidmetes Heft. Es trägt den Titel "Armenier in Berlin - Berlin und Armenien".
In seinem Vorwort schreibt der Herausgeber:
"Die Geschichte der Armenier wird bis heute sehr stark von den Diasporagemeinden weltweit, vor allem natürlich in den Vereinigten Staaten und auch in Frankreich mitbestimmt. Eine Diaspora, die sich in erster Linie auf Verfolgung, Vertreibung und Ausrottungspolitik in den einstigen armenischen Siedlungsgebieten gründet, das zentrale historische Trauma der Armenier, das bis heute international nur unzureichend aufgearbeitet wird. Schmerzlich ist dabei nicht nur für die Armenier, dass ihre Geschichte bis heute in Geschichtsbüchern oft nur am Rande gestreift wird und nach wie vor auf diplomatischem Parkett gestritten wird, ob der Völkermord an den Armeniern auch als solcher bezeichnet werden darf."
Aus dem Inhalt:
Stichworte zu drei Jahrtausenden armenischer Geschichte: Ursprung im frühgeschichtlichen Vorderasien / Geteiltes Land: Zerrissenheit zwischen stärkeren Nachbarn / Verlust und Wiedergewinnung der Staatlichkeit. / Identitätsbewahrung dank Christianisierung. / Kasten: Mesrop Maschtoz und sein Werk./ Kasten: Global und ökumenisch: Die Armenisch-Apostolische Kirche. / Armenien und seine Diaspora. / Vernichtung und Überleben./ Kasten: Abschiedsbrief eines Berliner Armeniers an Dr. Johannes Lepsius. Wie ein Vogel aus der Asche? Postsowjetische Wachstumsprobleme./
Berlin schreibt armenische Geschichte: Der Berliner Kongress 1878, die Internationalisierung der Armenischen Frage sowie Löffel aus Papier und Eisen. / Ferne Stimmen: Armenierfreunde und Armeniergegner an der Spree: Johannes Lepsius: Helfer und Ankläger. / Turkophile Gegenstimmen: Hans Barth und Ernst Jäckh. / Propagandisten des liberalen Imperialismus: Friedrich Naumann und Paul Rohrbach. / Im Namen der Menschenrechte, des Antiimperialismus und des Friedens: sozialistische und pazifistische Standpunkte./ "Über die armenische Frage wird am besten geschwiegen": Deutschland und die Armeniervernichtung im Ersten Weltkrieg./ Kasten: Augenzeuge und Fürbitter - der Schriftsteller Armin T. Wegner./ Kasten: Eine jüdische Stimme zum Völkermord an den Armeniern - Edgar Hilsenrath und seine Vorgänger. /
Berlin als Tatort: Armenische Vergeltungsmorde. / Kasten: Doğan Akhanlı: Reisewege und Alpträume./
Armenisches Berlin: Selbstporträts: Die Armenische Gemeinde zu Berlin e.V./ Die Gemeinde der Armenisch-Apostolischen Kirche zu Berlin e.V./ Umfrage unter armenischen Berlinern. / Die Deutsch-Armenische Gesellschaft./
Berlin als Studienort./ Berlin als Zufluchtsort./ Kasten: Yelda: Der Mörder starb nicht in San Francesco, sondern in Berlin./ Kasten:
Das armenische Jahr: Die wichtigsten Gedenk- und Feiertage./ Entdeckungsreise durch das Armenische Berlin./ Kasten: Retterin von Zwangsarbeitern: Nektar Wischneski (geb. Wardanjan)./
Berlin als Zentrum der Armenistik und Armenologie: Armenistische und armenologische Sammlungen./
Anmerkungen. / Weiterführende Literatur: Eine Auswahl./
Bildnachweis./ Adressen. / Autorenverzeichnis.
Buchinformation:
Tessa Hofmann:
Armenier in Berlin - Berlin und Armenien
Mit Beiträgen von Doğan Akhanlı und Yelda
104 S. Zahlr. Abb., Ktn.
ISBN: 3-938352-05-1
Zu beziehen bei:
Beauftragter des Senats für Integration und Migration
Potsdamer Straße 65
10785 Berlin
E-Mail: Integrationsbeauftragter@intmig.verwalt-berlin.de
Preis: 3,00 € (zzgl. Portokosten bei Versand)
Pressemitteilung des Beauftragten für Integration und Migration vom 13. Juni 2005
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